KROATIEN Wiege
KROATIEN Wiege europäischer Kultur

19.03.2010 - 12.06.2010
KROATIEN Wiege

Das Dommuseum präsentiert in Zusammenarbeit mit der Galerie Klovićevi dvori in Zagreb in der Ausstellung „Kroatien – Wiege europäischer Kultur“ rund 50 Kunstschätze aus der Frühzeit der kroatischen Kunst von 800–1300. Für diese Ausstellung sind Meisterwerke der Malerei – Ikonen und Handschriften –, der Bildhauerei und der angewandten Kunst – vorwiegend Goldschmiede- und Elfenbeinarbeiten aus dem profanen und sakralen Bereich – ausgewählt worden. Sie stellen einen wesentlichen Teil des Beitrags Kroatiens zum europäischen Kulturerbe dar. Die Exponate, deren Künstler, Werkstätten und Auftraggeber weisen auf die Bedeutung hin, die Kroatien an den kulturellen und künstlerischen Entwicklungsprozessen des europäischen Mittelalters hatte.

Diese Entwicklung verlief zeitgleich und im Einklang mit dem Geschehen in anderen Kulturzentren des Mittelmeerraums und lieferte noch Jahrhunderte später Anregungspunkte für künstlerische Höchstleistungen. Die ausgestellten Werke, die aus einer Vielzahl von Museen, Bibliotheken, kirchlichen und klösterlichen Sammlungen in ganz Kroatien zusammengetragen wurden, ermöglichen einen einmaligen und umfassenden Einblick in die Frühzeit der kroatischen Kunst.

Die Ausstellung wird am 18. März 2010 um 19 Uhr im Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien feierlich eröffnet. Festredner sind unter anderem die österreichische Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied, der Kulturminister der Republik Kroatien Mag. Božo Biškupić, der Bürgermeister der Stadt Zagreb Milan Bandić, sowie der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz Msgr. Mag. Dr. Ägidius J. Zsifkovics. Zahlreiche weitere Ehrengäste werden erwartet.

ÜBER DIE AUSSTELLUNG

Heute wie damals, als sich im Gebiet des heutigen Kroatien im 9. Jahrhundert erstmals ein eigener Staat entwickelte, war Kroatien ein untrennbarer Teil Europas.

Davon zeugt sein kunstgeschichtliches Erbe, das die kulturelle Identität des kroatischen Volkes und seine europäische Zugehörigkeit im Laufe vieler Jahrhunderte bestätigt. In den Anfängen der kroatischen Staatsgeschichte stand das künstlerische Schaffen vornehmlich im Dienste der Kirche, diente jedoch auch der weltlichen Macht. So wurde beispielsweise die Inschrift „dux croatorum“ vielerorts an Altarschranken oder Ziborien angebracht und wies somit auf Ereignisse hin, die den Lauf der Geschichte prägten. Selbst in dieser Zeit spiegelten die Kunstwerke nicht nur den Wandel der im europäischen Raum vorherrschenden Kunststile wider, sondern zeigten auch eine eigenständige Kunstproduktion, die zu den Höhepunkten des damaligen künstlerischen Schaffens in Europa zählte.

Die Ausstellung „Kroatien – Wiege europäischer Kultur“ zeigt, wie die europäische Kunst im künstlerischen Schaffen Kroatiens ihren Niederschlag fand. Damals wie heute waren die künstlerischen Leistungen Europas und Kroatiens eng miteinander verflochten. Die ersten fünf Jahrhunderte in der kroatischen Kunst (800–1300) belegen nicht nur den gleichberechtigten Status der kroatischen Kunst im europäischen Vergleich, sondern zeugen auch von den internationalen Kunstströmungen in diesem Mittelmeerland, das infolge seiner geografischen Lage am Schnittpunkt unterschiedlicher Einflüsse und politischer Interessen lag und immer wieder Schauplatz von Kriegen und Konflikten war. Obwohl im Unterschied zu anderen Teilen Europas die Voraussetzungen für künstlerische Tätigkeit alles andere als ideal waren, gelang es dennoch Kunstwerke von höchster Qualität zu schaffen, die aus der kroatischen Kultur nicht wegzudenken sind und einen wertvollen Beitrag zur europäischen Kunst geleistet haben.

Aus dem Zeitraum vom 9. bis zum 13. Jahrhundert stammt eine ganze Reihe von prachtvollen und kostbaren Werken, wozu besonders Reliquienbehälter – vom karolingischen Reliquiar eines unbekannten Heiligen (8./9. Jahrhundert) aus der Schatzkammer der Pfarrkirche des Hl. Anselm in Nin und Reliquiare einer Goldschmiedewerkstatt aus Zadar (11. bis 12. Jahrhundert) – zählen.

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Zum Veranstalter: Dommuseum Wien
 
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  • Bilder: Karolingische Handwerkskunst, Zeremonielle Sporen und Gürtelgarnitur eines Buben, 9. Jahrhundert, Bronze, versilbert, ziseliert.
Goldschmiedewerkstatt in Zadar, Reliquiar des Hl. Arontius, 2. Hälfte 11. Jahrhundert, Holz, Silber, geprägt, vergoldet. Buchmaler, venezianisch beeinflusst, wohl in Zadar tätig, Antiphonar »F« (von Ostern bis zum Samstag vor dem fünften Sonntag im November), Ende 13. Jahrhundert Pergament, Tempera, Vergoldung.
© Galerie Klovićevi dvori, Zagreb
    Bilder: Karolingische Handwerkskunst, Zeremonielle Sporen und Gürtelgarnitur eines Buben, 9. Jahrhundert, Bronze, versilbert, ziseliert. Goldschmiedewerkstatt in Zadar, Reliquiar des Hl. Arontius, 2. Hälfte 11. Jahrhundert, Holz, Silber, geprägt, vergoldet. Buchmaler, venezianisch beeinflusst, wohl in Zadar tätig, Antiphonar »F« (von Ostern bis zum Samstag vor dem fünften Sonntag im November), Ende 13. Jahrhundert Pergament, Tempera, Vergoldung. © Galerie Klovićevi dvori, Zagreb
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