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E.A.T.

Experiments in Art and Technology

E.A.T.

Salzburg, 24. Juli 2015. Das Museum der Moderne Salzburg organisiert die weltweit erste umfassende Rückschau auf die Aktivitäten von Experiments in Art and Technology (E.A.T.), einem einzigartigen Verbund von Ingenieuren, Künstlerinnen und Künstlern, der in den 1960er- und 1970er-Jahren Geschichte geschrieben hat. Künstler wie Robert Rauschenberg (1925–2008) und Robert Whitman (geboren 1935) taten sich mit Billy Klüver (1927–2004), dem visionären Ingenieur der Bell Telephone Laboratories, sowie seinem Kollegen Fred Waldhauer (1927–1993) zu dieser wegweisenden Initiative zusammen, um in einer beispiellosen Zusammenarbeit hochkarätige Kunstwerke zu realisieren. Das Museum der Moderne Salzburg widmet dem bahnbrechenden Zusammenschluss von Kunst und Technik zwei Ausstellungsebenen im Haus am Mönchsberg – gesamt rund 1600 Quadratmeter –, auf denen die wichtigsten Stationen von E.A.T. anhand von rund zweihundert Kunstwerken und Projekten, die von kinetischen Objekten, Installationen und Performances über Filme, Videos und Fotografien bis zu Zeichnungen und Druckgrafiken reichen, vorgestellt werden. „Während kleinere Ausstellungen bisher nur Schlaglichter auf die bekanntesten Ereignisse in der Geschichte von E.A.T. geworfen haben, wird endlich einer eingehenden Betrachtung der Aktivitäten der Gruppe in ihrer gesamten Bandbreite Rechnung getragen und die Vielzahl und Vielfalt der E.A.T.-Projekte erschlossen“, erklärt Sabine Breitwieser, Direktorin am Museum der Moderne Salzburg, die das Projekt konzipiert und geleitet hat.

Vor dem Hintergrund der sich rasant entwickelnden Technologien verfolgte E.A.T. das Ziel, Kunstwerke umzusetzen, in denen die neuesten technischen Möglichkeiten zum Einsatz kamen. Billy Klüver arbeitete bereits in den frühen 1960er-Jahren mit Künstlerinnen und Künstlern wie Jean Tinguely, Andy Warhol, Jasper Johns und Yvonne Rainer zusammen. Ähnlich wie einige der Kunstschaffenden seiner Zeit interessierte er sich für die gesellschaftlichen Folgen neuer technologischer Entwicklungen und war der Überzeugung, dass die Verbindung von Kunst und Wissenschaft auf einer praktischen und materiellen Ebene stattfinden müsse. Die Begegnung zwischen Künstlern und Ingenieuren, so hofften die Mitglieder von E.A.T., würde Kunstwerke hervorbringen, deren Entstehung ohne die Mitwirkung ausgebildeter Techniker mit ihrer besonderen Kompetenz nicht möglich wäre. Diese Werke wiederum sollten die Ingenieure dazu anregen, in neue Richtungen zu denken, und so die zukünftige technologische Entwicklung mitgestalten. In der als E.A.T.-Chronologie aufgebauten Ausstellung werden erstmals in größerem Umfang Kunstwerke und Projekte sowie bislang kaum erschlossenes Material aus Archiven veröffentlicht. Der erste Abschnitt beleuchtet die ersten – oben schon erwähnten – Kollaborationen in den frühen 1960er-Jahren von Ingenieur Billy Klüver mit Künstlerinnen und Künstlern. Highlights in diesem Abschnitt sind Jean Tinguelys Homage to New York (1960), kinetische Arbeiten von Robert Rauschenberg, eine Laser-Installation von Robert Whitman und die Performanceserie 5 New York Evenings (Stockholm, 1964). Andy Warhols berühmte Silver Clouds (1966), die aus dem Wunsch des Künstlers entstanden, eine schwebende Glühbirne zu bauen, werden in einem separaten Raum präsentiert.

Eine eigene Sektion ist 9 Evenings: Theater & Engineering, einem Schlüsselereignis in der Geschichte von E.A.T. gewidmet. Die legendäre Performancereihe fand im th Herbst 1966 im 69 arbeiteten individuell mit Künstlern und Künstlerinnen wie John Cage, Robert Rauschenberg, Robert Whitman, Deborah Hay, Alex Hay, Steve Paxton, David Tudor, Lucinda Childs, Yvonne Rainer und Öyvind Fahlström an der Produktion von zehn Performances zusammen. Es entstand eine Serie von Liveperformances, die bildende Kunst, Klangkunst, Performance und Tanz verbanden und mit neuer Technologie realisiert wurden. Erstmals wurde ein Massenpublikum mit Avantgardekunst konfrontiert, denn die Veranstaltungen zogen Abend für Abend rund 2000 Besucher_innen an. Open Score von Rauschenberg beispielsweise war ein Tennismatch, bei dem jeder Aufprall des Balles auf den Schlägern dafür sorgte, dass eines der Lichter in dem riesigen Saal gelöscht wurde, bis dieser schließlich in völliger Dunkelheit lag. Bandoneon! (a combine) von David Tudor setzte das Gebäude als Musikinstrument ein und nutzte das sechs Sekunden lange Echo in der Armory. 9 Evenings gilt heute als paradigmatischer Höhepunkt in der Geschichte der Avantgarde- und Performancekunst. Zahlreiche Beteiligte sind heute zentrale Figuren in der amerikanischen Kunst der Nachkriegszeit.

Ein Abschnitt der Ausstellung widmet sich der Gründung von E.A.T. als Organisation nach den legendären 9 Evenings. Dokumentiert werden außerdem zwei wegweisende Ausstellungen, die 1968 in New York gezeigt wurden, nachdem E.A.T. dafür einen Wettbewerb für Künstler und Techniker ausgelobt hatte: The Machine as Seen at the End of the Mechanical Age am Museum of Modern Art und Some More Beginnings: Experiments in Art and Technology am Brooklyn Museum.






  • Ernst Leitz
    Eine Notiz im Werkstattbuch belegt: Spätestes im März 1914 – vor genau 100 Jahren also...
  • 25.07.2015 - 01.11.2015
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    Museum der Moderne Salzburg »

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