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Pop Art Design

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Die Pop-Art gilt als bedeutendste künstlerische Strömung seit 1945. Sie nahm den von Starkult, Warenfetisch und medialer Reproduktion durchdrungenen Alltag der Nachkriegszeit in den Blick und prägt das kulturelle Selbstverständnis unserer Ge- sellschaft bis heute. Ein zentrales Merkmal der Pop-Art war der Dialog von Design und Kunst, dem das Vitra Design Museum mit der Ausstellung „Pop Art Design“ nun erstmals eine umfassende Ausstellung widmet. Dabei werden Werke von Künstlern wie Andy Warhol, Claes Oldenburg, Roy Lichtenstein oder Judy Chicago Designob- jekten von Charles Eames, George Nelson, Achille Castiglioni oder Ettore Sottsass gegenübergestellt. Ergänzt wird die Ausstellung um eine Vielzahl weiterer Expona- te wie Plattencover, Magazine, Filme und Aufnahmen zeitgenössischer Interieurs. Fünfzig Jahre nach der offiziellen Deklaration der Pop-Art in einer Konferenz des New Yorker Museum of Modern Art zeichnet die Ausstellung „Pop Art Design“ ein neues Bild der Pop-Art – eines, in dem das Design erstmals eine zentrale Rolle spielt.

Die Ausstellung beginnt mit einem Prolog, der verdeutlicht, wie sich viele Gestaltungselemente der Pop-Art schon lange zuvor herausbildeten. So vertraten Designer wie Raymond Loewy in den USA bereits seit den 1930er Jahren eine neue, kommerziellere Auffassung von Design, die Werbung und Bildhaftigkeit zentrale Bedeutung einräumte. Zugleich entwickelte das Design als neue Disziplin eine Autonomie und Freiheit, die es zum Katalysator neuer künstlerischer Ideen machte. Dies zeigte sich in den USA an den Möbeln von Charles und Ray Eames oder George Nelson, die zunehmend wie Skulpturen konzipiert waren, oder an der Arbeit Alexander Girards, der sich für Textilentwürfe und Interieurs an Populärkulturen orientierte. In Europa wiederum warb die Firma Olivetti schon zu Beginn der 1950er Jahre mit Plakaten im Stile der Pop-Ära, während der italienische Designer Achille Castiglioni, seinerseits inspiriert von Marcel Duchamp, Möbel aus industriellen Ready-Mades entwi- ckelte.

Umgekehrt waren in der Bildenden Kunst die Vorläufer der Pop-Art eng mit dem Design verflochten. So begannen in den 1950er Jahren viele spätere Pop-Art Künstler ihre Laufbahn im Design, etwa Andy Warhol als Modeillustrator und Robert Rauschenberg als Schaufensterdekorateur. In Großbri- tannien entstanden Bewegungen wie die der Situationisten, die nach neuen Verbindungen zwischen Kunst, Architektur und Design suchten und diese Disziplinen in radikalen Ausstellungen wie „This is Tomorrow“ (1956) auf völlig neue Weise miteinander verschmolzen. Zu den zentralen Figuren dieser Bewegung zählten Eduardo Paolozzi und Richard Hamilton, dessen Collage „Just what is it that makes today’s home so different, so appealing“ (1956) als Schlüsselwerk für die Entstehung der Pop- Art angesehen wird – es vereint auf programmatische Weise eine Reihe von Alltagsobjekten in einem Wohnungsinterieur mit einer neuen, plakativen Bildsprache.

Aus diesem Nährboden entstand Ende der 1950er Jahre jene künstlerische Bewegung, die von dem prominenten Kritiker Lawrence Alloway zu Beginn der 1960er Jahre „Pop-Art“ getauft wurde. Die bisher eher losen Wechselwirkungen beider Disziplinen gewann nun eine Intensität, die bis heute ohne Beispiel ist. Diesem Phänomen ist der Hauptteil der Ausstellung gewidmet. Er besteht aus einer Folge von Werkgruppen, in denen die gemeinsamen Motive und Strategien von Kunst und Design verfolgt werden können: Designer arbeiten mit künstlerischen Strategien wie Zitat, Collage und Ironie, Künstler bedienen sich anonymer, industrieller Herstellungsverfahren, Gebrauchsgegenstände wer- den zu Kunstmotiven, aber auch neue Materialien wie Kunststoffe oder Latex ermöglichen eine Ikonik, die der Alltags- und Populärkultur entnommen ist.

Hier macht die Ausstellung deutlich, dass die Pop-Art alles andere als ein homogenes Phänomen war, sondern dass sie eine Vielzahl unterschiedlicher Positionen zusammenfasste. So entdeckten Künstler wie Jasper Johns und Ed Ruscha eine neue Wirklichkeit vor allem in der Flut von Künstlichkeit und Oberflächlichkeit der medialen Klischees, der Franzose Raymond Hains oder der Amerikaner Claes Oldenburg arbeiteten mit dem Vertauschen von Proportionen und Dimensionen – Methoden, die in Entwürfen von Gaetano Pesce oder Studio 65 später weiter verfolgt wurden. Die Künstler Robert Indiana oder Judy Chicago wiederum suchten nach Anregungen in der Volkskunst, ähnlich wie zuvor die Designer Alexander Girard und Ettore Sottsass. Andere Tendenzen bewegten sich in der Nähe der Hard-Edge-Malerei, etwa die Werke von Alan d’Arcangelo oder Richard Artschwager, die eine erstaunliche Nähe zu Objekten wie Sottsass‘ Superbox-Schränken (1965-69) offenbaren.








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    Vitra Design Museum
  • Verner Panton, Swimming pool, Spiegel- Verlagshaus (Hamburg), 1969 © Panton Design, Basel
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    Vitra Design Museum
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