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Schnaittach

Anschauliches Zeugnis der jüdischen Geschichte

Schnaittach

Auf den Bau des jüdischen Museums in Schnaittach warten verschiedene Sanierungsarbeiten. Doch nun zwingt eine einsturzgefährdete Fachwerkgiebelwand zum raschen Handeln. An der Wiederherstellung der ehemaligen Synagoge in Schnaittach im Nürnberger Land beteiligt sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 25.000 Euro. Der Fördervertrag für die Instandsetzung des Südgiebels geht in diesen Tagen dem Ersten Bürgermeister des Marktes Schnaittach, Georg Brandmüller, zu. Neben der DSD beteiligen sich auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Bayerische Landesstiftung und der Landkreis an den anstehenden Maßnahmen.

Die Sammlung des Jüdischen Museums in Schnaittach ist in der ehemaligen Synagoge untergebracht. Das Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut und zweihundert Jahre später erweitert. Zusammen mit der ehemaligen Männerschule, dem Vorsängerhaus, der Mikwe, dem Rabbinerhaus und dem Judenschulklopferhaus hat sich in der mittelfränkischen Stadt ein wichtiges Ensemble des Landjudentums erhalten. Die Synagoge ist ein Werksteinbau mit Rundbogenfenstern und Fachwerkgiebel, an das sich das ehemalige Vorsängerhaus und das Schulhaus als Traufseithaus mit einem Sichtfachwerkobergeschoss aus dem 17./18. Jahrhundert anschließen.

Die ursprüngliche Synagoge der Männer, die in der heutigen Museumsgasse 12 steht, entstand als Massivbau zwischen 1564 und 1569. Südlich schließt sich der Betraum der Frauen an. Die sogenannte Frauenschule entstand bei der Erweiterung der Synagoge 1735/1736 in Fachwerkbauweise und ist mit dem Hauptraum nur durch Fensternischen verbunden. Auch die Eingangsbereiche von Männer- und Frauenschule waren getrennt. 1687 entstand zwischen Synagoge und Schulklopferhaus das Vorsängerhaus in der heutigen Museumsgasse 14, in dessen Keller sich eine Mikwe befindet. Daneben erbaute man im gleichen Jahr ein neues Rabbinerhaus.

Das Jüdische Museum Franken in Schnaittach befindet sich mit dem Heimatmuseum unter einem Dach. Es erfreut sich großer Beliebtheit bei jüdischen Besuchern, die auf den Spuren ihrer Vergangenheit nach Deutschland kommen. Neben dem hohen Erinnerungswert ist das Baudenkmal auch für Schulklassen ein anschauliches Zeugnis der jüdischen Geschichte in Franken.

Einsturzgefährdet ist derzeit die südliche Fachwerkgiebelwand der Frauenschule. Hier sind alle Gefachausmauerungen locker oder haben sich bereits aus dem Fachwerkgefüge gelöst. Durch eingedrungene Feuchtigkeit haben sich Braunfäule und Larvenfraß ausgebreitet. Weitere konstruktive Schwachpunkte im Gebäudeinneren, die durch bauliche Veränderungen in der Vergangenheit entstanden, müssen ebenfalls beseitigt werden.

Das Jüdisches Museum in Schnaittach, in dem sowohl rituelle Objekte, als auch jüdische Alltagsgegenstände ausgestellt werden, ist eines von über 180 Projekten, die die 1985 in Bonn gegründete Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte, darunter das Rathaus in Kulmbach, das Wasserschloss in Leutershausen und die St. Mangkirche in Kempten.

Bonn, den 11. Januar 2012/Schi








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