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Bliesheimer Kreuz

Das spätgotische Kreuz von Bliesheim wird in die Pfarrkirche eingebracht

Bliesheimer Kreuz

Das spätgotische Kreuz von Bliesheim wird in die Pfarrkirche eingebracht

Ortskurator spricht bei der Feierstunde in der Lambertuskirche

Bei einer Feierstunde am Freitag, den 27. Mai 2011 um 17.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Lambertus in Erftstadt-Bliesheim im Rhein-Erft-Kreis wird das wertvolle Triumphkreuz von Bliesheim aufgestellt, für dessen Restaurierung die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) vor zwei Jahren 20.000 Euro zur Verfügung gestellt hat. Wolf Werth, Ortskurator Euskirchen/Eifel der DSD, spricht bei der Feierstunde ein Grußwort. An der ursprünglichen Aufstellungsstelle des Kreuzes bei der "Alten Schmiede" wurde eine Kopie aufgestellt.

An der nach Südosten gerichteten Giebelseite des Fachwerkhofes "Alte Schmiede" wurde am Beginn des 19. Jahrhunderts unter einem Vordach ein beinahe zwei Meter großes Kruzifix aufgestellt. Der wohl zwischen 1470 und 1480 entstandene überlebensgroße Corpus des Holzkruzifixes wurde in den Werkstätten des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland untersucht und gehört mit großer Wahrscheinlichkeit zur Ausstattung der 1802 aufgegebenen und kurze Zeit später abgerissenen Kölner Stiftskirche Maria ad Gradus. Bliesheim, das seinerzeit zum Stift Maria ad Gradus gehörte, dürfte das eindrucksvolle Kreuz vor der Säkularisation gerettet haben.

Der Corpus im Dreinageltypus ist mit gelängten Gliedmaßen und langem schmalem Oberkörper ausgeführt. Das bärtige Haupt ist leicht nach rechts unten geneigt. Ein mehrfach kunstvoll in Falten gelegtes Lendentuch bedeckt den Unterkörper bis zum Ansatz der Oberschenkel. Die Muskeln und Knochen sind naturgetreu ausgearbeitet. Die 200 Jahre, die der Corpus der Witterung ausgesetzt war, haben Schäden an dem aus Nussholz gearbeiteten Kunstwerk hinterlassen, die bei der jüngsten Restaurierung vielfach beseitigt werden konnten. Dabei bargen die jüngsten Erhaltungsmaßnahmen eine Überraschung. Der Corpus stammt möglicherweise nicht, wie bisher angenommen, aus der Werkstatt des spätgotischen Kölner Meisters Tilman, der von etwa 1475 bis 1515 mit seiner weit über die Stadt hinaus liefernden Bildschnitzerwerkstatt in Köln tätig war und zu dessen bekanntesten Werken die Figur des Heiligen Christopherus in St. Andreas in Köln zählt, sondern von einem noch näher zu untersuchenden anderen Künstler.

Das spätgotische Kreuz ist eines von über 270 Projekten, die die private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn bisher allein in Nordrhein-Westfalen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale fördern konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.








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