MESSE FÜR KUNST UND ANTIQUITÄTEN
Dort, wo einst die geistlichen und weltlichen Herrscher Salzburgs residierten, wo Wolfgang Amadeus Mozart seine Werke aufführte, präsentieren 43 Kunsthändler und Galeristen ihr breit gefächertes Angebot. In den Prunkräumen der Fürsterzbischöflichen Residenz, mitten in der Salzburger Altstadt, findet zeitgleich mit den Osterfestspielen die RESIDENZ MESSE FÜR KUNST UND ANTIQUITÄTEN statt. Vom 15. bis 24. März wird ein breit gefächertes Angebot aus nahezu allen Sparten der Kunst zu sehen sein: Gemälde und Skulpturen, Möbel, Glas, Porzellan, Keramik und hochkarätiger Schmuck locken ebenso wie Uhren, Ikonen, Volkskunst, Teppiche, wissenschaftliche Objekte, Kunst der Antike und - heuer neu - kolumbianische Kunst- und Kultgegenstände.

Das Angebot an MOBILIAR reicht von 1600 bis zum Art Déco. Ein Schwerpunkt der Messe zeigt Möbel aus Frankreich, hergestellt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von berühmten Ebenisten. Die wenigen Kunsttischler, die das Verfahren, mit Ebenholz zu furnieren, beherrschten, durften ihre Arbeiten mit eigenen Stempeln kennzeichnen. Eine Louis-XV-Kommode, auf allen Seiten mit Blumenmarketerie und einer Marmorplatte Bréche d'Alepe, Frankreich um 1750, wird Roger Vandercruse dit La Croix zugeschrieben. Eine Louis-Seize-Demi-Lune Konsole ist mit „C.L.Coste" gestempelt und stammt aus Paris um 1785. (Kunsthaus Wiesinger) Datiert Paris 1760: ein Louis-Quinze Bureau plat, Schlagstempel Laurent Rochette mit Königsholz-Furnier, originaler Lederplatte und feuervergoldeten Bronzebeschlägen. (Christian Eduard Franke) Als Besonderheit gilt ein Sekretär aus Mahagoni mit Bronzebeschlägen aus dem Besitz Erzherzog Karls, dem Sieger über Napoleon in der Schlacht bei Aspern. Die Geschichte dieses Möbelstückes, das in der Sommerresidenz Karls, der Weilburg in Baden stand, ist vielfach dokumentiert. (D & S Antiques)
Der Österreichische Jugendstil präsentiert sich mit einer Josef Hoffmann-Vitrine, die im Empfangsraum der Wiener Werkstätte im „Österreichischen Haus" auf der Werkbundausstellung Köln 1914 zu sehen war. (Galerie bei der Albertina. Zetter) Ein Beistelltisch, entworfen von Marcel Kammerer, von den Gebrüdern Thonet in Wien produziert, wurde 1906 auf der „Österreichischen Ausstellung" in London gezeigt. (Patrick Kovacs)
Ein komplettes Speisezimmer aus massiver, schwarz gebeizter Eiche, mit facettierten Glas- und Perlmutteinlagen entstand 1910 in Wien in der Kunsttischlerei A. Koszter. Als Gustostückerl gilt der so genannte „Knieschwimmer"-Fauteuil, den Adolf Loos ab 1906 verwendete. (Kunsthandel Mag. Ilko)
Von Portois & Fix ein Herrenzimmer - aus Palisander gefertigt und mit Intarsien verziert - vermittelt die Wohnkultur in Wien um 1900. (Patrick Kovacs)
Das Angebot an Tischen ist vielfältig wie selten und reicht vom aufklappbaren Bibliothekstisch für grosse Volianten aus dem 16. Jahrhundert, über einen vier Meter langen Nussholz-Refektoriumstisch von 1754, einen Montafonertisch mit Schieferplatten aus dem 18. Jahrhundert, einen Biedermeier-Bibliotheks- und einen Nähtisch bis zu Jugendstil- und Art Deco-Beistelltischen.
