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AUF GOLDENEM G

AUF GOLDENEM GRUND.

AUF GOLDENEM G

AUF GOLDENEM GRUND. ITALIENISCHE MALEREI ZWISCHEN GOTISCHER
TRADITION UND DEM AUFBRUCH ZUR RENAISSANCE

„Goldgrundbilder", wie sie im kunsthistorischen Kontext kurz genannt werden, spielten in den Fürstlichen Sammlungen von Anfang an eine Rolle. Nun werden diese Werke der frühen italienischen Malerei mit einer eigenen Sonderschau entsprechend gewürdigt.

Francesco Traini (Pisa, dokumentiert zwischen 1321 und 1345) Madonna mit Kind, um 1325

Etwa 50 Kunstwerke der Zeit zwischen 1325 und 1520, darunter Gemälde von Bernardo Daddi, Lorenzo Monaco, Giovanni di Paolo, Sassetta, Bartolomeo Vivarini und Liberale da Verona, veranschaulichen die Entwicklung der italienischen Malerei der Gotik und Frührenaissance und die Themenvielfalt dieser Epochen. Die Auswahl und Zusammenstellung der Werke deckt praktisch alle wesentlichen italienischen Kunstlandschaften jener Zeit ab - von Oberitalien bis zu Neapel im Süden, das noch unter starkem französischem Einfluss gestanden ist -, erhebt jedoch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Einen besonderen Kernbestand der Ausstellung bilden Gemälde aus der Toskana mit einem
Schwerpunkt auf Siena und Florenz.

Der inhaltliche Bogen spannt sich von mehrteiligen kleinen Flügelaltären, die noch in ihrem ursprünglichen Aufbau erhalten sind, sowie Varianten des Bildtypus' der thronenden Gottesmutter mit Kind, die sich im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts herausgebildet haben, über kleinteilige Heiligentäfelchen, die einst im Verband grösserer Altäre standen, bis hin zu seltenen Profanthemen, wie etwa der Wiedergabe von drei Episoden aus einem Tristanzyklus. Der thematische Schwerpunkt liegt jedoch auf der religiösen Malerei.

Das LIECHTENSTEIN MUSEUM und der Kunsthandel gehen im Rahmen dieser Sonderausstellung gemeinsame Wege. Bereits im Dezember des Vorjahres hatte die Ankündigung des Museums, seine Öffnungszeiten durch Sponsoringbeiträge aus dem Kunsthandel zu erweitern, für Überraschung gesorgt. Nun setzt diese Partnerschaft mit der ELITE GROUP of Fine Art Dealers, einem Zusammenschluss von Vertretern des internationalen Kunsthandels, neue interessante Akzente: Ergänzt um bedeutende Werke aus den Fürstlichen Sammlungen sowie ausgewählte Leihgaben, stammen etwa zwei Drittel der Objekte der Sonderausstellung AUF GOLDENEM GRUND aus dem Bestand eines der Mitglieder der ELITE GROUP, der Galerie G. Sarti. Ein Querschnitt von kostbaren Täfelchen, die entweder noch im Besitz der Galerie sind oder in jüngster Vergangenheit von dieser verkauft wurden, erschliesst dem Ausstellungsbesucher das Spannungsfeld der Zeit zwischen der traditionellen Goldgrundmalerei und der atmosphärischen, tiefenräumlichen Malweise, die den Aufbruch zur Renaissance begleitete.

Niccolò di Tommaso (dokumentiert in Florenz, Neapel und Pistoia, 2. Hälfte 14. Jahrhundert) Thronende Madonna mit Kind und Engeln, zwölf Heiligen und einer Pietà, um 1370/80

FRÜHE ITALIENISCHE TAFELMALEREI IN DEN FÜRSTLICHEN SAMMLUNGEN UND AUS DEM BLICKWINKEL DES
KUNSTMARKTS

Die Galerie G. Sarti mit der vornehmen Adresse Rue du Faubourg Saint-Honoré 25 in Paris ist für ihre Spezialisierung auf italienische Malerei der Gotik und Frührenaissance bekannt. In den letzten Jahren konnte die Galerie weltweit viele Werke aus dieser Zeit bei Privatsammlern sowie in grossen Museen unterbringen. So kam beispielsweise ein Gemälde von Mariotto Albertinelli (1474-1515) mit der Anbetung des Kindes in den Besitz des Musée des Beaux-Arts in Montreal, eine Kreuzigung von Francesco di Vannuccio (dokumentiert 1356-1389) wechselte in den Louvre, und ein Gemälde von Lorenzo Veneziano (dokumentiert 1356-1372) ist heute im Musée des Beaux-Arts in Tours zu bewundern.

Seit etwa zwei Jahrzehnten nimmt die Galerie G. Sarti auf dem Gebiet der frühen italienischen Malerei eine Vorreiterrolle ein und hat sich damit auf dem international heiss umkämpften Kunstmarkt eine aussergewöhnliche Nische geschaffen. Sowohl der potentielle Kundenstock als auch der Markt für derartige Objekte ist jedoch relativ klein. Nur wenige Tafeln kommen in gutem Zustand und ohne einschneidende Restaurierungen in den Handel, die Zahl der erhaltenen Gemälde dieser Zeit ist im Allgemeinen sehr gering. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Seltenheit und Fragilität zählen diese Werke zu den kostbarsten musealen Beständen von Kunstsammlungen und Museen, die aus diesen Gründen auch nur elten auf Reisen geschickt werden.
Nicht nur Museen haben verstärktes Interesse an den raren Zeugnissen dieser Epoche, die Käuferschicht dieser Gemälde setzt sich zu etwa zwei Drittel aus Privatsammlern zusammen. Einige Tafeln aus dem ehemaligen Besitz der Galerie, die sich heute in privater Hand befinden, werden in der Sonderausstellung AUF GOLDENEM GRUND ebenfalls gezeigt.

Die frühe italienische Malerei ist in Wien nur mit wenigen Werken präsent. Umso erfreulicher ist es, dem Publikum eine derartige Ausstellung im Kontext mit Beispielen aus den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein präsentieren zu können. Ein Teil dieses ansehnlichen Bestandes an Gemälden der italienischen Gotik und Frührenaissance wird üblicherweise in Saal 4 der Dauerausstellung des LIECHTENSTEIN MUSEUM gezeigt, nun sind diese Werke im Rahmen der Sonderschau zu sehen.


Ausstellung






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    Palais Liechtenstein
  • Niccolò di Tommaso (dokumentiert in Florenz, Neapel und Pistoia, 2. Hälfte 14.
Jahrhundert) Thronende Madonna mit Kind und Engeln, zwölf Heiligen und einer Pietà, um 1370/80
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