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Schweizer Foto

Schweizer Fotografie der 1930er Jahre – Bilderstreit

Schweizer Foto

Das Schweizerische Landesmuseum - Château de Prangins präsentiert eine von der Fotostiftung Schweiz organisierte Ausstellung über die Schweizer Fotografie um 1930. Diese Zeit ist durch einen entscheidenden Wandel in der Geschichte der Fotografie gekennzeichnet: eine neue, klare, direktere Bildsprache überlagert die traditionelle piktorialistische Fotografie. Dieser Wandel wurde von einer heftigen Kontroverse begleitet.

Mit welchen Argumenten bekämpften die modernen Fotografen die «romantischen» oder «impressionistischen»? Weshalb triumphierte am Schluss die neue Sicht? Die Ausstellung mit rund 120 Werken und Dokumenten führt direkt ins Herz dieses Streites, der zum Durchbruch der Modernen führte und grundlegende Fragen nach dem Wesen der Fotografie aufwarf. Diese haben auch im Zeitalter der Digitalaufnahmen nichts von ihrer Aktualität verloren.

Heinrich Bauer Ohne Titel

Die Ausstellung Schweizer Fotografie der 1930er Jahre thematisiert eine lebhafte Polemik, welche die Schweizer Fotografie erschütterte. Die Kontroverse konfrontierte die Piktorialisten, das heisst die Vertreter einer Fotografie, die sich weitgehend von der malerischen Auffassung inspirieren liess, mit den Anhängern einer neuen, unmittelbareren und klareren Form, die besser geeignet schien, die rasanten gesellschaftlichen Veränderungen jener Zeit zu erfassen. Die Ausstellung zeigt eine packende visuelle Konfrontation von kontrastierenden Werken, deren Erschaffer sich zu ihren Lebzeiten dagegen gewehrt hätten, Seite an Seite ausgestellt zu werden. Die Werke in der piktorialistischen Tradition von Fred Boissonnas, Emile Gos, Francis de Jongh und Albert Steiner sind bewusst unscharf und verwischt, sorgfältig retouchiert und konventionell komponiert. Binia Bill, Hans Finsler, Germaine Martin, Herbert Matter und Gotthard Schuh gehören zur Familie der «Modernen». Ihre Bilder sind experimenteller und bestechen durch eine übermässige Schärfe, eine leuchtende, fast blendende Intensität oder eine kühne Bildeinstellung. Sie scheuen weder Nahaufnahmen noch schwindelerregende Vogel- oder Froschperspektiven.
Neben den ästhetischen Aspekten geht es in diesem Konflikt auch um fototechnische Fragen. Darüber hinaus bietet die Ausstellung auch einen interessanten Blick auf die Schweiz der Zwischenkriegszeit.
Fotografen wie Hans Finsler, Max Linck, Ernst Mettler und Anton Stankowski zeigen eine Schweiz im Übergang. Sie erfassen die gesellschaftlichen Veränderungen auch in den kleinsten Zeichen. Sie lechzen geradezu nach Modernität und feiern sie dort, wo sie sie finden: in einer Betonkonstruktion, einem Jazzmusiker, einer Baustelle, einer Brille. Nichts ist in ihren Augen zu banal. Was sie zeigen wollen, ist eine ungeschminkte Wirklichkeit ohne Inszenierung.
Nachdem die Ausstellung in Winterthur und in Lugano gezeigt wurde, ist sie nun in der Westschweiz zu sehen. Die Leihgaben des Historischen Museums Lausanne und des Musée d'Elyseé erlauben dem Château de Prangins, die Ausstellung durch einige Werke von Westschweizer Fotografen wie Germaine Martin und Rodolphe Schlemmer zu bereichern.

Publikation
Katalog zur Ausstellung, in deutscher Sprache mit beiliegender französischer Übersetzung, erschienen im Limmat Verlag 2007 (96 S., 53 Abb. vierfarbig, Texte von Martin Gasser und Irma Noseda).

BEGLEITVERANSTALTUNGEN ZUR AUSSTELLUNG
Spezialtag zur Ausstellung «Schweizer Fotografie der 1930er Jahre»
Sonntag, 14. Juni 2009, 13.30 bis 17 Uhr
14.00 und 15.30 Uhr
• Führung durch die Ausstellung «Schweizer Fotografie der 1930er Jahre».
Zeitgleich dazu
• «PhotoFolie», Kinderatelier rund um fotografierte Aufnahmen (von 6 bis 12 Jahren).
Durchgehend
• «Studios tendances». Lassen Sie sich und Ihre Familie im Stile der «Piktorialisten» oder der nach der Art der «Modernen» portraitieren. Mit den Fotografinnen Nelly Rodriguez und Pénélope Henriod;
• Fotogramm-Atelier für Erwachsene und Jugendliche (ab 10 Jahren). Ein Objekt, lichtempfindliches Papier, ein wenig Licht - das ist alles, was es braucht, um eine Fotografie herzustellen. Probieren Sie diese Technik der Fotopioniere selber aus! Mit der Fotografin Claire Cuti;
• Präsentation des Werkbunds Suisse groupe Romandie, mit Arbeiten von Yves André und Eik Frenkel; • «Hier kommt das Vögelchen! ». Unsere Vorfahren vor dem Fotografen.
Familienwettbewerb an den audiovisuellen Stationen der Dauerausstellung.
Ganztags freier Eintritt (Museum und Veranstaltungen)

Öffentliche Führung mit Diskussionsrunde
«Dualitäten in der jüngsten Fotografie: Eine der 1930er verwandte Situation?»
Donnerstag, 20. August 2009, von 17.00 bis 21.00 Uhr
17.00 Uhr
• Führung durch die Ausstellung «Schweizer Fotografie der 1930er Jahre» mit Helen Bieri Thomson, Kuratorin.
19.00 Uhr
• Diskussionsrunde mit ausgwählten Fotografen. Moderation: Jean-Christophe Blaser, Kurator, Musée de l'Elysée, Lausanne.
Eintritt und Führung: CHF 12.- / 5.-. Diskussionsrunde (ab 19.00 Uhr): Eintritt frei.
Die Diskussionsrunde wird in Zusammenarbeit mit dem Werkbund Suisse groupe Romandie organisiert.


Ausstellung




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