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Wien

Egon Schiele Werke

  • Ausstellung
    Egon Schiele Werke
    22.02.2017 - 18.06.2017
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Wien

Umfangreiche Werkschau
Trotz seiner kurzen Lebensspanne (1890–1918) und einer kaum mehr als zehn Jahre währenden Phase künstlerischen Schaffens hinterlässt der Künstler ein umfangreiches Werk. Es umfasst, seine Skizzenbücher nicht mitgerechnet, über 330 Gemälde und über 2.500 Zeichnungen. Die Albertina besitzt zahlreiche Werke aus jeder Phase des jung verstorbenen Genies.
Die hauseigenen Bestände bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung, die um einzelne, bedeutende Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen und Museen ergänzt wird. So richtet die Schau einen einzigartigen Blick auf die künstlerische Entwicklung Egon Schieles, die sein plötzlicher Tod im Alter von nur 28 Jahren so jäh beenden sollte.

Saaltexte
Egon Schiele

Am 12. Juni 1890 kommt Egon Leo Adolf Ludwig Schiele in Tulln als Kind des Bahnhofsvorstandes Adolf Eugen Schiele (1850–1904) und der Maria Schiele, geb. Soukop (1862–1935) zur Welt. Er verbringt die Kindheit mit seinen Schwestern Melanie (1886–1974) und Gertrude („Gerti“, 1894–1981). Schon als Kind beginnt Schiele zu zeichnen. Das Gymnasium besucht er für ein Jahr zunächst in Krems, dann in Klosterneuburg. Als schlechter Schüler muss er eine Klasse wiederholen. Am 31. Dezember 1904 stirbt sein schwer kranker Vater in Klosterneuburg, wohin die Familie übersiedelt war. Zeitlebens leidet Schiele am Verlust seines Vaters und setzt ihm 1912 im allegorischen Doppelselbstbildnis Eremiten ein Denkmal.

Vormund wird sein wohlhabender Onkel Leopold Czihaczek (1842–1929). Gegen dessen Willen ermöglicht die Mutter eine Bewerbung an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er im Oktober 1906 jüngster Student wird. Während des Studiums in der Meisterklasse Christian Griepenkerls (1839–1916) lernt Schiele 1907 Gustav Klimt (1862– 1918) kennen und bezieht sein erstes eigenes Atelier. 1908 beteiligt er sich erstmals an einer öffentlichen Ausstellung im Stift Klosterneuburg, wo Heinrich Benesch, später wichtiger Sammler und Wegbegleiter, auf ihn aufmerksam wird.

Der Beginn
Im Oktober 1906 wird Egon Schiele mit sechzehn Jahren als jüngster Student seines Jahrgangs in die Akademie der bildenden Künste in Wien in die Meisterklasse des Historienmalers Christian Griepenkerl aufgenommen. Innerhalb von nur drei Jahren eignet sich Schiele eine Vielfalt an Techniken an, wobei ihm der Ausbildungsschwerpunkt auf dem Gebiet der Zeichnung und die Übung des Schnellzeichnens durchaus entgegenkommen. Innerhalb weniger Jahre entstehen Werke von einer großen stilistischen Spannweite, die Schieles Auseinandersetzung mit dem Naturalismus und Symbolismus, aber auch mit dem Spätimpressionismus und schon sehr früh mit dem Wiener Jugendstil belegen. Schieles großes Vorbild wird Gustav Klimt. Vor allem die virtuose Aneignung des Flächenstils der Wiener Werkstätte und der Secession zeigt, dass sich der junge Künstler früh von den akademischen Konventionen seines Lehrers abwendet. Sanft schwingende Linien umspielen melodiös die Figuren. Schieles Vorliebe für die dekorativ-ornamentale Linie artikuliert sich in den Akten ebenso wie in den Porträts und Ganzfigurendarstellungen.

Selbstfindung
In der Internationalen Kunstschau 1909 in Wien werden Werke Schieles gezeigt. Er kommt mit Josef Hoffmann (1870–1956) und der Wiener Werkstätte in Kontakt. Gemeinsam mit Kollegen gründet er aus Protest gegen die konservative Ausbildung an der Akademie die Neukunstgruppe und bricht im Juli 1909 sein Studium ab. Im Dezember stellt die Gruppe erstmals in Wien aus. Schiele lernt den Kunstschriftsteller Arthur Roessler (1877–1955) und den bedeutenden Sammler Carl Reininghaus kennen. Ende 1909/Anfang 1910 arbeitet er mit Max Oppenheimer (1885–1954) Seite an Seite, lässt den Jugendstil hinter sich, findet zu einem eigenen Stil und betätigt sich auch dichterisch. 1910 entstehen Porträtgemälde, Karten für die Wiener Werkstätte und Entwürfe für das Palais Stoclet in Brüssel. Schiele nimmt an der Internationalen Jagdausstellung in Wien teil. 1910 schafft Schiele expressive Bilder mit wilder Kolorierung als eigenständige Werke auf Papier, die ihm bereits einen Platz in der Kunstgeschichte sichern.

Die Anwesenheit des Abwesenden
Schieles Figuren, auch die Selbstbildnisse, bewegen sich nicht nur in einem von allen Gegenständen und Koordinaten geleerten Raum; Schiele zeichnet sie – und sich selbst – auch ohne jene Gegenstände, von denen nur noch die Hand- und Körperhaltung oder das Sitzmotiv Zeugnis ablegen: In der Körperhaltung und Gestik sind die abwesenden Dinge virtuell gegenwärtig, was den Kompositionen eine merkwürdig irreale Atmosphäre verleiht. Am deutlichsten ist dieses Gestaltungsprinzip bei Schieles Porträt des Cellospielers nachzuvollziehen. Alleine die ungewöhnliche Armhaltung und die gegrätschten Beine verraten die Position des Cellos, das Schiele nicht darstellt.

Egon Schiele und die Kinder
Im Mai 1910 fährt Schiele mit seinem Studienfreund Anton Peschka (1885–1940) und dem Lebenskünstler Erwin Osen (1891–1970) nach Krumau, wo das ungleiche Trio eine Künstlerkolonie gründen will. Noch vor seiner Abreise beginnt Schiele mit einer Reihe von Kinderzeichnungen: Bildnisse ärmlich bekleideter Proletarierkinder ebenso wie erotische Mädchenakte. Die Hauptgruppe entsteht erst in Krumau sowie nach seiner Rückkehr aus Böhmen im Spätsommer in Wien.






  • 22.02.2017 - 18.06.2017
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    Täglich 10.00 bis 18.00 Uhr
    Mittwoch 10.00 bis 21.00 Uhr

     

    Erwachsene 11,90



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