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Vorbericht Auktion 288 "Europäisches Glas und Studioglas"

In der Herbstauktion „Europäisches Glas & Studioglas“ am 16. Oktober kommen rund 800 Gläser verschiedenster Epochen zur Versteigerung. Die Auktion beginnt mit der Sparte Formglas. Hierbei kommt ein seltenes Scherzgefäß in Form einer Radschlosspistole aus dem 18. Jh. zum Aufruf. Das süddeutsche Scherzgefäß ist auf 2.000 – 2.500 € geschätzt.

Die Auktion birgt auch einige sehr aufwendig gearbeitete Schnittgläser. Davon ist ein Kugelfußbecher der Paderborner Glashütte Emde hervorzuheben. In Tiefschnitt gearbeitet sind drei allegorische Szenen mit jeweils einem immergrünen Baum im Zentrum, die auf das Jubiläum eines Priestermönches Joseph hinweisen. Der auf „1750“ datierte Becher ist mit 2.500 – 3.000 € angesetzt. Ebenfalls aus der Glashütte Emde stammt ein Jagdpokal. Der tiefgeschnittene, polierte Dekor ziert Rankenwellen mit Phantasie-Blüten, dazwischen ein Jäger mit zwei Hunden und einem Hirsch. Der um 1730 entstandene Pokal ist auf 3.000 – 4.000 € geschätzt. Von Interesse könnte auch eine Achtkantflasche mit emblematischen Darstellung aus dem frühen 18. Jh. sein. Die Flasche, die wohl aus dem Riesengebirge stammt, ist mit 800 – 1.000 € angesetzt. Ein zweiter Kugelfußbecher ziert umlaufend in drei schnittverzierten Ebenen eine Hirsch- und Sauhatz, Angler, Bootfahrer, Wanderer, Reiter und Wasservögel neben Segelbooten. Der Ende des 17. Jh. entstandene Becher ist auf 2.000 bis 3.000 € angesetzt. Die Auktion beinhaltet auch einige bedeutende Emailgläser: so ist eine auf 1586 datierte, böhmische Vierkantflasche reich mit buntem Emaildekor verziert: stilisierter Architektur mit Rosetten und Punktreihen (Taxe: 3.000 bis 4.000 €). Ebenfalls datiert ist eine Rechteckflasche mit Jäger. Die Flasche schmückt ein bunter Emaildekor: Jäger mit Gewehr und Beute (Rebhühner?), rückseitig Frau in Zeittracht, seitlich floraler Dekor mit Maiglöckchen und drei Vögel. Die auf „1706“ datierte Flasche ist auf 2.000 bis 2.500 € geschätzt.

Ein Highlight der Auktion ist ein 34 cm hoher Reichsadlerhumpen. Die schlanke Wandung ziert ein Reichsadler mit Zepter und Reichsapfel und die Wappen der Reichsglieder auf den Schwingen. Der Humpen ist auf 1605 datiert (Taxe: 12.000 – 14.000 €). Im Bereich des Farbglases ist ein seltener Lithyalinbecher mit Goldmalerei von Friedrich Egermann um 1830/35 hervorzuheben. Der Becher besteht aus grünem, zwölffach geschältem Glas. Die Wandungsfelder sind abwechselnd grün belassen und rot gebeizt. In zwölf Wandungsfelder goldene Inschrift "FREUNDSCHAFT" in einzelnen Buchstaben mit schmückendem Beiwerk aus Schmetterlingen, Käfer und Blüten (Taxe: 3.000 – 3.300 €).

In der Auktion wird auch ein museales Nürnberger Holzkästchen mit Bergkristallplatten versteigert. Die rechteckigen, an den Rändern abgeschrägten Platten sind in feinem, teils geblänktem Tiefschnitt und in Diamantriss mit Themen der vier Jahreszeiten dekoriert. Georg (Jörg) Schwanhardt d. Ä. (1601-1667) war der Sohn des aus Insingen bei Rothenburg/Tauber stammenden Kunsttischlers und Büchsenschäfters Hans. Er arbeitete erst in der väterlichen Schreinerwerkstatt und lernte danach bei dem Elfenbeinschnitzer Christoph Harrich, bevor er 1618 in das damals führende Kunstzentrum Prag übersiedelte und in der Werkstatt Caspar Lehmanns (1570-1622) mit der Kunst des Kristall- und Glasschneidens mittels rotierender Räder vertraut wurde. Nach Lehmanns Tod kehrte er nach Nürnberg zurück und arbeitete für das städtische Patriziat. Seine aufwendig verzierten Glasbecher und -pokale fanden zunehmend auch an den weltlichen und geistlichen Höfen Abnehmer. Sein außergewöhnlich feiner Stil des Glasschnitts verdrängte schließlich den bis dahin in Deutschland vorherrschenden Emailfarbendekor. Zur Ausübung seiner Kunst entwickelte er auch die Werkzeuge weiter und erfand die Technik des Blänkens.

In der Sparte des Jugendstilglases ist die Vase „Soucis“ von Gabriel Argy-Rousseau hervorzuheben. Die 1920 entstandene Vase ziert umlaufend ein kräftig reliefiert gearbeiteter Dekor: Blüten der Ringelblume (Taxe: 5.500 bis 6.500 €). Hervor sticht auch eine Tischlampe mit geätzten Schmetterlingen von Emile Gallé, um 1904 (Taxe: 3.500 bis 4.000 €).








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