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estaurierte Sänfte

Fein gemacht für FRAUENSACHE

estaurierte Sänfte

Frisch restaurierte Sänfte aus dem 18. Jahrhundert wird ab August ein Glanzstück in der Ausstellung im Berliner Schloss Charlottenburg sein

2015 jährt sich die Übernahme der Herrschaft durch die Hohenzollern-Dynastie in Brandenburg und Berlin zum 600. Mal. Aus diesem Anlass präsentiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) vom 22. August 2015 bis zum 22. November 2015 die Ausstellung "FRAUENSACHE. Wie Brandenburg Preußen wurde" im Theaterbau des Schlosses Charlottenburg. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Frauen der Hohenzollern-Dynastie und ihr Anteil an Politik, Kultur und Gesellschaft während der rund fünfhundertjährigen Hohenzollernherrschaft in Brandenburg-Preußen.

Als kostbares Exponat wird in der Ausstellung die Sänfte zu sehen sein, die für die Hochzeit Friedrich Wilhelms (II.) mit Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel in den 1760er Jahren angefertigt wurde und zum Bestand der in Paretz gezeigten Kutschen, Schlitten und Sänften des 17. und 18. Jahrhunderts aus dem Besitz der SPSG gehört. Für die Präsentation hat die SPSG verschiedene Restaurierungsmaßnahmen an der Sänfte vorgenommen, die jetzt abgeschlossen werden konnten.

Material, Technik und Maße der Sänfte: Holz, geschnitzt, vergoldet; Ölmalerei auf Goldgrund, lackiert; gegossene, feuervergoldete Messingbeschläge; Glasscheiben. Dach und Rückseite: Rindleder, Ziernagelbesatz; gegossene, vergoldete Eckaufsätze. Innenausstattung: roter Samt, Metallborten.

Die um 1760 /1765 vermutlich vom Hofsattler Friedrich Wilhelm Henckel angefertigte Sänfte ist aufgrund schriftlicher Quellen mit dem Namen des damaligen Thronfolgers Friedrich Wilhelm (II.) in Verbindung zu bringen. Nach den Regeln des Hochzeitszeremoniells scheint die Sänfte wohl ursprünglich für dessen spätere Gemahlin Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel bestimmt und anlässlich der Hochzeit 1765 überarbeitet worden zu sein. Bis auf die mit Leder bespannte obere Sänftenrückwand sind die Füllungstafeln vergoldet. Die Seitenpaneele zeigen Blumenmalereien in natürlichen Farben, ein zentrales Rosenbukett in einem Rahmen aus Rankenwerk als Sinnbild der Liebe und Freude. An der Tür und an der unteren Rückwand sind die zum Allianzwappen vereinten Wappentafeln Preußens und Hannover-Braunschweigs aufgebracht. Das Wappen im linken Oval entspricht dem großen königlichen preußischen Wappen in der Festlegung von 1744 bis 1803. Das Wappen im rechten Oval steht für das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel mit dem Wappentier Hannovers, dem Welfenross in Weiß auf schwarzem Grund, im zentralen Mittelfeld.

Sänften spielten im Zeremoniell fürstlicher Hochzeiten eine wichtige Rolle und waren häufig über mehrere Generationen in Gebrauch. In der Ausstellung FRAUENSACHE steht die Sänfte deshalb für das Netzwerk der Dynastien, das die Hohenzollern mit anderen Fürstenhäusern verband. Die Wappen der Brautleute an der Tür symbolisieren die Vereinigung der beiden großen Dynastien der Welfen und der Hohenzollern. Zu dieser Zeit waren die Verbindungen der beiden Häuser besonders eng - Friedrich Wilhelms Mutter war ebenso aus dem Haus Braunschweig wie seine Tante und seine Braut - deren Mutter wiederum eine Hohenzollerin war.

Textilrestauratorische Maßnahmen:
Das Leder der Rückseite war stark geschädigt. Der nur noch geringe Lederfaserzusammenhalt hatte zur Folge, dass das Leder seine Stabilität und Flexibilität verloren hatte. Deshalb führten selbst leichteste mechanische Belastungen zu deutlichen Schäden. Beispiele dafür sind ein mehrteiliger Riss im oberen rechten Bereich der Rückwand, eine während einer früheren Bearbeitungsphase durch ein aufgeklebtes Gewebestück abgedeckte Beschädigung sowie zahlreiche Schürfspuren und lose Narbenschollen.

Bei der restauratorischen Bearbeitung der Sänftenrückseite wurden die Risse unterlegt, geklebt und gekittet. Durch die Retusche der geschädigten Bereiche konnte die gesamte Fläche beruhigt werden und erscheint nach der Bearbeitung wieder als geschlossene und einheitliche Fläche. Die Lederarbeiten an der Rückseite wurden von der Gemälderestauratorin Sylke Manzke ausgeführt.






  • 09.06.2015
    Presse »

    22. August bis 22. November 2015, täglich außer Montag, 10-18 Uh
    Letzter Einlass: 17 Uhr
    Die Ausstellung ist für Rollstuhlfahrer zugänglich.

    Eintritt:
    14 / 10 Euro Familienticket 30 Euro (2 Erwachsene und max. 4 Kinder) Inkl. Audioguide (dt./engl.), Audioguide für Kinder ab 6 Jahren sowie Begleitheft (dt./engl.)

    Besucherinformation:
    info@spsg.de, 0331.96 94 200

     

     



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  • Sänfte für die Hochzeit von Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel mit Friedrich Wilhelm (II.), Friedrich Wilhelm Hencke zugeschrieben, Berlin 1760/65, Schlossremise Paretz © SPSG / Foto: Wolfgang Pfauder
    Sänfte für die Hochzeit von Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel mit Friedrich Wilhelm (II.), Friedrich Wilhelm Hencke zugeschrieben, Berlin 1760/65, Schlossremise Paretz © SPSG / Foto: Wolfgang Pfauder
    Stiftung Preußische Schlösser und Gärten