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Adolf Wölfli Biografie

© Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern Autor: 	 Beschreibung: 	Adolf Wölfli mit Papiertrompete, um 1926 / Adolf Wölfli with paper-trumpet, around 1926

(zitiert nach Elka Spoerri (1924-2002), die die Adolf Wölfli-Stiftung, die den gesamten Nachlass verwaltet, aufgebaut hat, Literatur: Der Engel des Herrn im Küchenschurz. Über Adolf Wölfli. Hrsg. Von Elka Spoerri, Fischer Tb, 1987)

Geographische und Allgebräische Hefte (1912-1916)
In den „Geographischen und Allgebräischen Heften“ beschreibt Adolf Wölfli die Gründungsgeschichte der „Skt. Adolf-Riesen-Schöpfung“. Er gibt seinem wirklichen Neffen Rudolf den Auftrag, mit einem fiktiven Vermögen die bereisten Länder und Kontinente „anzukaufen“ und mittels neuer Namensgebung in sein Reich einzuverleiben. Darüber hinaus erweitert er in diesem Werksabschnitt seinen imaginären Radius und dehnt seine Reisen in den Kosmos aus.

In den „Geographischen und Allgebräischen Hefte“ entwickelt Wölfli zwischen 1912 und 1916 zwei neue Bildtypen: Zahlenbilder und Notenbilder. Zahl und Musik sind die Darstellungsformen, die er für die Errichtung der Skt. Adolf-Riesen-Schöpfung und der abstrakten kosmischen Welt benützt, um ihrer Grösse und Grossartigkeit angemessen Ausdruck zu geben bzw. sie zu zelebrieren. „Die Zahlenbilder haben ihren Ursprung in den Zinsrechnungen von Wölflis imaginärem Vermögen. Sie spiegeln nicht nur Wölflis Ordnungsbedürfnis, sondern auch seine Faszination von der Macht eines wachsenden Finanzkapitals. Die Illustrationen einiger Hefte sind überwiegend Zahlenbilder, sie sind an den Rändern mit figürlichen Darstellungen kombiniert: Doufis Stürze, Hinrichtungsszenen sowie Figuren und Gebäude. Auch ohne zeichnerische Beigaben sind die Zahlentabellen mit ihren mit Bleistift und Farbstift ausgeführten Reihungen graphisch sehr wirkungsvoll.“

„Die Notenbilder treten erstmals am Schluss von Heft Nr. 11 in einer Folge von fünfzehn Zeichnungen auf. Die ersten sieben Zeichnungen sind Querformate, die an konventionelle Musiknotationen erinnern. In den folgenden acht Blättern geht Wölfli zu spiralförmigen oder Mandala-artigen Bilder über. Ab Mitte des Hefts Nr. 12 kommen die Notenbilder immer häufiger vor und dominieren im Heft Nr. 13 als überwiegend ganzseitige, querformatige Kompositionen. Allmählich geraten die Notenaufzeichnungen in Bewegung: Sowohl die Noten wie die Zwischenräume werden zu Bildelemente, lesbar als Positiv- oder Negativformen. Beim Betrachter bewirkt diese Verschränkung der formalen Elemente ein irritierendes optisches Wechselspiel von Hell und Dunkel, Innen und Aussen, Vordergrund- und Hintergrundformen. Meistens mit Bleistift ausgeführt, wirkt das dichte Notengewebe grau-bleiern und dunkel. In die vertikalen Mittelachsen der Kompositionen setzt Wölfli mit der Zeit farbige Figurendarstellungen, Kreuzigungsszenen. Aufbahrungen oder Reihungen von gekrönten Gesichtern ein. Im Heft Nr. 13, 1915, treten die ersten sechs Collagen auf: Wölfli fügt in die Zwischenräumen der Notenbänder anstelle von Zeichnungen Klebebilder ein.“(…)
(zitiert nach Elka Spoerri)

Hefte mit Liedern und Tänzen (1917-1922)
In seinen „Liedern“, Pollkas“, „Mazurkas“ und „Märschen“ besingt Wölfli mittels Laut- und Dialektreimen in immer neuen Varianten seine kommende Schöpfung, daneben aber auch Ereignisse und Personen aus seinen früheren Erzählungen.

Bei den Illustrationen der „Hefte mit Liedern und Tänzen“ handelt es sich überwiegend um eingeklebte Reproduktionen in Form von Einzelbildern oder mehrteiligen Collagen auf grossformatigen, gefalteten Blättern (100 x 70 cm). Die Reproduktionen fügt Wölfli in eine der vier Ecken oder in die Mitte des Blattes ein und ergänzt sie mit Zierleisten und Rahmen aus "Glöggli=Ring"- und "Dampferschrauben=Ring"-Motiven. Wie bei den Rubriken im Unterhaltungsteil von Zeitschriften, betitelt Wölfli seine collagierten Illustrationen häufig als "Vexier=Bild", "Rekonsations=Tableau", "Humoristische Mappe" etc. Zeichnungen werden immer seltener.

Die musikalischen Kompositionen sind in den Heften von 1917 bis 1925 ausschliesslich als Solmisationen (do re mi fa so la ti do) notiert. Die vielen Buchstaben- und Silbenwiederholungen, Unterstreichungen, Taktangaben und Musikzeichen bewirken, dass die jeweiligen Seiten sich optisch als dekorative Schriftbilder präsentieren.



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