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Lengerich

Wo der Westfälische Frieden vorverhandelt wurde

Lengerich

Ortskuratorin überbringt Fördervertrag in Lengerich

Die Sanierung der maroden Schieferdachdeckung der evangelischen Stadtkirche in Lengerich im Landkreis Steinfurt unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr mit 80.000 Euro. Den Vertrag überbringt die DSD-Ortskuratorin Münster, Sigrid Karliczek, am Freitag, den 17. Juni 2011 um 19.30 Uhr vor Ort an Pfarrer Wernfried Lahr.

Zentral in der Stadtmitte von Lengerich erhebt sich die heutige evangelische Stadtkirche an der Stelle mehrerer Vorgängerbauten. An die erinnert insbesondere das wertvolle romanische Stufenportal auf der Südseite das in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Im 14. Jahrhundert gewann die Kirche an Bedeutung durch die Wallfahrt zur wundertätigen Statue der heiligen Margareta. Um die stetig wachsende Pilgerschar aufnehmen zu können, vergrößerte man die Kirche im 14. und 15. Jahrhundert und baute sie dabei um. Doch schon 1525 ließ der damalige Landesherr Graf Konrad von Tecklenburg die Figur der heiligen Margareta aus der Kirche entfernen, bevor er sich zwei Jahre später als erster Landesherr in Westfalen der Reformation anschloss. Die beiden ältesten Glocken der Stadtkirche läuteten 1648 den Westfälischen Frieden ein. Zuvor hatten die Vorverhandlungen in unmittelbarer Nähe der Kirche mit dem sogenannten Lengericher Conclusum geendet.

Das Langhaus der Stadtkirche wurde 1497 unsymmetrisch als zweischiffige Halle mit Quergiebeldächern über dem Nordschiff begonnen. Dreiteilige Maßwerkfenster mit Fischblasenmotiv belichten den Chor. Das von einem rechteckigen Rahmen umschlossene spätromanische Stufenportal ist reich verziert mit Kapitellen und Bögen mit Schuppen-, Klötzchen-, Kugel- und Blütenformen. Ein Rundpfeiler trennt die beiden Langhausjoche zwischen den Schiffen. Der original erhaltene Dachstuhl zeugt von der Qualität mittelalterlicher Handwerkskunst. Das Südschiff überspannt ein Sterngewölbe, das Nordschiff sowie die Sakristei und der zweijochige Chor Kreuzrippengewölbe.

Der mächtige, viergeschossige Westturm mit vieleckigen Treppentürmchen, schlanken Blendnischen und Maßwerkfenstern stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Im Erdgeschoss belichten den Turm, den profilierte Geschossgesimse gliedern, zwei große, vierbahnige Maßwerkfenster.

Die evangelische Stadtkirche in Lengerich ist nun eines von über 270 Projekten, die die 1985 gegründete Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte. Dazu gehören auch die Villa Schönfeld in Herford, das Schloss in Barntrup und die Windmühle in Ennigerloh.

Bonn, den 14. Juni 2011








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