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Berlin Art Week 2022

Rund 50 bedeutende Museen und Kunstorte mit dabei
Jedes Jahr im Frühherbst zeigt sich das Berliner Kunstleben von seiner besten Seite, alle bekannten Akteur*innen präsentieren sich gemeinsam in Höchstform. Neben den zahlreichen Projekträumen, Galerien und Messen der Berlin Art Week werden in dem heutigen Newsletter vor allem Highlights der großen Kunstinstitutionen vorgestellt. Ihre Eröffnungen, Performances und Events verwandeln die 5 Tage in ein spannendes Festival. Hier eine erste Auswahl der Kunstinstitutionen...

Female Perspectives
KINDL—ZENTRUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST–GEORG KOLBE MUSEUM NEUER BERLINER KUNSTVEREIN (N.B.K.)

Mona Hatoums umfangreiches Werk macht die Fragilität der menschlichen Existenz im Zuge gesellschaftlichen Wandels in Form von Skulpturen, Installationen, Videoarbeiten, Performances und Papierarbeiten erfahrbar. Ihre intensive Beschäftigung mit Themen wie Migration, Exil und staatlicher Kontrolle ist untrennbar mit ihrer Biografie verwoben–sie wurde 1952 in Beirut als Kind palästinensischer Eltern geboren. In ihren jüngsten Werken wendet sich Hatoum insbesondere der Erforschung prekärer Zustände in einer globalisierten Welt zu. Die Schau wird in Kooperation mit dem Neuen Berliner Kunstverein, dem Kindl—Zentrum für zeitgenössische Kunst und dem Georg Kolbe Museum realisiert und erstreckt sich über alle drei Ausstellungsorte.

HAUS AM WALDSEE
Die erste von Anna Gritz, der neuen Direktorin, kuratierte Ausstellung ›Female Remedy‹ der Künstlerin Leila Hekmat (1981 geboren in Los Angeles, lebt und arbeitet in Berlin) verwandelt das Haus am Waldsee in ein fiktives religiöses Sanatorium für Frauen, eine Art Krankenstation mit Krankenhausbetten, einem Operationssaal, einer Kapelle und einer Reihe von spezialisierten Behandlungsräumen. Verbunden mit einer Live-Performance nimmt die Ausstellung die Form einer satirischen multisensorischen Installation an, die sich über das Haus und den Garten erstreckt und die irrationalen Kräfte in der menschlichen Psyche als Portal zur Selbstfindung betrachtet.

Fluid Identities
C/O BERLIN

C/O Berlin präsentiert in drei komplementären Ausstellungsteilen mit ›Queerness in Photography‹ ein vielschichtiges, visuelles Panorama queerer Fotografie. ›Under Cover. A Secret History of Cross Dressing‹ zeigt die Sammlung des französischen Filmemachers Sébastien Lifshitz, gibt Einblick in die Tradition des Cross Dressings zwischen 1880 und Ende des 20. Jahrhunderts und kontextualisiert das subversiv-visuelle Spiel mit Geschlechterrollen als historisches Phänomen. In ›Cindy Sherman. Performance and Casa Susanna‹ interpretiert diese auf spielerische Art Geschlechteridentitäten und deren Fluidität. Mittels Archivmaterialien aus den 1960er und 1970er Jahren, die ihr als Folie für mehrere Arbeitszyklen dienten, nimmt sie Bezug auf kollektive Gender-Fragen. In einem dritten Segment hat Schauspielerin Tilda Swinton anhand der Buch- und Filmvorlage von Virginia Wolf ›Orlando‹ kuratiert. 1992 spielte Swinton in dem preisgekrönten Film die Hauptrolle. Bereits am Set stellte sie Fragen zu Genderkonformität, die Grundlage für die Ausstellung mit zwölf zeitgenössischen fotografischen Positionen sind.

