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HFBK Designpreis vergeben

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Hamburg, 4. Dezember 2012 – Auf der Ausstellungseröffnung am heutigen Abend um 19 Uhr im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) verkündete Martin Köttering, Präsident der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK), die Entscheidung der fünfköpfigen Jury. Der diesjährige, mit insgesamt 4.000 Euro dotierte HFBK-Designpreis der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst geht an drei gestalterische Positionen, die aus der Sicht der Jury die Bandbreite der Design-Ausbildung an der HFBK Hamburg – vom klassischen Produktdesign über experimentelles Design bis hin zu Social Design-Ansätzen – in besonderem Maße repräsentieren. Den ersten, mit 2.000 Euro dotierten Preis erhält Mario Pitsch für „Die Dreistigkeit des Objekts 1“, ein interaktives Leuchten-Arrangement, das Variationen von Dimmbarkeit spielerisch erkundet. Mit je 1.000 Euro ausgezeichnet wurden zum einen das partizipatorische Projekt „Niebuhr- Hochhaus-Gemeinschaft“ von dem Team Michael Bernhard, Alexander Joly und Oliver Schau und zum anderen der Prototyp einer Aluminiumschaumleuchte von Ruben Faber. Eine Kooperation der Hochschule für bildende Künste Hamburg, der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst und des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Mario Pitsch dekliniert in der Sprache des Produktdesigns Variationen der Helligkeitsregulation bei Leuchten durch. Seine Serie »Die Dreistigkeit des Objekts 1« ist als Gegenbeispiel zu den vielen Objekten gedacht, die die Funktion des Dimmens zwar technisch lösen, das Erlebnis der Funktion jedoch aus der Wahrnehmung verdrängen und vom Objekt trennen. Die Jury überzeugte vor allem der experimentelle Forschungsansatz, der zudem die Interaktion und damit den Menschen in den Mittelpunkt stellt – sei es nun durch eine per Blasebalg bedienbare Luftballon-Leuchte oder eine Stehlampe, die wie ein Computerspiel über Armbewegungen gesteuert wird.

Michael Bernard, Alexander Joly und Oliver Schau entwickelten im Rahmen einer Öffentlichen Gestaltungsberatung für Bewohner des 1971 erbauten Niebuhr-Hochhauses im Hamburger Stadtteil St. Pauli einen mobilen Bausatz, der den Mangel an einem Gemeinschaftsraum durch die Umnutzung von Durchgangsfluren behebt. Indem temporär Steh- und Klapptische aufgebaut werden können, wird der gewünschte Austausch über Gegenwart und Zukunft des Zusammenlebens im Hochhaus ermöglicht. Die Jury lobte hier die Ausweitung des Design-Verständnisses auf das Gestalten von sozialen Prozessen und die Entwicklung eines einfachen, preisgünstigen Lösungsansatzes für gemeinschaftsfördernde Aktivitäten.

Ruben Faber hat aus einem offenporigen Aluminiumschaum seine Leuchte »AL99« konzipiert, die als leichter Körper mit einer organisch anmutenden Struktur daherkommt, wobei sie Stabilität mit geringem Materialeinsatz verbindet. Das umlaufende, farbige Kabel zeichnet das Schaltbild der vier LED-Leuchtmittel nach und bestimmt den geometrischen Aufbau. Die Jury sah in »AL99« ein bis ins Detail konsequent durchgearbeitetes Objekt, das durch ästhetische Klarheit wie auch durch Stringenz in der Ausarbeitung überzeugt und zwei funktionale Anforderungen aus dem neuartigen Material Aluminiumschaum zieht: Es ist Kühlelement und Blendschutz zugleich für die Leuchtmittel.

Die zwölf herausragenden Designprojekte der jungen Nachwuchsgestalter sind noch bis zum 20. Dezember 2012 im Museum für Kunst und Gewerbe zu entdecken. Experimentierlust und ein frischer, unverstellter Blick auf das, was Gestaltung heutzutage sein kann und künftig können sollte, zeichnet alle präsentierten Arbeiten aus und macht die Schau zu einem Erlebnis mit Überraschungseffekten: Ob es sich nun um einen Malroboter oder um einen Esstisch von der Länge eines ganzen Straßenzuges für eine Dorfgemeinschaft handelt – hier wird mutig gegen den Strich und über Grenzen hinaus gedacht. Der von der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst gestiftete HFBK-Designpreis wurde erstmals 2012 vergeben und ist eine Anerkennung für junge Nachwuchsgestalter aus Hamburg.
Die fünfköpfige Jury setzte sich zusammen aus: Dr. Claudia Banz, Leiterin der Sammlung Kunst und Design, Museum für Kunst und Gewerbe | Dr. Eva-Dorothee Leinemann, Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst | Prof. Glen Oliver Löw, Professor für Produktentwicklung, Hochschule für bildende Künste Hamburg | Roland Nachtigäller, Künstlerischer Direktor, Marta Herford | Ingeborg Wiensowski, Journalistin u.a. für KulturSpiegel.

Für den Designpreis 2012 waren nominiert: Sebastian Auray | Michael Bernard, Alexander Joly, Oliver Schau | Charlotte Dieckmann, Alexander Joly | Ruben Faber | Markus Hüppauf | Dahm Lee | Michael Leßmöllmann, Philipp Schott | Ina Marie von Mohl | Mario Pitsch | Johannes Schlüter | Andreas Schöller | Studio Marjetica Potrč.






Mario Pitsch: Die Dreistigkeit des Objekts 1
Johannes Schlüter: rot
Andreas Schöller: Rodot


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