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Die Michaelisk

Die Michaeliskirche in Grockstädt bekommt wieder ein dichtes Dach

Die Michaelisk

Einen gemeinsamen Fördervertrag für die anstehenden Restaurierungsarbeiten an St. Michaelis in Grockstädt im Saalekreis überbringen am 30. Juli 2009 um 14.00 Uhr Thomas Begrich, Geschäftsführer der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale (KiBa), und Gerhard Eichhorn vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) vor der Kirche an Hermann Rotermund, den Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde. Gegenstand des Fördervertrages ist die Sanierung des Kirchenschiffdachs mit den angrenzenden Mauerbereichen. Die DSD und die Kirchenbaustiftung KiBa teilen sich die noch benötigte Fördersumme von 20.000 Euro und steuern jeweils 10.000 Euro bei. Weitere Hilfe erhält die Gemeinde vom Kirchenkreis und dem regen "Förderverein Kirche St. Michaelis, Grockstädt" unter Vorsitz von Jürgen Thieme.

Bei der Dorfkirche von Grockstädt handelt es sich um eine Chorturmkirche mit dreiseitig geschlossenem Chor und gestrecktem rechteckigen Schiff. Der Chorturm ist im Kern noch romanisch, der kleine dreiseitig geschlossene Chor stammt aus gotischer Zeit und besitzt spitzbogige Maßwerkfenster. 1721 wurde das Kirchenschiff vermutlich durch Hans Wilhelm Zahn erneuert und der Chor aufgestockt. Ein großer Spitzbogen verbindet die beiden Bauteile. Das von einer Holztonne überwölbte Innere ist mit einer Hufeisenempore und einem steinernen Kanzelaltar aus der Bauzeit, der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgestattet, den korinthische Pilaster und ein gesprengter Giebel rahmen.

Aufgrund jahrzehntelang nur eingeschränkt möglicher Baupflege kam es an dem in letzter Zeit ungenutzten Gebäude - lediglich eine Hochzeit wurde als symbolträchtiges Zeichen 2004 dort wieder gefeiert - zu großen Schädigungen. Die Dächer, das Mauerwerk und das Innere sind stark feuchtigkeitsgeschädigt, der Außenputz ist nicht mehr vorhanden, tiefe und breite Mauerwerksrisse zeichnen die Wände, der gesamte Innenraum macht einen völlig desolaten Eindruck.

Nachdem sich 2003 ein Förderverein gegründet hatte, wurde mit Instandsetzungsarbeiten begonnen. Dennoch musste die Laterne des Turms im Jahr darauf wegen Absturzgefahr abgenommen werden. Zusammen mit der Kommune und der Kirchengemeinde konnten bisher, vor allem in Eigenleistung, die Beräumung des Grundstücks und des Kircheninneren erfolgen, Trockenlegungsarbeiten beginnen sowie die Turmlaterne, einige Kirchenbänke und Fenster instandgesetzt werden. In einem ersten größeren, auch mit Fremdmitteln ermöglichten Bauabschnitt ist die Sanierung des Turmdachs und die Schließung einiger größerer Mauerwerksrisse an der Südseite vorgesehen. Der zweite Bauabschnitt, für den die Mittel von KiBa und DSD zur Verfügung stehen, soll sich im Sommer 2009 anschließen. Vorgesehen ist dabei, das komplette Schiffdach einschließlich der Mauerkrone zu sanieren.

St. Michaelis in Grockstädt ist somit eines von über 470 Projekten, die die private Bonner Denkmalschutz Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte, darunter 140 Dorfkirchen. Im gesamten Bundesgebiet hat die DSD bislang über 760 Dorfkirchen unterstützt.

Bonn, den 30. Juli 2009/Schi


Presse






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