Caring for a Positive Life
GROPIUS BAU

  ›On Caring, Repairing and Healing‹ zeigt, auf welche Weise Künstler*innen, Heiler*innen und Forscher*innen versuchen, Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit zu finden. Es geht um materielle Reparatur von Objekten, Fürsorge für alle Körper und die Umwelt sowie um Erfahrungen von Minderheiten, Frauen und Indigenen. Die Ausstellung umkreist Themenbereiche wie Land und Territorium, (Wahl-)Verwandtschaftsverhältnisse sowie die Politisierung der Gesundheit – sowohl im historischen, als auch im aktuellen Kontext. Kuratiert von Brook Andrew, Kader Attia, Natasha Ginwala, Bárbara Rodríguez Muñoz und Stephanie Rosenthal mit Clare Molloy in Zusammenarbeit mit SERAFINE1369, In House: Artist in Residence im Gropius Bau 2022.

News / Berliner Kunstpreise
BERLIN ART PRIZE Nach zwei Jahren pandemischer Pause zeigt diese experimentelle, solidarische und unabhängige Auszeichnung erneut der Öffentlichkeit, was die aktuelle Kunst Berlins zu erzählen hat. Alle in Berlin lebenden Künstler*innen konnten sich bewerben. Eine fünfköpfige Jury wählte die neun Nominierten nach einem größtenteils anonymen Verfahren aus, die daraufhin eingeladen wurden, je eine Einzelausstellung in einem von neun Projekträumen auszurichten. Die Nominierten sind Hanna Yoo/Acud Galerie, Mazen Khaddaj/Blake & Vargas, Melanie Jame-Wolf/Centrum, Lucas Odahara/Die Möglichkeit einer Insel, Lina Mazenett & David Quiroga/Lage Egal [Kimgo], Bassem Saad/Peles Empire, Alicja Rogalska/Scherben, Isabell Schulte/Spoiler und Haus der Statistik.

ARTIST OF THE YEAR Die Deutsche Bank zeichnet 2022 Lu Yang als ›Artist of the Year‹ aus. Lu Yang, 1985 in Shanghai geboren, zählt zu den international einflussreichsten chinesischen Multimedia Künstler*innen der Gegenwart. Im Mittelpunkt der Schau steht Doku: Der geschlechtsneutrale Avatar tritt als digitale Reinkarnation Lu Yangs in sechs Versionen auf. Ihm ist ein immersives ›Experience Center‹ mit multimedialen Installationen und Videoarbeiten gewidmet, die sich um universelle Themen wie Identität, Spiritualität und kulturelle Grenzen im Kontext von digitalen Welten drehen.






n.b.k., Mona Hatoum, 3-D Cities, 2008-2010 © Mona Hatoum, Courtesy Galerie Chantal Crousel, Paris, Photo: Florian Kleinefenn
Videoart at Midnight, Babylon Berlin © Knut Klaßen


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  • C/O Berlin, unknown photographer, Photobooth. Man in make-up wearing a woman’s ring, United States, ca. 1920 © Collection Sébastien Lifshitz Man in make-up wearing a woman’s ring
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  • Schinkel Pavillon, Anna Uddenberg, Fake-Estate, 2022 ©Anna Uddenberg
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  • ifa-Galerien Berlin, Isaac Chong Wai, Die Mütter, 2022, Performance, Klosterruine, Berlin © Isaac Chong Wai
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  • Soy Capitán, Caroline Wong Cats and Girls © Caroline Wong BAW22, Soy Capitán, Caroline Wong Cats and Girls © Caroline Wong
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  • Boros Collection, Anna Uddenberg, FOCUS # 2 (pussy padding), 2019 © NOSHE, Photo: Boros Collection, Berlin
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  • Haus am Lützowplatz, Katja Novitskova, Approximation (The Apocalypse’s Many Horsemen), 2020 © Katja Novitskova, Courtesy Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin Approximation (The Apocalypse’s Many Horsemen)
    Haus am Lützowplatz, Katja Novitskova, Approximation (The Apocalypse’s Many Horsemen), 2020 © Katja Novitskova, Courtesy Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin Approximation (The Apocalypse’s Many Horsemen)
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