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WOLS Aufbruch nach 1945

  • Ausstellung
    14.03.2014 - 15.06.2014
Neue Galerie

Im Mai 1947 zeigte die Galerie Drouin in Paris 40 Gemälde von Wols, eigentlich Alfred Otto Wolfgang Schulze (Berlin 1913 – Paris 1951). Erst ein Jahr zuvor hatte der damals noch weitgehend unbekannte Deutsche begonnen, auch in Öl zu arbeiten. „Ich kam aus dieser Ausstellung ganz erschüttert heraus“, berichtet der französische Maler Georges Mathieu, „Wols hatte alles vernichtet. Nach Wols war alles neu zu machen ... .“

Die Bedeutung von Wols für die Kunst der 50er Jahre ist heute unbestritten. Neben Jackson Pollock gilt er als der Begründer der informellen Malerei. Seine Ablehnung bürgerlicher Normen, die enge Verquickung von Vita und Kunst und nicht zuletzt sein früher, tragischer Tod machten sein Leben schnell zur Legende. Einer breiten Öffentlichkeit blieb sein Œuvre dennoch weitgehend unbekannt.

Zum 100. Geburtstag des Künstlers wurde sein Werk in Deutschland in mehreren Ausstellungen gefeiert. Die Kunsthalle Bremen zeigte eine groß angelegte Retrospektive, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden thematisierten sein fotografisches Werk und das Museum Wiesbaden präsentierte eine kleinere, monographisch ausgerichtete Ausstellung. Die Museumslandschaft Hessen Kassel konzentriert sich dagegen in einer komprimierten, exquisiten Schau auf den kurzen, aber für Wols’ Werk und dessen Rezeption besonders bedeutsamen Zeitraum zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Tod des Künstlers 1951.

Wols, der 1932 von Dresden in die Kunstmetropole Paris gezogen war, trat zunächst durch seine Fotografien hervor. Nach Ausbruch des Krieges wurde er in verschiedenen Lagern interniert. Danach flüchtete er vor den Deutschen nach Cassis bei Marseille, dann nach Dieulefit bei Montélimar. In den Internierungslagern hatte er zu zeichnen begonnen. Aus grotesk verwachsenen, noch dem Surrealismus nahestehenden Fabelwesen erwuchsen nach und nach Strukturen, amorphe, organisch anmutende Formen, die gegenständlich nicht mehr zu fassen sind. Nach seiner Rückkehr nach Paris 1945 vollzog er den Schritt in die Abstraktion. Der Werkprozess, die Materialität und die Struktur werden zum eigentlichen Thema seiner Malerei. Die irritierende Bedeutungsoffenheit seiner Werke stellt neue Anforderungen an den Betrachter und verweist ihn auf sich selbst.

Welche Position nimmt Wols innerhalb der französischen und der deutschen Avantgardekunst ein? Wie ist sein Verhältnis zu Künstlern wie Dubuffet, Bernard Schultze oder Emil Schumacher? Auf welche Weise wurde Wols in Deutschland rezipiert und welche Rolle spielte dabei die documenta in Kassel, auf der er 1955 bis 1964 prominent vertreten war?

Die Ausstellung und der begleitende Katalog widmen sich jedoch nicht nur dem künstlerischen Umfeld von Wols, anhand seiner bislang nur wenig beachteten Buchillustrationen für Antonin Artaud, Jean-Paul Sartre, Jean Paulhan oder Camille Bryen werden auch seine Kontakte zur literarischen Szene in den Fokus gerückt. Erstmals wird der Einfluss des Jazz auf Wols untersucht. Ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Konzerten zu Wols und seinem Pariser Umfeld rundet das vielfältige Projekt ab.






  • 14.03.2014 - 15.06.2014
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    Di–So und feiertags 10–17 Uhr, Do 10–20 Uhr, Mo geschlossen



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  • Wols (1913–1951), Selbstbildnis, Fotografie, MHK, Graphische Sammlung
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  • Wols (1913–1951), Komposition mit rotem Fleck, 1945, Feder in Schwarz, Aquarell, Grattage auf Bütten, MHK, Graphische Sammlung, Inv. Nr. L GS 19083 (G81231)
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