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Hofmobiliendepot

Maximilian von Mexiko Der Traum vom Herrschen

Hofmobiliendepot

Die kommende Ausstellung im Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien widmet sich mit Maximilian von Mexiko (1832-1867) einem Herrscher, der vor allem durch sein politisches Scheitern Berühmtheit erlangte.

Die kreative Seite des jüngeren Bruders von Kaiser Franz Joseph, seine Leidenschaft für Bücher, Kunst, Reisen, Natur und Architektur ist weniger bekannt.

Die Sonderschau, die mit etwa 550 Exponaten eine der bisher umfassendsten Ausstellungen des Hof­mo­bilien­de­pots ist, folgt der bewegten Biografie des Herr­schers von der Jugend am Wiener Kaiserhof, sei­nem Leben in Triest, der Aufgabe als Oberkomman­dant der k. k. Kriegs­marine, der Zeit als Generalgouver­neur von Lombardo-Venetien, der Heirat mit Char­lotte von Belgien und seinen Reisen bis hin zur Regent­schaft in Mexiko und seinem gewaltsamen Tod.

Für die unkonventionelle Gestaltung der Ausstellung zeichnet Walking-Chair Design­studio verant­wort­lich. Mit überraschenden Mitteln werden die Räume vereinheitlicht, wobei der Farbsym­bolik eine große Rolle zukommt.

Maximilians Weg zur mexikanischen Kaiserkrone – die Hintergründe Frankreich wollte seinen Einflussbereich in Mittelamerika ausbauen. Auf Betreiben Napoleons III. bot eine mexikanische Deputation Maximilian am 3. Oktober 1863 in Schloss Miramar bei Triest die mexikanische Kaiserkrone an. Maximilian forderte eine Volksabstimmung, deren Ergebnis allerdings zugunsten einer Monarchie gefälscht wurde. Maximilian nahm, im guten Glauben daran, dass die Mehrheit der mexikanischen Bevölkerung seine Regentschaft befürwortete, die Kaiserkrone an und reiste im April 1864 mit seiner Gemahlin Charlotte nach Mexiko ab. Auf Druck Kaiser Franz Josephs hatte er zuvor auf seine Thronfolge- und Erbansprüche in Österreich verzichtet.
Der Empfang der größtenteils republikanisch gesinnten Bevölkerung fiel kühl aus. Als Anführer der republikanischen Truppen entwickelte sich Benito Juárez zum gefürchtetsten Gegner der Monarchie. Maximilians Regentschaft im monarchistischen Teil Mexikos blieb erfolglos, Frankreich stellte die zugesagte finanzielle und militärische Unterstützung ein. Im Herbst 1866 traf Maximilian daher Vorbereitungen zur Abdankung und Rückkehr nach Europa, er verwarf diese Pläne jedoch wieder und bestritt weiter einen aussichtslosen Kampf.

Im Mai 1867 wurde er in Querétaro von den Republikanern gefangen genommen und am 19. Juni desselben Jahres hingerichtet. Er war 34 Jahre alt. Erst ein halbes Jahr später wurde seine Leiche freigegeben und Maximilian im Jänner 1868 in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt.

Zur Ausstellung
Die Ausstellung umfasst zwei große Bereiche. Im Obergeschoss geht es um Maximilian als Bauher- ren und leidenschaftlichen Sammler. Vor dem Hintergrund der familiären Herkunft, Erziehung und Heirat zeigt die Ausstellung seine Bauten in Wien, Triest und Lacroma. Durch seine Sammellust entstanden in wenigen Jahren eine Autografensammlung, eine umfangreiche Naturaliensammlung sowie ethnologische und ägyptische Sammlungen, aus denen zahlreiche Beispiele zu sehen sind.

Bereits im Kindesalter hatte Maximilian Interesse für die Baukunst sowie die Liebe zur Natur, zum Meer und zur Seefahrt entwickelt. Im Alter von 17 Jahren ließ er sich in unmittelbarer Nähe zum Schlosspark Schönbrunn ein Blockhaus, die sogenannte Villa Maxing, errichten. Neben dem Umbau der Villa Lazarovich in Triest und dem begonnenen Ausbau eines ehemaligen Benediktinerklosters auf der dalmatinischen Insel Lacroma widmete sich Maximilian vor allem dem Bau seines Schlosses Miramar in Triest, das als sein Hauptwerk gilt. Er ließ es mit großem Aufwand auf einer Felsspitze nahe Triest errichten, dessen Fertigstellung 1871 er jedoch nicht mehr erlebte.

