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ALFRED MESSEL

ALFRED MESSEL (1853-1909) Visionär der Großstadt

ALFRED MESSEL

Einhundert Jahre nach Messels Tod wird das Œuvre dieses Architekten endlich auch öffentlich wieder entdeckt. Zwei der bedeutendsten Architektursammlungen in Berlin haben sich in einer idealen Projektgemeinschaft zusammengetan. Zum einen das Architektur- museum der Technischen Universität Berlin, das einen einzigartigen Bestand von rund 1.800 Entwurfszeichnungen Messels besitzt. Zum anderen die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin mit ihrer mehr als fünf Jahrhunderte umfassenden Architektursammlung. Einmal mehr wird offenbar, über welches Potential der Wissenschaftsstandort Berlin mit seinem Forschungsnetzwerk von Universitäten und Museen verfügt.

 Kuppelsaal des zentralen Ausstellungspalastes Tusche aquarelliert auf Karton, 52,5 x 60,2 cm © Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin

Alfred Messel (1853-1909) galt seinen Zeitgenossen als einer der bedeutend- sten Architekten an der Wende zum 20. Jahrhundert. Zugleich Form- und Raumkünstler, verband Messel Schmuck, Körper und Funktion seiner Museen, Geschäftshäuser, Villen und Wohnbauten zu einer untrennbaren Einheit. Als universaler Stadtarchitekt seiner Zeit weit voraus denkend, spiegeln seine beiden größten Werke, der Wertheimkomplex und das Pergamonmuseum, eine neue Vision selbstbewusster Großstadtarchitektur.

Dennoch wurde Messel, den zahllose Nachrufe wie kaum einen anderen deutschen Architekten hymnisch feierten, rasch vergessen. Die Moderne der zwanziger Jahre konnte ihn, der seine Modernität nicht aus der Ablehnung der Tradition, sondern ihrer Vollendung schöpfte, nicht mehr als ihren Vorgänger sehen. Den Nazis im sog. „Dritten Reich" hingegen fiel es leicht, seine Modernität als Ausdruck seiner jüdischen Wurzeln zu verdammen, die Werke seiner nichtjüdischen Schüler aber hoch zu schätzen.

Ausstellungsort sind die Ausstellungshallen der Staatlichen Museen zu Berlin am Kulturforum Potsdamer Platz. Von hier aus geht in der Erinnerung ein Blick zum Leipziger Platz, wo Alfred Messel das Warenhaus Wertheim baute und damit Architekturgeschichte schrieb.

Die Ausstellung wird kuratiert von Elke Blauert (Kunstbibliothek) in Zusammenarbeit mit Hans-Dieter Nägelke (Architekturmuseum der TU Berlin).

Wissenschaftliche Grundlage sind das durch die DFG geförderte Messel- Projekt des Architekturmuseums und der Fachgebiete Baugeschichte und Architekturtheorie der TU Berlin sowie das damit verbundene Kolloquium, das im März diesen Jahres (2009)zum 100. Todestag des Architekten in der Internationalen Bauakademie am Schinkelplatz stattfand. In den Beiträgen öffneten sich neue Perspektiven auf Messels Werk, auf die sozial- und kulturhistorischen Kontexte und die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte. Die Ergebnisse flossen unmittelbar in die Vorbereitung der Ausstellung ein. Die Beiträge - unter anderem von Fritz Neumeyer, Goerd Peschken und Werner Oechslin - wurden zum Herzstück des Katalogbuches.

Für die Ausstellungshallen am Kulturforum entwarf das Berliner Büro Kahlfeldt Architekten eine Ausstellungsarchitektur, die als Hommage an das Warenhaus Wertheim (obere Halle) und das Pergamonmuseum (untere Halle) den mehr als 200 Exponaten einen idealen inszenatorischen Rahmen gibt. Für die Ausstellung entstand auch der Bärenbrunnen des Warenhauses Wertheim von August Gaul neu. Die Bronzeplastiken der Bärenmutter und der Bärenkinder waren jahrzehntelang getrennt in Berlin und Hanau aufgestellt. Eine Premiere feiern auch die beiden restaurierten monumentalen Giebelskulpturen des Pergamonmuseums, die seit der Demontage 1930 verborgen im Keller des Museums lagen.

Die Inszenierung folgt den großen Themenfeldern, die Messels Werk bestimmen: „Bauen für die Großstadt" mit den Warenhäusern, Geschäfts- und Verwaltungsbauten, Verkehrsbauten und dem städtischen Wohnen vom reformorientierten Mietshaus bis zur großbürgerlichen Villa und „Bauen für die Kunst" mit den Ausstellungsbauten vom Weltausstellungspalast über das Großherzogliche Museum in Darmstadt bis hin zum Pergamonmuseum.

Der Blick auf den Beginn der Moderne mit Werken so prominenter Architekten wie Hans Poelzig, Ludwig Mies van der Rohe und Erich Mendelsohn beschließt die Ausstellung, die mit Führungen und Vorträgen von einem umfangreichen Begleitprogramm ergänzt wird.

ALFRED MESSEL (1853-1909) – Visionär der Großstadt

Eine Ausstellung der Kunstbibliothek/SMB und des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin, vom 4. November 2009 bis 7. Februar 2010. Unterstützt durch den Hauptstadtkulturfonds.

Ort: Ausstellungshallen Kulturforum Potsdamer Platz, Eingang Matthäikirchplatz Traffic: U 2 Potsdamer Platz, M 29 Potsdamer Brücke, M 48 und M 85 Kulturforum, Bus 200 Philharmonie

Öffnungszeiten: Di - So 10-18 Uhr, Do 10 – 22 Uhr, Mo geschlossen. 25.12. + 26.12.2009 10 – 18 Uhr, 1.1.2010 12 – 18 Uhr. 24.12. und 31.12.2009 geschlossen.

Die Eröffnung der Ausstellung findet Dienstag 3. November 2009, 19 Uhr, statt. Zur Eröffnung sind Sie herzlich eingeladen. Es sprechen: Michael Eissenhauer Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin Kurt Kutzler Präsident der Technischen Universität Berlin Moritz Wullen Direktor der Kunstbibliothek Hans-Dieter Nägelke Leiter des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin


Ausstellung






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Perspektivische Ansicht: Kuppelsaal des zentralen Ausstellungspalastes Tusche aquarelliert auf Karton, 52,5 x 60,2 cm  © Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin
    Alfred Messel (1853-1909) Ausstellungspalast für Berlin, Schinkelwettbewerb 1881 Perspektivische Ansicht: Kuppelsaal des zentralen Ausstellungspalastes Tusche aquarelliert auf Karton, 52,5 x 60,2 cm © Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin
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