Bei
Leonardo da Vinci kann wohl guten Gewissens von
einem Universal - Genie gesprochen werden. Da Vinci war nicht
nur in allen künstlerischen Gattung, wie z.B. der Skulptur,
der Malerei, der Architektur, zuhause; er beschäftigte
sich auch eingehend mit Forschungen in den Naturwissenschaften,
der Technik, der Medizin und letztlich stand er natürlich
auch der Philosophie nahe.
Leonardo da Vinci lernte in der Werkstatt Verocchios
in Florenz, war anschließend in Mailand für
die Familie des Herzogs Lodovico Sforza tätig und
war schließlich in der Zeit von 1513 - 1516 am
französischen Hof von Franz I. Hofmaler.
Leonardo da Vinci großes Verdienst für die
Malerei liegt in der Malweise des sogenannten "Sfumato"
- begrenzende und abgrenzende Umrisse verschwimmen in
diffusen Lichtdarstellungen. Auch wenn die Renaissance
- Maler diese Kunst Leonardo da Vinci noch nicht vollständig
wertschätzen konnten, so war sein Einfluss auf
die venezianischen Künstler des 16.Jh. unübersehbar.
Auch Leonardo da Vinci beschäftigte sich eingehend
mit dem menschlichen Körper. Starke muskuläre
Konturen waren aber nicht seinem Schönheitsideal
entsprechend. Um Anmut und Geschmeidigkeit auszudrücken,
gelte es den Muskel, auch wenn er sich in Aktion befindet,
möglichst wenig hervorzuheben. Da Leonardo da Vinci
hat seine Sichtweise auch seinen Schülern weiter
gegeben und Darstellung wie sie Michelangelo liebte,
lehnte er ab.
"Mona Lisa", 1503/05, Öl auf
Holz, Musée National du Louvre, Paris
Dieses Bildnis, das wohl zu den berühmtesten Werken
der Kunstgeschichte zählt, war bis zum Tod des
Meisters in seinen Händen. Angeblich hat Leonardo
da Vinci dieses Bild auch auf Reisen mitgenommen.
Das berühmte Lächeln hat da Vinci allerdings
auch anderen Frauengestalten seiner Bilder verliehen.
Dieses Lächeln entsprach dem Schönheitsideal
des italienischen Hoflebens und wird sogar in Büchern
für die Schönheit einer Frau empfohlen.
Für die Kunst selbst war Leonardos Art und Weise
der diffusen Landschaftsdarstellung und sein Umgang
mit Licht- und Lufteffekten wahrscheinlich wesentlich
bedeutungsvoller. Dieser Stil des sogenannten "Sfumato"
war etwas sehr Typisches für Leonardo da Vinci.
"Jungfrau und Kind mit hl. Anna und hl. Johannes",
1495, Kohle auf braunem Karton, National Gallery, London
"Abendmahl", 1495 - 1498, Öltempera
auf Stein, Santa Maria delle Grazie, Mailand
Dieses Werk gilt als Wegbereiter der Hochrenaissance.
Leonardo da Vinci hat die Perspektive meisterhaft zur
Erweiterung des Raumes genützt. Alle Fluchtlinien
treffen sich in der Gestalt Jesu'. Die Jünger links
und rechts neben ihm, sind in Dreier-Gruppen angeordnet.
Auch farblich ist das Bild voll Harmonie. Christus zeigt
sich in den Farb Rot und Blau. Auch die Apostel sind
in diesen Farben gehalten.
Interessant ist, dass da Leonardo da Vinci die Meinung
vertrat, dass der Geist eines Menschen in seiner Bewegung
und seiner Haltung malerisch ausdrücken zu sei;
nicht in seiner Mimik. Daher sind die Emotionen der
Jünger sehr bewegt dargestellt.
"Anbetung der Könige", um 1481,
Öl und Bister auf Holz, Galleria degli Uffizi,
Florenz,
Wieder findest sich das Dreieck als gestaltende Form;
die knienden Könige bilden mit Maria ein Dreieck.
Marias Kopf ist die Spitze des Dreiecks und befindet
sich in der Mitte des quadratisch angelegten Bildes.
Das Bild blieb unvollendet.
"Ginevra de' Benci", um 1474, Öl
auf Holz, National Gallery of Art, Washington
Die porträtierte Dame galt als berühmte Schönheit
ihrer Zeit und da Leonardo da Vinci Gemälde entspricht
einem "fotografischen Naturalismus"; außerdem
scheint er sich sehr eingehend mit dem damaligen Schönheitsideal
auseinander gesetzt zu haben.
"Madonna in der Felsgrotte", um 1485,
Öl auf Holz, auf Leinwand übertragen, Musée
du Louvre, Paris
Das Bildthema entspricht der byzantinischen Tradition,
wonach Christus in einer Grotte geboren wurde.
Die Figuren bilden wieder ein Dreieck, wobei Leonardo
da Vinci jedoch bewusst darauf achtet, dass Asymmetrien
und Raumgestaltung den Eindruck von Geometrie verhindern.
Der Engel weist mit einem anatomisch verlängerten
Arm in Richtung des Kindes. In der späteren Version
des Bildes malt da Vinci diese Gestik nicht mehr.
"Madonna in der Felsgrotte", um 1506,
Öl auf Holz, National Gallery, London
Dieses Gemälde zeigt einerseits die neuen Farbtheorien
von da Leonardo da Vinci, andererseits hat sich auch
in der Bildkomposition selbst etwas verändert:
Der Engel hebt nicht mehr den Arm und die Figuren haben
einen Heiligenschein bekommen.
"Die hl. Anna selbdritt", um 1508,
Öl auf Holz, Musée National du Louvre, Paris
Die Darstellung der Figuren erinnert an Michelangelo.
Die Figuren sind mit sehr unterschiedelichen, teilweise
gegenläufigen Bewegungen mit einander verbunden.