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Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt gleich drei Kirchen

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Gleich dreimal bringt Heike Pieper, Leiterin des Kuratoriums Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), Hilfe, wenn sie am Mittwoch, den 6. Oktober 2010 um 13.00 Uhr den jeweiligen Vertragspartnern im Beisein von Lutz Trabalski von der Deutschen Klassenlotterie Berlin in der Zionskirche in Berlin-Mitte die Förderverträge in Höhe von 15.000 Euro für die anstehenden Sanierungsarbeiten an der Herz-Jesu-Kirche im Prenzlauer Berg, in derselben Höhe für die Arbeiten an der Zionskirche in Berlin-Mitte und in Höhe von 25.000 Euro für die Aufgaben an der ebenfalls in Mitte stehenden Sophienkirche überbringt. Das Dokument für Herz-Jesu nimmt Pfarrer Christophe Jakob in Empfang, die für die Zionskirche Pfarrerin Eva-Maria Menard und für St. Sophien Pfarrerin Dr. Christina-Maria Bammel.

Die dreischiffige katholische Herz-Jesu-Kirche ist in die Fassadenflucht der Straße integriert, dazu hat man das Kirchenschiff von Norden nach Süden ausgerichtet. Die Hauptfassade mit großem Glockenturm und einem kleineren Treppenturm, die das Eingangsportal rahmen, liegt an der Fehrbelliner Straße. Die prächtige Außenarchitektur wird durch die Verschmelzung niedersächsisch-romanischer Formen mit frühchristlich byzantinischen Gestaltungsmitteln bestimmt. Zu einem Hof hin ist die 1897 begonnene Kirche dagegen als einfacher, teilweise verputzter Backsteinbau gegliedert. Der zentral wirkende Innenraum erhebt sich eigentlich über einem kreuzförmigen Grundriss. Das 15 Meter breite Hauptschiff und das von Ost nach West verlaufende Querschiff sind mit Tonnengewölben überspannt. Eine mächtige "Pendentifkuppel" überragt den Schnittpunkt der Kirchenschiffe. Der Innenraum ist vollständig ausgemalt, die Sockelbereiche imitieren grün-weiße Marmorverkleidungen, die oberen Wand- und Gewölbeflächen hat Friedrich Stummel mit figürlichen Darstellungen ausgestaltet. Die Restaurierung der Kirche wird seit 2001 von der DSD gefördert.

Die Sophienkirche in Berlins Mitte, eine Stiftung der Königin Sophie Luise, wurde 1712 ursprünglich als schlichte Emporensaalkirche mit einem hohem Walmdach im Typ der Berliner protestantischen Predigerkirche erbaut. Die Entwürfe stammten vermutlich von Philipp Gerlach. Schon 1729-1735 erhielt der Kirchenbau nach dem Entwurf von Johann Friedrich Grael einen stattlichen Turm, der in seiner Erscheinungsform dem einst benachbarten Münzturm von Andreas Schlüter verpflichtet war. Es handelt sich um den letzten hochaufragenden barocken Kirchturm Berlins. Seine Erscheinung prägen die verputzten Flächen und Sandsteingliederungen. Der obere Teil des Turms springt stark zurück, "in Form eines plastisch bewegten Säulenaufbaues von zwei Geschossen ionischer Ordnung mit lebhaft geschweifter Haube", wie der "Denkmalpapst" Georg Dehio formulierte. Das Hauptportal des Turms rahmt eine übergiebelte Pilasterarchitektur wie ein Portikus. Das Kirchenschiff wurde 1892 nach den Plänen von Friedrich Schulze, Adolf Heyden und Kurt Berndt im Neobarockstil zu einer einschiffigen Hallenkirche mit einer dreiseitigen Empore und einer Chorapsis umgebaut. Gleichzeitig wurde durch den Bau von Mietshäusern eine großzügige städtebauliche Eingangssituation geschaffen. Die Sophienkirche ist in ihrer barocken Erscheinungsform und mit ihrem 70 Meter hohen Turm für Berlin eine baugeschichtlich sehr bedeutsame Kirche, für die dicht besiedelte Spandauer Vorstadt hat die Kirche eine stark identitätsstiftende Wirkung. Seit dem vergangenen Jahr beteiligt sich auch die DSD an der Turmsanierung.

Die Berliner Zionskirche, die Wilhelm I. 1850 nach seiner Rettung beim Badener Attentat als Votivkirche stiftete, entstand in den Jahren 1866 bis 1873. Die Entwürfe stammten von Gustav Möller und August Orth. Die kreuzförmige Emporenkirche erinnert mit ihren farbig gestreiften Backsteinflächen an die lombardische Spätromanik. Ein mächtiger Glockenturm überragt den Bau. Lediglich am Turm und am Tympanon des Hauptportals ist der geplante reiche Figurenschmuck zur Ausführung gekommen. Die umlaufenden Emporen und das Sterngewölbe der Vierung bestimmen den Innenraum. Die Predigtkanzel aus Terrakotta und die Kirchenbänke aus der Erbauungszeit sind erhalten. Die ursprünglich bemalten Wände sind heute übertüncht. 1989 war die Zionskirche Schauplatz der politischen Ereignisse, die die Regierung der DDR zum Rücktritt zwangen. Die Turm- und Fassadensanierung, für die die DSD 1991 bis 2001 fast 1 Million Euro bereitstellte, konnte inzwischen abgeschlossen werden. Mit dem diesjährigen Fördervertrag beteiligt sich die Stiftung erstmals an der Wiederherstellung des Innenraums. Dabei sollen die Reste der farbigen Gestaltung der Apsis als Herzstück der historischen Raumfassung wieder freigelegt und gesichert werden.

Die Herz-Jesu-, die Sophienkirche und die Zionskirche sind drei von über 130 Projekten, die die private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn bisher allein im Bundesland Berlin dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.

Bonn, den 4. Oktober 2010/Schi


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