Löwen Paar Logo mitte: Alte Kunst u. Antiquitäten Informationen Sitemap (Inhalt der Seite)

Thu, 02. September 2010                                

 



Am Anfang war ........das Altertum

Grundsätzlich sollte man bedenken, dass für Möbel nicht dieselben Epochengrenzen gelten wie für die Architektur oder die freie Kunst. Es dauerte immer eine Weile länger bis neue Stile auch in der Möbelherstellung ihren Niederschlag fanden.

Woher stammt eigentlich das Wissen um wirklich frühe Möbel? Viele Informationen konnte man Grabreliefen entnehmen, aber auch handgeschriebene Evangelien und Messbücher waren mit ihren ausschmückenden Bildern wertvolle Quellen. Manchmal waren es sogar Szenen in Kirchenfenstern, die Auskunft geben konnten über die Art zu leben und zu wohnen.

Aus all diesen Quellen weiß man, dass das Drechseln eine sehr frühe Form der Holzbearbeitung war. Bereits Griechen und Römer kannten diese Technik. Die Hölzer wurden auf einer Scheibe befestigt, die mit den Füßen gedreht wurde. Mit Hilfe eines geschliffenen Eisens wurden Späne gehobelt, sodass runde Stäbe entstanden. Da die Stäbe unterschiedlich dick gedrechselt wurden, ergaben sich kunstvolle Gestaltungsmöglichkeiten.
In den Klöstern wurden diese antiken Handwerkskünste nicht nur angewandt, die Klöster waren auch wichtige „Überlieferer“ dieser Technik. Die Menschen im Mittelalter lernten so das Drechseln kennen.
Unter dem Kölner Dom wurden in einem Grab aus dem 6. Jh. n. Chr. Holzteile gefunden, die darauf schließen lassen, dass gedrechselte Stäbe  die Rahmen von Betten und Stühlen bildeten.
Hatten Möbel eine besondere Bedeutung, weil sie einer besonders verehrungswürdigen Person zugeordnet wurden oder weil sie von sakraler Bedeutung waren, dann wurden sie besonders gut aufbewahrt und konnten schließlich als Zeugen einer längst vergangenen Zeit dienen.

So gibt es eine Reihe von sogenannten „Zeremonialstühlen“, die heute wertvolle Museumsstücke darstellen. Eine Form solcher Stühle ist der „Faltstuhl“. Diese Stühle gab es in ganz einfachen Ausfertigungen, wenn sie den Handwerkern dienten, aber auch in sehr prunkvollen Ausführungen für kaiserliche oder königliche Throne. Die Konstruktion der Faltstühle war schon in vorrömischer Zeit bekannt: zwei Scherenhölzer waren mit Stegen verbunden, als Sitzfläche wurde ein Stück Leder oder Stoff eingespannt.
Die Stützen waren meist aus Holz, bei Thronstühlen jedoch sehr kunstvoll gestaltet. So zeigt ein Faltstuhl aus einem Benediktinerinnenstift in Salzburg aus dem 12. oder 13. Jh. rote Scherenhölzer mit einer Einlagearbeit aus geschnitztem Bein. Als Zeichen der Macht waren die Scherenhölzer mit Löwenköpfen bzw. am unteren Ende mit Löwentatzen verziert.
Die Stützen waren manchmal auch aus Bronze gegossen, in seltenen Fällen sogar aus vergoldeter Bronze.

Der Faltstuhl als Grundlage für „Würdesitze“ hielt sich bis in die Renaissance. Die Form wurde jedoch mit Armstützen und Lehnen erweitert.

Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass man am Anfang der Möbelherstellung nur an der  Zweckdienlichkeit des Möbelstückes interessiert war. Erst als die elementaren Techniken entwickelt waren, wurden kunstvolle Gestaltungen bedeutsam. Die elementaren Glieder eines Möbelstückes bestanden aus senkrechten Teilen (Stützen, Beinen und Wangen), aus horizontal lastenden Teilen (Platten, Rahmen) und aus neutralen, verbindenden Teilen (Füllungen und Rahmen).
Die künstlerische Ausformung spiegelte sich in vielen Varianten: Verdoppelung, Durchbrechung, Schweifung waren Möglichkeiten, einzelne Bestandteile kunstvoll zu gestalten. Malerei, Schnitzarbeiten, Intarsien und Metallbeschläge standen für die dekorative Kunst zur Verfügung.

Neben den epochalen Entwicklungen, die Aussehen und Form des Möbels maßgeblich mitbestimmten, gab es auch geografische Unterschiede in der Gestaltung des Möbels. Technische Möglichkeiten und Geschmack des Auftraggebers hatten ebenfalls Einfluss auf das herzustellende Möbelstück.
„Seine Form war einfach oder kompliziert, elegant und raffiniert oder anspruchslos und einfach, vornehm und kokett, intim und gemütlich, exklusiv und luxuriös, zivil, höfisch, bürgerlich und volkstümlich.“ (Das große Bilderlexikon..., S. 19)

  • Mesopotamien heißt das Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, von denen die Bibel erzählt, sie würden im Paradies entspringen.
    Mesopotamien heißt das Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, von denen die Bibel erzählt, sie würden im Paradies entspringen.

    Drehbank wurde schon von den Römer und den Griechen verwendet. einfügen

Altertuemliches.at on Twitter

Facebook Altertuemliches.at




  • Amazon Buchtipp

    Bestellen Sie versandkostenfrei (auch englische Bücher) beim Online Buchversand amazon.de.
    Kästchen, Truhe, Tische - Möbelteile aus Augusta Raurica
    Emilie Riha, Römermuseum Augst, (2001-03)
    mehr zu diesem Artikel »
    Möbel in Ton: Untersuchungen zur archäologischen und religionsgeschichtlichen Bedeutung der Terrakottamodelle von Tischen, Stühlen und Betten aus dem Alten Orient
    Nadja Cholidis, Ugarit, (1992)
    mehr zu diesem Artikel »
    Schwab, Gustav: Sagen des klassischen Altertums mit 142 Zeichnungen von John Flaxmann.
    Gustav Schwab, Selbstverlag, (1986-01-01)
    mehr zu diesem Artikel »




Interessante Links, die einen Backlink auf www.altertuemliches.at setzen werden hier angeführt:
www.antik-hense.de; www.oldfashion.ch; www.indekorantik.ch; www.antikbayreuth.de; www.artiko.at

Mit der Google-Volltextsuche können Sie ALTErtuemliches.at nach beliebigen Suchbegriffen durchsuchen.
 

Kontakt ¦ Impressum ¦ Sitemap ¦ Link eintragen ¦ Zum Seitenanfang Zum Seitenanfang

Buchen Sie bis 25. Sebtember 2010 eine Werbefläche und sparen Sie 10% der Werbekosten!

 
Zu diesem Thema "Möbel Altertum, Geschichte" haben wir folgende Bücher verwendet: Das große Bilderlexikon der Antiquitäten 1968 Prag, Bestell-Nr. 195/06517/2/04/02/05/52 u. Schnellkurs Möbel, Edla Colsman, ISBN 3-8321-7622-5, DuMontLiteraturundKunst Autor: Andreas Färber