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Investec Cape Town Art Fair 2026: Kuratorinnen, Konzepte und Künstler im Zeichen des Zuhörens

Investec Cape Town Art Fair 2026: Eine Messe, die aufhorchen lässt

„Die Cape Town Art Fair ist nicht nur Afrikas wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst, sondern ein Resonanzraum für globale Gegenwart und afrikanische Zukunft.“ Mit diesen Worten beschrieb ein europäischer Kritiker die Wirkung der Investec Cape Town Art Fair, die 2026 in ihre 13. Ausgabe geht. Die kommende Edition wartet mit einer kuratorischen Struktur auf, die zugleich klar gegliedert und offen für neue Perspektiven ist.

Neben den drei Kernsektionen Main, Lookout und Editions umfasst die Messe vier kuratierte Bereiche: Tomorrows/Today, SOLO, Generations und Cabinet/Record – sowie erstmals das Sonderprojekt Performance. Das übergreifende Thema dieser Ausgabe lautet: Listen. Vier international vernetzte Kuratorinnen leiten die kuratierten Bereiche – ihre Konzepte machen die Messe 2026 zu einer intellektuell und emotional aufgeladenen Erfahrung.

Dr. Mariella Franzoni, Kuratorin von Tomorrows/Today, lebt in Barcelona und kehrt bereits zum vierten Mal nach Kapstadt zurück. Die gebürtige Sardin ist Sozialanthropologin, Kulturökonomin und promovierte Kunsttheoretikerin. In ihrer Dissertation „The Economy of the Curatorial and the Fields of the Contemporary Art World“ untersuchte sie die Schnittstellen zwischen Kuratorenschaft, Kunstmarkt und Wertschöpfung – mit speziellem Fokus auf das post-apartheid Südafrika.

„Die Sektion hebt Künstlerinnen und Künstler hervor, die aus der Komplexität ihrer Kontexte und Sensibilitäten heraus sprechen und bereit sind, sich im Dazwischen aufzuhalten: zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, Mythos und Erinnerung, Geschichte und Spekulation, Materiellem und Spirituellem, Klarheit und Ambiguität oder Freude und Dissonanz. Genau in diesen Schwellenräumen kann wahres Zuhören geschehen.“ So beschreibt sie den kuratorischen Rahmen von Tomorrows/Today 2026, der unter dem poetischen Titel „If You Listen Carefully, The Air is Full of Laughter“ steht. Inspiriert ist dieser von Ben Okris Roman The Famished Road, dessen Protagonist Azaro zwischen der spirituellen und irdischen Welt lebt – und mit jenen Stimmen verbunden ist, die andere nicht hören können.

Die Sektion SOLO wird von Céline Seror kuratiert, die aus Paris stammt und heute in Amsterdam lebt. Sie gründete 2013 die Agentur artness und war an der Entstehung von IAM – Intense Art Magazine beteiligt, dem ersten Medium über Frauen in der afrikanischen Kunstszene. Für 2026 trägt ihre SOLO-Sektion den Titel „Echoes of Humanity“.

„Durch Klang, Bild, Erinnerung und Geste laden ihre Werke dazu ein, im Dazwischen zu verweilen, wo sich Wahrnehmung verschiebt und neue Verbindungen entstehen. In diesen unruhigen Zeiten ist das Hören auf Stimmen, und die Echos, die sie hinterlassen, kein Luxus. Es ist unser einziger Weg nach vorn.“ Seror verknüpft dabei kuratorische Präzision mit politischem Feingefühl: „Wenn wir wirklich zuhören, empfangen wir Echos – keine bloßen Wiederholungen, sondern Resonanzen, geformt durch Zeit, Erinnerung und Beziehung. Ein Echo ist eine Stimme, die zu uns zurückkehrt, verändert durch die Landschaft, durch die es gereist ist.“

Die dritte kuratierte Sektion, Generations, liegt in den Händen von Tandazani Dhlakama, geboren in Simbabwe und heute Kuratorin für Global Africa am Royal Ontario Museum in Toronto. Sie war zuvor am Zeitz MOCAA in Kapstadt tätig und hat dort zentrale Ausstellungen mitgestaltet.

„Call and Response hebt hervor, wie Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Zeiten und Räumen ähnliche Themen aufgreifen oder verwandte Prozesse nutzen, um vergleichbare Anliegen zu artikulieren. Call and Response ruft nach kreativen Wegen, um unbequeme Stille zu durchbrechen.“ Dhlakama sieht darin eine Einladung zum aktiven Zuhören und Mitgestalten: „In call-and-response-Kompositionen gibt es keinen Hierarchiegedanken – jede Reaktion bereichert die Gesamtkomposition. Ebenso zeigt die Sektion, wie künstlerische Positionen aufeinander reagieren, sich zitieren, weiterentwickeln.“

Cabinet/Record, kuratiert von Beata America aus Kapstadt, widmet sich der Fotografie als Mittel der Erinnerung und als Trägerin von Geräuschen jenseits des Hörbaren. Beata ist Assistenzkuratorin am Zeitz MOCAA und Mitgründerin des Kollektivs Processus, das Kunst und Weinproduktion als ephemere Ausdrucksformen verbindet.

„Cabinet/Record will wandelbare Perspektiven bieten, die uns an eine Idee, eine Zeit oder ein Gefühl erinnern. Durch dieses Verständnis kann man Fotografie als ein Medium sehen, das den Akt des Bewahrens und Ausdrucks verkörpert.“ Ihre Referenz ist Tina Campts Text Listening to Images: „Sound can be listened to, and, in equally powerful ways, sound can be felt; it both touches and moves people.“

„Vielleicht klingt es wie eine Geschichte, die man schon einmal gehört hat, oder wie eine Erinnerung aus der Kindheit. Es könnte auch eine Wahrnehmung, eine Idee oder ein Gefühl sein. Der Klang von Musik, Freiheit, Widerstand, Stärke – oder auch einfach die Stille. Selbst in leisen Momenten ist etwas zu hören.“

Die Investec Cape Town Art Fair 2026 stellt das Hören – als Geste, als Haltung, als Praxis – in den Mittelpunkt. Es geht nicht nur um Sehen und Sammeln, sondern darum, Kunst als Antwort auf die Zeit zu verstehen – als Echo, das nicht verhallt.






  • 20.02.2026 - 22.02.2026
    Messe »
    Cape Town Art Fair »

    HOW TO REACH US

    Dates
    Friday 16th - Sunday 18th 2024

    Hours
    Friday - Sunday: 11am - 7pm

    Location
    Cape Town International Convention Centre (CTICC), 1 Lower Long Street
     



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