Unter den wertvollen GLÄSERN aus fünf Jahrhunderten prunkt eine Flasche aus Sachsen mit Wappen, datiert 1774 und eine Karaffe, die mit chinesischen Zauberern bemalt ist. Sie wurde zwischen 1835 und 40 von Friedrich Egermann in Böhmen hergestellt. (Kovacek Spiegelgasse Glas)
Zum ersten Mal werden GEFÄSSE AUS HERRENGRUND ausgestellt, deren Herstellung früher als Zauberei galt. Dabei war die wundersame Verwandlung von Eisen in Kupfer ein einfacher elektrochemischer Vorgang: in Herrengrund, die kleine Bergstadt liegt in der heutigen Slowakei, legte man Eisenplatten in die durch Sickerwasser des Berges gebildete Kupfervitriollösung. Durch den Ionenaustausch setzte sich Kupfer an den Eisenplatten fest, das dann abgeschabt wurde. Die daraus hergestellten Dosen sind meist mit eingravierten Sprüchen versehen, die auf die Herstellung Bezug nehmen: „Eysen wahr ich, Kupfer bin ich", „Aus Eisen Kupfer wird gemacht, zu herrengrund sehr tiff in schacht", „mit Gold bin ich verzieret fein Drum grosse Herrn mir günstig seyn", denn sehr oft waren die Schmuckdosen vergoldet. ( Kovacek Spiegelgasse)
Faszinierend auch dieses Jahr: Zeitmesser aus der Hochblüte der Wiener UHRMACHERKUNST. Unter den Meisterstücken, entstanden zwischen 1750 und 1850, eine Wanduhr, datiert 1842, signiert „Philipp Happacher in Wien". Mit ihrem glasgekapselten Präzisionswerk mit Grahamgang hat sie eine Gangdauer von einem Monat! Eine 58 cm hohe Josefinische Kartelluhr aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, signiert „Joh. Bentele.a.Salzburg N"424" ist aus Lindenholz geschnitzt und blattvergoldet. Die grössere, 110 cm hohe Josefinische Kartelluhr desselben Meisters hat einen Viertelstundenschlag auf Glocken. Johann Bentele (Pentele, Bendele) aus Salzburg war Grossuhrmacher und fertigte dort die neue Kirchenuhr zu St. Peter. (D & S Antiques)
Ein rares Stück Uhrmacherkunst zeigt eine steirische Eisenuhr aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. (Walter Moskat)
1916 entstand in der Wiener Werkstätte - nach einem Entwurf von Josef Hoffmann - ein Teeservice aus getriebenem und gehämmertem SILBER mit Elfenbeingriffen. Hans Ofner schuf 1911 ein Set mit Teekessel aus versilbertem Weissmetall mit Hammerschlagdekor und Elfenbeinknauf. (Galerie bei der Albertina. Zetter)
Einen weiteren Schwerpunkt bilden Objekte von Tiffany New York und die Kreationen der dänischen Hofjuweliere Jensen, Michelsen und Hengelberg. (Pintar)
Die IKONEN aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammen vorwiegend aus Russland und Griechenland. (Brenske Gallery)
Mit einem Weinmischgefäss aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert und einer ägyptischen Steinschale aus dem 3. Jahrtausend vor Christus ist die ANTIKE ebenso vertreten wie mit einem 85 cm hohen römischen Marmortorso des Apollo aus dem 2.-3. Jahrhundert n.
Christus. (NUMISART)
PRÄKOLUMBIANISCHE KUNST ist zum ersten Mal auf der Salzburger Messe für Kunst und Antiquitäten ausgestellt. Gezeigt werden seltene Objekte in Form von beeindruckenden Grabbeigaben aus Ton und Stein. Unter ihnen eine antropomorphe Steinfigur der Mezcala- Kultur, Mexiko, 900-600 v. Chr. (Gallery Chavin)
Das Angebot an GEMÄLDEN ist qualitativ und quantitativ überzeugend: vom Alten Meister über Biedermeier, Impressionismus, Secessionismus und Expressionismus bis zur Malerei der Zeitgenossen spannt sich der Bogen. Gesuchte Namen von Rudolf von Alt, Robert Russ, Thomas Ender, Tina Blau, Alfons Walde bis zu Oskar Kokoschka. Als Messestars präsentieren sich auch heuer wieder die Werke von Gustav Klimt und Egon Schiele. Deutsche Klassiker der Moderne, unter ihnen Max Liebermann, Gabriele Münter und Leo Putz sind mit ihren Arbeiten vertreten. Die Amerikanische Pop Art leitet zu den Künstlern der Gegenwart über.
Unter den Werken des 19. Jahrhunderts ist Friedrich Gauermann ebenso vertreten wie Franz Xaver Petter und Johann Michael Neder, wie Franz Steinfeld, Johann Matthias Ranftl, Thomas Ender und Ignaz Raffalt. Aus der zweiten Jahrhunderthälfte sind es vor allem Bilder von Theodor von Hörmann, Robert Russ und Tina Blau, von Franz von Defregger und Emil Jakob Schindler.
Besonders selten ist ein Entwurf von Henri de Toulouse-Lautrec für eines seiner bekanntesten Plakate „Jane Avril" sowie ein kleinformatiges Werk von Camille Pissarro.
11 Klimt und 6 Schiele-Arbeiten gehören zum exclusiven Angebot. Ebenso wie Oskar Kokoschka, der dieses Jahr auch in Wien im Mittelpunkt hochkarätiger Ausstellungen steht.
Beeindruckend die grosse Auswahl an Meisterzeichnungen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert Österreichische Künstler wie Paul Troger, Franz Anton Maulbertsch, Rudolf von Alt und Moritz Michael Daffinger.
Als Glanzstück der Messe gilt ein bedeutendes Bild von Gerhard Richter. Auch das Angebot zeitgenössischer österreichischer Künstler ist sehenswert: Arnulf Rainer, Hermann Nitsch, Herbert Brandl, Markus Prachensky und Helmut Ditsch
Gmundner Fayencen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Keramiken von Michael Powolny und Anton Klieber, Hagenauer Objekte, Teppiche aus den verschiedenen Kulturen, beinahe einen Meter grosse Gartenzwerge aus Sandstein aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, ein Stifter Stein aus Adneter Marmor aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert sowie Schmuckkunstwerke berühmter Designer sind ebenfalls in grosser Auswahl auf der Residenz Messe zu finden.
Barbara Nitsche
Sieveringerstr. 177
1190 Wien
Tel: +43 1 440 13 13
Fax: +43 1 440 38 08
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31.03.2012 - 09.04.2012
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