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Maciej Nowicki

Wiener Ringturm - Einer schnörkellosen Moderne verbunden

  • Ausstellung
    Wiener Ringturm - Einer schnörkellosen Moderne verbunden
    27.11.2012 - 15.02.2013
Maciej Nowicki

Erste Ausstellung über einen Pionier der Moderne

Im Rahmen der neuen Ausstellung der Reihe „Architektur im Ringturm“ – unterstützt durch den Hauptaktionär der Vienna Insurance Group, dem Wiener Städtische Versicherungsverein – wird zum ersten Mal das Leben und Schaffen des polnischen Architekten Maciej Nowicki ins Zentrum gerückt. Üblicherweise wird die Leistung eines Architekten an seinen umgesetzten Entwürfen bewertet. Nowicki stellt hier eine Besonderheit dar. Er gilt als einer der wichtigsten polnischen Architekten in der späten Zwischenkriegszeit und frühen Nachkriegszeit und als Pionier der Moderne. Sein Platz in der Geschichte ist auf seine theoretischen Äußerungen zur Architektur zurückzuführen, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben. Kurz nach Beginn seiner Karriere brach der Zweite Weltkrieg aus und machte es ihm unmöglich, seinem Beruf nachzugehen. Seine visionären Pläne, aber nie umgesetzten Werke waren sein Beitrag zum Wiederaufbau Warschaus. Nowicki eroberte sich seinen Platz in der Geschichte der Architektur mit nur einem Gebäude, das nach seinem Tod errichtet wurde: Die State Fair Arena in North Carolina, später wurde sie in J.S. Dorton Arena umbenannt.

Architektonische Anfänge in Polen
Maciej Nowicki – geboren im Jahr 1910 - verbrachte seine Kindheit großteils in Polen. Dennoch kam er schon früh mit den USA in Berührung, denn sein Vater war ab dem Jahr 1918 polnischer Generalkonsul in Chicago. Er besuchte dort die Grundschule und vertiefte sein Interesse für Zeichnungen am Chicago Museum of Fine Arts. Nach seiner Rückkehr nach Polen im Jahr 1929 absolvierte er die Kunstgymnasien in Warschau und Krakau und begann anschließend mit dem Architekturstudium in Polens Hauptstadt.

Während seiner Studienzeit realisierte er den Entwurf des Hauses für seine Eltern. Dieser Auftrag ging von seinem Vater aus, der ihm die technische Seite der Arbeit eines Architekten näher bringen wollte. Nowicki war damals im grafischen Bereich erfolgreich tätig und machte sich ambitioniert an die Umsetzung. In Anlehnung an die funktionalistische Strömung hatte das Elternhaus die Form eines schlichten weißen Kubus mit einer fensterlosen Fassade zur Straße hin. Die Fertigstellung ist eine Anspielung auf Arbeiten von Le Corbusier, bei dem er ein kurzes Praktikum absolvierte. Im Alter von 26 Jahren erhielt er sein Architekturdiplom bei Professor Swierczynski mit einem Projekt für den Sitz des polnischen Architektenclubs.

Nach seinem Studium heiratete er die polnische Architektin Stanisława Sandecka. Gemeinsam führten sie ein eigenes Büro und konnten neben der Gestaltung von Messeständen und Geschäftslokalen auch kleinere Projekte in Warschau umsetzen: Hotel Holiday, Zentrum für Leibeserziehung, Gartencafé Latona und Café Pluton. Heute sind diese Bauwerke großteils zerstört. Nowicki nahm an unterschiedlichen Wettbewerben teil u.a. Errichtung einer Moschee in Warschau und eines Verwaltungsbaus in Łódź. Er gewann diese, aber zur Ausführung der geplanten Gebäude kam es nicht. Gemeinsam mit Jan Boguslawski entwarf er im Jahr 1938 den polnischen Pavillon bei der Weltausstellung in New York.

Seine Arbeit im Untergrund
Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Situation für das Ehepaar Nowicki schwieriger und ihre Arbeit beschränkte sich hauptsächlich auf die Realisierung von Grafikdesignarbeiten (Plakate und Zeitschriftengestaltung). Im besetzten Warschau entstand eine illegale Untergrundorganisation, die der Zerstörung der Kultur entgegenwirkte. Das betraf auch die Architektur, in diesem Bereich wurden Wettbewerbe ausgeschrieben, an denen Nowicki teilnahm.

In der Zeit von 1941 bis 1944 arbeitete er viel mit dem polnischen Architekten Stefan Putowski zusammen. Von diesen Tätigkeiten abgesehen, unterrichtete Nowicki an der offiziell betriebenen Berufsschule für Bauwesen. Er unterrichtete auch geheime Klassen an der im Untergrund bestehenden Fakultät für Architektur der Technischen Universität Warschau, die von der deutschen Besatzung geschlossen worden war, und auch an der Privaten Frauenschule für Technisches Zeichnen für die Bauindustrie.
 
Pläne für den Wiederaufbau Warschaus
Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Aufstandes flüchtete Nowicki in die Karpatenregion. Ab dem Jahr 1945 setzte er seine unterbrochene Planung für eine Neugestaltung des Warschauer Stadtzentrums fort. Nowicki wählte für den Wiederaufbau der Stadt einen gänzlich neuen Weg. Er schlug vor, die verbliebenen Ruinen zu schleifen. Er wählte die einzige logisch moderne Form, nämlich allein stehende Gebäude. Nowicki begann seine Ansichten und theoretischen Überlegungen zu Architektur und Funktionalismus literarisch zu formulieren. In einem Artikel der neu gegründeten Wochenzeitschrift „Skarpa Warszawska“ veröffentlichte er einen Artikel mit dem Titel „Auf der Suche nach einem neuen Funktionalismus“.








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