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Geschirr der fliegenden Stadt Carsten Höller für die Porzellan Manufaktur Nymphenburg

Geschirr der f

Künstler Carsten Höller hat für die Porzellan Manufaktur Nymphenburg ein Service gestaltet. Er setzt den Ausgangspunkt für eine Editions-Serie, die in naher Zukunft mit Künstlern wie Tobias Rehberger, dem Gewinner des Goldenen Löwen auf der Venedig Biennale 2009, und Joep van Lieshout fortgesetzt wird.

NYMPHENBURG HOELLER FLYINGCITYTABLEWARE COMPLETESET

Carsten Höllers Werke wurden bereits in der Tate Modern, London, im Kunsthaus Bregenz und im Guggenheim Museum, New York, präsentiert. Im Kern seiner Arbeiten steht die Frage, nach welchen Konventionen wir unser Leben leben und ob es nicht auch grundsätzlich anders vorstellbar wäre. Mit dem GESCHIRR DER FLIEGENDEN STADT (2010) hat Carsten Höller für die Porzellan Manufaktur Nymphenburg eine Edition entwickelt, die diese Thematik in neuer Weise aufgreift. Das Service besteht aus einer Kombination von Platzteller, Speiseteller, Brotteller, Teetasse und Untertasse für je zwei Personen, deren Dekore sich auf zwei grundsätzlich verschiedene Vorlagen beziehen: einerseits Georgi Krutikows Entwurf einer FLIEGENDEN STADT (1928) und andererseits die nach ihrem Erfinder Charles Benham benannten Rotationsscheiben (1894/5). Als Motivträger hat er Wolfgang von WersinsLOTOS Service (1932) gewählt, das zu den klassischen neu-sachlichen Services der Porzellan Manufaktur zählt und in seiner Schlichtheit die funktionale Ästhetik der Avantgardezeit spiegelt.

Carsten Höller hat beide Motive bereits in früheren Arbeiten aufgegriffen: die Benhamschen Streifen in MASONWHEEL (2001) und Krutikows Bildwelt zuletzt im Londoner THE DOUBLE CLUB (2008/9). Für das GESCHIRR DER FLIEGENDEN STADT führt er sie nun erstmals zusammen.

Das GESCHIRR DER FLIEGENDEN STADT wird in zwei verschiedenen Ausführungen hergestellt. Die Wandinstallation - ein Unikat, das Höller bis zum 25. April in Rotterdam präsentierte - besteht aus acht handbemalten Tellern, die jeweils auf einer Drehmechanik montiert und über lederne Transmissionsriemen untereinander verbunden sind. Mittels einer handbetriebenen Kurbel können sie zum Rotieren gebracht werden und dabei maximale 600 Umdrehungen pro Minute erreichen. Bereits ab rund 300 Umdrehungen stellt sich der von Benham entdeckte Effekt der farbigen Wahrnehmung des schwarz-weissen, grafischen Musters ein. In der Installation wird die in den Motiven ursprünglich angelegte Dynamisierung durch die reale mechanische Bewegung vollzogen.

Gleichwohl ist das Geschirr auch zum Gebrauch gedacht: Platzteller, Speiseteller, Brotteller und Teetasse mit Untertasse sind zudem in einer Auflage von 25 signierten Servicen für je zwei Personen erhältlich. Zu dieser Edition gehört eine Tischzentrifuge, mit der die Benhamschen Teller rotiert werden können.


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