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Google Maps Anno Domini 1601

Hamburg, 5. Oktober 2021 (kk) – Eine Welt ohne Google Maps ist heute kaum vorstellbar. Doch über Jahrhunderte war das Realität. Orientierungshilfe bot damals Abraham Ortelius mit dem ersten modernen Atlas, der den Maßstab für alle nachfolgenden Atlanten setzte. Am 29. November wird das berühmte Kartenwerk mit einem Schätzpreis von € 80.000 bei Ketterer Kunst in Hamburg in der Auktion Wertvolle Bücher angeboten.

Als weltweit erster Atlas hat Abraham Ortelius’ „Theatrum orbis terrarum“ eine ganz besondere Bedeutung, denn er nimmt eine Führungspostion bezüglich Inhalt und Aufmachung ein. Das vorliegendeExemplar in prächtigem Altkolorit ist eines von nur 200 aus der letzten Ausgabe, die Jan Moretus in der Offizin Plantin für Ortelius' Erben drucken ließ. Der Atlas ist mit über 150 Karten versehen, darunter eine Weltkarte, Ansichten der Kontinente Europa, Afrika, Asien und Amerika sowie Karten des Pazifik und des Nordmeeres.

EUROPÄISCH: Auf die deutschsprachige Region und die angrenzenden Gebiete konzentriert sich 1964 Joan Blaeu mit seinem ehrgeizigsten Verlagsprojekt, dem „Atlas major“. Das vollständige Exemplar des Deutschlandbandes in schönstem Kolorit ist ungewöhnlich gut erhalten und geht mit einer Bewertung von € 20.000 an den Start.

STÜNDLICH: Ein absolutes Rarissimum ist auch das auf Pergament gedruckte Stundenbuch „Horae ad usum Romanum“ aus den Jahren 1488-1508. Der sehr frühe Druck des berühmten Pariser Verlegers Antoine Vérard ist eines von nur vier bekannten Exemplaren und stammt aus der Sammlung Henry-August Brölemann. Das illuminierte Buch ist mit großen Holzschnitten nach dem Meister der Grandes Heures illustriert und verfügt über eine Bildnisminiatur des adeligen Auftraggebers. Die Taxe liegt bei € 30.000.

APOKALYPTISCH: Mit € 8.000 günstiger bewertet, aber ebenso selten ist „Das neü Testament“ in der Übersetzung Luthers, das 1523 bei Silvan Otmar in Augsburg erschien. Die sehr frühe Ausgabe zeichnet sich besonders durch die berühmte, hier erstmals erschienene Holzschnittfolge von Hans Burgkmair d. Ä. zur Apokalypse aus.

LEGENDÄR: Die Köln-Chronik bzw. die „Cronica van der hilliger Stat Coellen“ ist neben der Schedelschen Weltchronik die bedeutendste Chronik des 15. Jahrhunderts. Die mit € 25.000 bewertete erste Ausgabe der ersten Kölner Stadtgeschichte ist mit annähernd 400 altkolorierten Holzschnitten versehen. Sie enthält zahlreiche Sagen und Legenden sowie ein vielzitiertes Kapitel über die Erfindung der Buchdruckerkunst.

NATÜRLICH: Mark Catesbys „Piscium serpentum insectorum“ ist eine farbenprächtig altkolorierte Zusammenstellung der amerikanischen Pflanzen- und Tierwelt. Die 1777 erschienene erweiterte Ausgabe der maßgeblichen und sehr populären Monografie kommt hier in einem äußerst seltenen vollständigen Exemplar mit einem Schätzpreis von € 25.000 zum Aufruf.

GENETISCH: Durch Kreuzungsversuche mit Hülsenfrüchten im Klostergarten begründete der Augustinerabt Johann Gregor Mendel bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die klassische Genetik. Mit seiner 1866 publizierten Schrift „Versuche über Pflanzen-Hybriden“ schuf er nicht nur eine der bedeutendsten Arbeiten in der Geschichte der Biologie, sondern auch ein Grundlagenwerk der modernen Genetik, das die nach ihm benannten Regeln der Vererbung beschreibt. Seine Zeitgenossen wussten das unkonventionelles Projekt mit den bahnbrechenden Ergebnissen kaum zu würdigen und er erfuhr erst posthum die gebührende Anerkennung. Die erste Ausgabe seines erst im Jahr 1900 wiederentdeckten Werkes wird mit einer Taxe von € 30.000 bewertet.

EXPRESSIV: In die Welt des deutschen Expressionismus entführt Will Grohmanns Vorzugsausgabe von „Das Werk Ernst Ludwig Kirchners“ mit signierten Graphiken des Künstlers. Im seltenen Luxuseinband geht das großartige Künstlerbuch mit Holzschnitten und zusätzlicher Signatur Kirchners auf dem Titel mit einer Schätzung von € 20.000 an den Start.

MONUMENTAL: „Pierre philosophale“ ist eines der größten Werke Joan Mirós und das sicher nicht nur im Hinblick auf das Format von 160,5 x 121 cm. Der Künstler versteht es meisterlich, auf der überdimensionalen Kupferplatte Alltagssymbole mit automatischem Zeichnen und lyrischer Poetik in leuchtenden Farben zu einer eindringlichen Einheit zusammenzufügen. Die signierte Aquatintaradierung kommt mit einer Taxe von € 25.000 zum Aufruf.

ABGERUNDET wird die Offerte neben Alfred Hrdlickas „Wie ein Totentanz“ von 1974 (Taxe: € 14.000) u.a. auch von der expressionistischen Zeitschrift „Der Sturm“ (Taxe: € 16.000) sowie den Erstausgaben von Immanuel Kants „Kritik der reinen Vernunft“ (Taxe: € 15.000) und Johann Wolfgang von Goethes „Götz von Berlichingen“ (Taxe: € 7. 000) .






  • „Durch die Schrift und den Buch- Druck hat eigentlich der menschliche Geist erst die Welt...
  • 29.11.2021
    Auktion »
    Ketterer Kunst GmbH & Co KG »

    Vorbesichtigung: Saal-Auktion:

    Online-Auktion:

    22.-26. November von 11-17 Uhr sowie
    28. November nach Vereinbarung bei Ketterer Kunst in Hamburg 29. November bei Ketterer Kunst in Hamburg
    15. November-1. Dezember auf www.ketterer-internet-auktion.de 

     



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    Ketterer Kunst GmbH & Co KG