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WIG 64 - Die grüne Nachkriegsmoderne

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Der neue Donauturm mit seinem futuristischen Drehrestaurant, ein Sessellift, mit dem man über Blumenbeete schweben konnte, und eine Liliputbahn, die sich zwischen Rosengärten, modernen Pavillons und dem frisch angelegten "Irissee" dahinschlängelte – das waren nur einige der Attraktionen, mit denen die Wiener Internationale Gartenschau aufwartete.

Vor 50 Jahren, im April 1964, wurde die damals größte Gartenschau Europas eröffnet, zu der rund 2,3 Millionen BesucherInnen kamen. Die WIG wurde zu einem der wichtigsten Großereignisse der Nachkriegszeit und hinterließ nicht nur Spuren im kollektiven Gedächtnis, sondern auch eine der größten Wiener Parkanlagen des 20. Jahrhunderts: den Donaupark.

Ein Ziel war die Aufwertung des Gebietes "jenseits der Donau". Realisiert wurde das Großprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie Bruckhaufen, der informellen Siedlung Bretteldorf und der Militärschießstätte Kagran, wo in der NS-Zeit Hinrichtungen stattfanden. Die WIG stellte nicht nur eine willkommene städtebauliche Lösung für ein zentrumsnahes „Problemgebiet“ dar, sondern steht auch für einen Paradigmenwandel in der Stadtplanung nach 1945

Politiker betonten die wichtige soziale Funktion von urbanem Grünraum als Gegenpol zur sich verdichtenden Stadt. Mit der Schaffung neuer Parks sollte, so Bürgermeister Franz Jonas, eine moderne Großstadt entstehen, in der "viele gesunde, starke und schöne Menschen eine bessere Welt aufbauen können". Vom Willen zum Aufbruch der "Weltstadt Wien" in die Moderne und vom noch ungetrübten Glauben an den technologischen Fortschritt zeugten auch die Ausstellungsarchitekturen und Attraktionen wie ein 41 Meter hohes Turmgewächshaus.

Die Ausstellung beleuchtet die WIG im Kontext der planerischen Utopien und der Wiener Imagepolitik der Nachkriegszeit, erzählt aber auch von zeitgenössischen Trends in der Gartengestaltung.

Das Schlusskapitel handelt von den Nachnutzungen und den Veränderungen des Areals bis heute. Als zentrale Objekte fungieren zeitgenössische Fotografien, Modelle, Filme, Plakate und persönliche Erinnerungen von Wienerinnen und Wienern.

Kuratorinnen:
Martina Nußbaumer (Wien Museum) Ulrike Krippner, Lilli Lička, Nicole Theresa Raab (Institut für Landschaftsarchitektur, Universität für Bodenkultur Wien)

Ausstellungsarchitektur:
Thomas Hamann

Grafik:
Bueronardin






  • 10.04.2014 - 31.08.2014
    Ausstellung »
    Wien Museum »

    Öffnungszeiten:
    Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 10 bis 18 Uhr
    24. Dezember: 10 bis 14 Uhr; 25. Dezember und 1. Jänner:v geschlossen

    Eintritt:
    Erwachsene: 8 €. Ermäßigt 6 € (SeniorInnen, Wien-Karte, Ö1-Club, Menschen mit Behinderung, Studierende bis 27 Jahre, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener, Gruppen ab 10 Personen) Kinder und Jugendliche unter 19 Jahre - Eintritt frei! Jeden ersten Sonntag im Monat für alle BesucherInnen - Eintritt frei!

    Katalog zur Ausstellung:
    Edith Tudor-Hart. Im Schatten der Diktaturen (dt.) Edith Tudor-Hart. In the Shadow of Tyranny (engl.), Hg.: Duncan Forbes im Auftrag des Wien Museums, Hatje Cantz Verlag,152 Seiten, EUR 24,-



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  • Turmgewächshaus von Othmar Ruthner auf der WIG 64, 1964 © Österreichisches Gartenbaumuseum
    Turmgewächshaus von Othmar Ruthner auf der WIG 64, 1964 © Österreichisches Gartenbaumuseum
    Wien Museum
  • Ansichtskarte WIG 64, 1964 © Wien Museum
    Ansichtskarte WIG 64, 1964 © Wien Museum
    Wien Museum
  • Heinz Conrads gratuliert der zweimillionsten WIG-Besucherin, 1964 © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
    Heinz Conrads gratuliert der zweimillionsten WIG-Besucherin, 1964 © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
    Wien Museum
  • Reklame für die WIG 64, 1963 © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
    Reklame für die WIG 64, 1963 © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
    Wien Museum