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Was zum Schaffen drängt... Der Expressionismus und seine Folgen

Kulturforum Witten

Mit der Ausstellung „Was zum Schaffen drängt… Der Expressionismus und seine Folgen“ zeigt das Märkische Museum Witten erstmalig in einer großen, zusammenhängenden Präsentation seinen umfangreichen Bestand an Kunstwerken des Expressionismus und zeitnaher Strömungen. Rund 150 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Depot des Museums verdeutlichen das vielfältige Schaffen der Künstler*innen von 1900 bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Der Expressionismus hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur die bildende Kunst, sondern auch andere Sparten wie Literatur, Musik, Film, Theater und Tanz in Deutschland maßgeblich geprägt. Was wir heute als selbstverständlich und hohe Kunst ansehen, die avantgardistischen Neuerungen in der Ausdrucksweise, dem Umgang mit Farbe und Fläche, die radikale Subjektivität und Wiedergabe von psychologischen Empfindungen und Lebensrealitäten, begegnete wie viele andere Innovationen zunächst einer Ablehnung in der Allgemeinheit. Doch schnell hat sich diese Kunstrichtung etabliert, fand ihre Förder*innen und hielt Einzug in Ausstellungen und Museen. Mit ihren Werken geben uns die Künstler*innen einen Einblick in ihre Zeit und das, was sie zum Schaffen und zur Reflektion anregte: Neben den traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, den gesellschaftlichen Umbrüchen durch die Industrialisierung in den Großstädten und die Wirtschaftskrisen, die vielfach zu Elend und Armt führten, sind es insbesondere auch die Sehnsucht nach alternativen Lebensformen im Einklang mit der Natur sowie die psychologischen Ergründung der menschlichen Existenz.

Geprägt wurde der Stil durch zwei Künstler*innen-Gruppen und ihre Protagonist*innen: die „Brücke“, gegründet 1905 in Dresden, und „Der Blaue Reiter“, gegründet 1912 in München. Aber auch jenseits dieser Gruppen wie beispielsweise in Westfalen und im Rheinland haben sich Künstler*innen mit der expressionistischen Kunst auseinandergesetzt und ihre eigenen Perspektiven entwickelt. Die zweite Generation des Expressionismus, ab den 1920er-Jahren, setzt sich vermehrt auch mit sozialkritischen Thematiken auseinander und wird oft auch unter der Bezeichnung “Neue Sachlichkeit” subsummiert.

Die Machtergreifung des NS-Regimes 1933 und ihre politisch instrumentalisierten Kulturpolitik, die insbesondere die Kunst des Expressionismus der ersten und zweiten Generation als “entartet” diffamierte, stellt einen tiefen und kaum zu überwindenden Einschnitt in der Geschichte dar. Doch der Einfluss des Expressionismus endete nicht mit dieser Zäsur, sondern wird nach Ende des Zweiten Weltkriegs von vielen Künstler*innen als Ausgangspunkt genommen, um wieder Anschluss an die internationale, zeitgenössische Kunst zu finden. Ein Teil der Ausstellung zeigt einen Einblick, wie sich die Kunst in Deutschland in den Nachkriegsjahren hin zur Abstraktion entwickelt hat.

Gezeigte Künstler*innen:
Willi Baumeister ∙ Max Beckmann ∙ Peter August Böckstiegel ∙ Angus Boulton ∙ Heinrich Campendonk ∙ Gustav Deppe ∙ Walter Dexel ∙ Otto Dix ∙ Conrad Felixmüller ∙ Werner Gilles ∙ Karl Otto Götz ∙ George Grosz ∙ Erich Heckel ∙ Peter Herkenrath ∙ Karl Hofer ∙ Aino Kannisto ∙ Ida Kerkovius ∙ Anton Kerschbaumer ∙ Ernst Ludwig Kirchner ∙ Barbara Klemm ∙ Käthe Kollwitz ∙ Marie-Jo Lafontaine ∙ August Macke ∙ Paula Modersohn-Becker ∙ Oskar Moll ∙ Wilhelm Morgner ∙ Otto Mueller ∙ Gabriele Münter ∙ Heinrich Nauen ∙ Anja Niedringhaus ∙ Karel Niestrath ∙ Simone Nieweg ∙ Emil Nolde ∙ Walter Ophey ∙ Otto Pankok ∙ Hermann Max Pechstein ∙ Christian Rohlfs ∙ Andreas Rost ∙ Karl Schmidt-Rottluff ∙ Werner Scholz ∙ Eberhard Viegener ∙ Ira Vinokurova ∙ Josef Wedewer ∙ Hans Werdehausen ∙ Wilhelm Wessel ∙ Irmgart Wessel-Zumloh






  • 21.10.2023 - 07.04.2024
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    Mittwoch bis Sonntag, jeweils von 12:00 - 18:00 Uhr. Das Museum ist montags, dienstags sowie an Feiertagen geschlossen.



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