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Gert K. Nagels

Gert K. Nagels Sammlung zur Kulturgeschichte des Kaffees

Gert K. Nagels

Die bislang im Sammlermuseum bürgerlicher Kultur in Kornwestheim präsentierte Kaffee-Sammlung von Gert K. Nagel kommt am 9. Dezember 2009 bei Nagel Auktionen zur Auflösung. Der Komplex umfasst Kaffeetassen, -kannen und anderes Zubehör, welches die Mode des Kaffeetrinkens seit dem 18. Jahrhundert veranschaulicht.

Gemälde von József Ginovszky (1800-1857), welches eine „Kaffee trinkende Herrenrunde im Salon“ zeigt. Das in Öl auf Leinwand gemalte Bild ist 1838 datiert. Einer der Herren trinkt, wie damals üblich, den Kaffee aus der Untertasse, neben ihm steht ein Spucknapf (Schätzpreis 3.500 €).

Der frisch verheiratete Maler Caspar David Friedrich (1774-1840) stöhnte über die Vielzahl der neuanzuschaffenden Utensilien: „... Kaffeetrommel, Kaffeemühle, Kaffeetrichter, Kaffeesack, Kaffeekanne, Kaffeetasse...“. Solche kaffeegeschichtlich relevanten Gegenstände sind heute nicht mehr ganz leicht zu finden. Deshalb ist es ein Glücksfall, dass ein Teil der Sammlung bürgerlicher Kultur von Gert K. Nagel zur Auflösung gelangt.

Dabei handelt es sich um eine geschlossene Sammlung, die 300 Jahre Kaffeekultur vermittelt. Sie umfasst Kaffeetassen unterschiedlicher Formen und Materialien, Kaffeekannen, Kaffeemühlen, Kaffeewärmer, Dosen, Reklameschilder und andere selten gewordene Gegenstände. Beim Porzellan steht weniger das kostbar staffierte Stück im Vordergrund als vielmehr die Vielzahl von Typen und Formen, die sich durch den Siegeszug des anregenden Heißgetränks herausgebildet haben.

Die Objekte kommen am 9. Dezember 2009 unter dem Titel „Kaffee und was dazu gehört“ in über 160 Losnummern zur Versteigerung. Die Schätzpreise liegen meist im niedrigen dreistelligen Bereich. Zu den Höhepunkten zählt ein Gemälde von József Ginovszky (1800-1857), welches eine „Kaffee trinkende Herrenrunde im Salon“ zeigt. Das in Öl auf Leinwand gemalte Bild ist 1838 datiert. Einer der Herren trinkt, wie damals üblich, den Kaffee aus der Untertasse, neben ihm steht ein Spucknapf (Schätzpreis 3.500 €).

Dem Kaffee wurde immer wieder ein stark erotisches Fluidum zugeschrieben. Diesem Flair verdankt das Rokoko die Entstehung von zwei charakteristischen Kaffeegeschirren: das Solitaire mit einer Tasse und das Tête-à-tête mit zwei Tassen. Zu den besonderen Objekten der Sammlung gehört denn auch ein um 1775 entstandenes Mokka-Solitaire der Manufaktur Frankenthal. Die einzelnen Teile sind großflächig mit polychromen Flusslandschaften, mit Architektur, Stadtkulissen und Figurenstaffage ausgemalt (2.900 €).

Ansonsten belegen die Objekte aus drei Jahrhunderten die schier unüberschaubare Fülle von Kaffeegeschirren. Aus dem Rahmen fallen die Zittertassen oder Trembleusen, Deckeltassen, henkellose Koppchen oder Türkenbecher aus dem 18. Jahrhundert, Bauernbecher, Kinder- und Puppentassen des 19. Jahrhunderts sowie seltene Tassen aus Silber, Email oder Glas. Barttassen repräsentieren die Ära Kaiser Wilhelms. Der modische „Kaiser-Wilhelm-Bart“ konnte auf einer Ablage des Tassenrands so platziert werden, dass dieser „Mannes-Stolz“ beim Trinken nicht mit dem Getränk in Berührung kam. Kannen und Zuckerdosen gibt es in Silber, Zinn und Kupfer zu erstehen ebenso wie Kaffeewärmer und Emailleschilder.

Auch die Zubereitung des Kaffees war dem Wandel der Zeiten unterworfen. Während Röstpfanne, Mörser, Kupferkannen und Koppchen noch heute zum klassischen orientalischen Kaffeezeremoniell gehören, nahm die Entwicklung der westlichen Kaffeegeräte eine differenziertere Entwicklung. Anfangs wurden Bohnen oder entsprechende Surrogate individuell geröstet und gemahlen. Das Kegelmahlwerk der alten Handmühlenmodelle hielt sich 300 Jahre lang. Die Stücke der Sammlung Nagel dokumentieren diese Vielfalt. Als Mitte des 20. Jahrhunderts die elektrische Schlagmessermühle aufkommt, wird sie dankbar aufgenommen. Bald war fast in jedem Haushalt eine entsprechende Mühle vorhanden. Ihre Vielzahl wird nur von den heute üblichen Kaffeemaschinen und Espressoautomaten weit übertroffen.

Die 414. Kunst- und Antiquitätenauktion enthält in ihrem Hauptteil eine Mischung aus alten und neueren Gemälden, Möbeln, europäischem Kunsthandwerk, Schmuck und Uhren. Die 87. Nagel Collect-Auktion findet am 10./11. Dezember statt.

Kaffee und was dazu gehört »

Kaffee Sammler Gert K. Nagel »

Pressekontakt: Beate Kocher-Benzing

Telefon (0711) 6 49 69-230 Email: presse@auction.de

Stuttgart, 10. November 2009 bkb


Auktion






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