In der Vorarbeit zur Schau wurden von den beiden Kuratorinnen, Dr. Ilsebill Barta und Dr. Marlene Ott-Wodni, die Einrichtungen der Schlösser erforscht. Von den rund 500 Objekten aus Schloss Miramar und der Villa Lazarovich, die in der Bundesmobilienverwaltung ausfindig gemacht und seinen Wohnräumen zugeordnet werden konnten, sind etwa 200 Objekte wie Möbel, Schmuck- kästchen, Waffen, Reisesouvenirs, kunstgewerbliche Antiquitäten, etc. in der Ausstellung zu sehen. Zahlreiche Möbel wurden im Vorfeld der Ausstellung von den Werkstätten der Bundesmobilien- verwaltung aufwändig restauriert.

Im Erdgeschoss werden Maximilians Marinetätigkeit, seine ausgedehnten Reisen bis nach Brasilien und die politische Irrfahrt nach Mexiko thematisiert. In seiner kurzen Zeit als Kaiser von Mexiko beschäftigte er sich neben den Regierungsgeschäften mit der mexikanischen Hofhaltung sowie mit Bauprojekten zu den mexikanischen Residenzen.

Die Präsentation der Raumensembles wird ergänzt durch unbekannte Erinnerungsstücke, Dokumen- te, Kunstwerke, Pläne und Fotografien. Zu sehen sind aus seiner Zeit als Kaiser von Mexiko überdies sein Poncho, sein mexikanischer Sattel, sein Sombrero oder das kaiserlich-mexikanische Geschirr- service. Den Abschluss der Ausstellung bildet eine Installation zur Erschießung Maximilians, in deren Zentrum der eindrucksvolle Transportsarg aus der ständigen Sammlung des Hofmobiliendepots steht.

Gleichsam als Nachwort wird das weitere Schicksal seiner Frau Charlotte von Belgien behandelt. Sie überlebte ihren Gatten um 60 Jahre und starb psychisch beeinträchtigt 1927 auf Schloss Bouchout in ihrer belgischen Heimat.

Kuratierung Ilsebill Barta, Marlene Ott-Wodni

Ausstellungsdesign Walking-Chair Designstudio Presseführung Di, 5. 3. 2012, 10.00 Uhr

Tickets € 7,90 / € 6,50 / € 5,50 – ab 1. 4. 2013 € 8,50 / € 7,50 / € 6,00 Vorort an der Kassa oder Online www.imperial-austria.at








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  • Erzherzog Ferdinand Maximilian in der Uniform der k.k. Kriegsmarine, 2. Hälfte 19. Jh. © Heeresgeschichtliches Museum, Foto: Alexander Eugen Koller, Artwork: Hannes Eder
    Erzherzog Ferdinand Maximilian in der Uniform der k.k. Kriegsmarine, 2. Hälfte 19. Jh. © Heeresgeschichtliches Museum, Foto: Alexander Eugen Koller, Artwork: Hannes Eder
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
  • Joseph Stieler: Erzherzog Ferdinand Max am Tegernsee 1838, gemalt 1841 (Detail)  © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Joseph Stieler: Erzherzog Ferdinand Max am Tegernsee 1838, gemalt 1841 (Detail) © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
  • Kästchen mit antiquarischen Elfenbeinfiguren aus der Bibliothek in Schloss Miramar, Pasticcio, 18. Jh. © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Kästchen mit antiquarischen Elfenbeinfiguren aus der Bibliothek in Schloss Miramar, Pasticcio, 18. Jh. © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
  • Armlehnstuhl aus dem Thronsaal in Schloss Miramar, 1. H. 18. Jh. © Bundesmobilienverwaltung/Tina King
    Armlehnstuhl aus dem Thronsaal in Schloss Miramar, 1. H. 18. Jh. © Bundesmobilienverwaltung/Tina King
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
  • Schloss und Park in Miramar, 1860er Jahre © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Schloss und Park in Miramar, 1860er Jahre © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
  • Sombrero aus dem Besitz Kaiser Maximilians von Mexiko, Pellotier y Honnorat, Mexico, 1860er Jahre © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Sombrero aus dem Besitz Kaiser Maximilians von Mexiko, Pellotier y Honnorat, Mexico, 1860er Jahre © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
  • Sarg, in dem die Leiche Maximilians von Mexiko nach Österreich transportiert wurde, Kupfer, Holz, Brokat, um 1867 © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Sarg, in dem die Leiche Maximilians von Mexiko nach Österreich transportiert wurde, Kupfer, Holz, Brokat, um 1867 © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
  • Schloss und Park in Miramar, 1860er Jahre © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Schloss und Park in Miramar, 1860er Jahre © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
  • Straußenei aus dem Corridor in der Villa Lazarovich, 2. Hälfte 19. Jahrhundert © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Straußenei aus dem Corridor in der Villa Lazarovich, 2. Hälfte 19. Jahrhundert © Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack
    Hofmobiliendepot. Möbel Museum
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