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Rembrandt. Radierungen

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Von wem Rembrandt die Technik der Radierung erlernte, ist nicht überliefert. Sein Lehrer Pieter Lastman hat ein paar wenige Drucke geschaffen. Die ersten Radierungen Rembrandts werden in das Jahr 1626 datiert. Von Anfang an prägt er einen sehr eigenen, unverkennbaren Stil. Rembrandts Œuvre setzt sich aus Gemälden, Zeichnungen und Druckgraphiken zusammen. Wenn es auch in wenigen Fällen Querverweise gibt, so stehen gerade bei Rembrandt alle drei Kategorien autonom nebeneinander. Das heißt, dass die Zeichnung kaum als Vorbereitung für ein Gemälde diente und die Drucke bis auf wenige Ausnahmen keine Reproduktionen seiner Gemälde waren. Seinem Wesen nach war er vorwiegend Maler. Dies drückt sich auch in zahlreichen Graphiken aus, die trotz des linearen Systems äußerst malerisch wirken. Er brach mit der Tradition des streng linearen Kupferstichs, indem er als erster die Radierung in all ihrer Leichtigkeit und zeichnerisch-malerischen Möglichkeit ausschöpfte. Der Vorteil der Graphik gegenüber dem Gemälde ist einerseits ihr kleines Format, das einfacher transportiert werden kann, und andererseits die Vervielfältigung, die eine Erhöhung des Bekanntheitsgrades erleichtert. So verhalf ihm das Medium der Druckgraphik Zeit seines Lebens zu einer europaweiten Anerkennung.

Rembrandt setzte sich wie kaum ein anderer Künstler zuvor – einzige Ausnahme in der Experimentierfreude vor ihm war Hercules Seghers (1589/90-1638) – intensiv mit dieser Technik auseinander. Am Ende der 1630er-Jahre verwendete er verstärkt die sog. Kaltnadel, ein Tiefdruckverfahren ebenso wie die Radierung. Anfangs waren es nur wenige Striche, die er akzentuiert einsetzte, um einzelne Partien samtigweich erscheinen zu lassen. Später stellte er sogar vollständig in der Kaltnadel ausgeführte Arbeiten her, die durch die prägnante Technik einen kontrastreichen, malerischen Helldunkel-Effekt erreichen. Den Grabstichel, das traditionelle Werkzeug für den Kupferstich, setzte er ebenso gezielt, jedoch eher selten – vorwiegend für Schattierungen – ein. Rembrandt führte sowohl die Radierung als auch die Kaltnadel bis zur Vollkommenheit. Beide Verfahren stellten das ideale druckgraphische Medium für den Künstler dar. Seine graphischen Arbeiten sind nicht bloß Skizze, Studie oder Reproduktion, sondern eine durch außergewöhnliche Ausdruckskraft und künstlerischen Geist charakterisierte Bildkunst. Für ihn war die Kupferplatte wie ein Blatt Papier, auf das er seine Zeichnung warf. Mit den lockeren, einerseits dicht gesetzten Linien, andererseits aber schnell gezogenen Konturen erreichte er die für ihn so typisch malerischen Effekte in Hell-Dunkel-Kontrasten.

Der Qualität seiner Drucke kam sicher zugute, dass er auch den Druckvorgang selbst abwickelte. Viele Künstler gaben bzw. geben ihre fertigen Platten einem professionellen Drucker, der eine vereinbarte Auflage erarbeitet. Rembrandt besaß eine eigene Druckerpresse und konnte so jeden einzelnen Druck durch das unterschiedliche Einfärben der Platten beeinflussen. Daher können von ein und derselben Platte durchaus verschiedene Druckergebnisse erzielt werden.

Ebenso experimentierfreudig wie bei der Technik war er auch beim Papier. Er ist einer der Ersten, die verschiedenste Papiere ausprobierten und dadurch wiederum unterschiedliche Ergebnisse von derselben Platte erzielten.








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