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Neue Entdeckungen bei alten Meistern: 409. Kunst- und Antiquitätenauktion

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Gemälde Alter Meister und Skulpturen bilden einen Sonderteil innerhalb der 409. Kunst- und Antiquitätenauktion, die am 17./18. September 2008 bei Nagel in Stuttgart stattfindet. Zu den Höhepunkten dieser Sparten zählen italienische, deutsche und niederländische Gemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts und Skulpturen des 14. bis 19. Jahrhunderts, welche überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum stammen.

Als Neuentdeckung darf das Tommaso Salini (Rom, um 1575 - 1625 Rom) zugeschriebene Gemälde mit dem Motiv „Der Apfeldieb" gelten. Nach Aussage von Caravaggio-Experte John F. Spike ist es „ein schönes Beispiel für eine Gruppe von Bildern, die allgemein unter dem Namen Tommaso Salini zusammengefasst werden. Diese Gruppe umfasst hauptsächlich Schäferjungen (ähnlich der Figur des Apfeldiebes) und Schafe oder Vieh".

Tommaso Salini (Rom, um 1575 - 1625 Rom) Der Apeldieb

Salini war Figuren- und Stillleben-Maler und könnte, so John F. Spike, sowohl den Apfeldieb wie auch die Äpfel gemalt haben. Das Gemälde steht stilistisch ganz unter dem Einfluss von Caravaggio, der seinen Zeitgenossen als arroganter, aufbrausender Künstlertyp bekannt war. Auch mit Salini kam es zu einer unerfreulichen Situation. Wie aus alten Prozess- und Gerichtsakten hervorgeht, hatte er am 2. Oktober 1601 wegen einer Attacke gegen ihn eine eine Beschwerde eingelegt (Maße 108,5 x 145 cm, Schätzung 20.000 €).

Antonio Gianlisi d.J. (Rizzolo di San Giorgio 1677 - 1727 Cremona) zugeschrieben ist ein großes Stilleben mit Türmchenuhr und Obst auf einer reich bestickten Draperie. Der Sohn des gleichnamigen Stillebenmalers ließ sich nach einem Aufenthalt in Venedig in Cremona nieder. Er schuf dekorative Stilleben vor allem für ausländische Auftraggeber in Frankreich, Spanien und Österreich (Maße 140,5 x 199 cm, Schätzung 15.000 €).

Aus der neapolitanischen Schule stammt ein Gemäldepaar mit aufwändiger Figurenstaffage in Fantasiearchitektur des 17./18. Jahrhunderts. Die Szenen zeigen die „Hochzeit zu Kanaa" und den „Bethlehemitischen Kindermord" (Maße 72 x 86,5 cm, Schätzung 40.000 €).

Bei den Gemälden deutscher Maler ragt ein bislang unbekanntes Selbstbildnis des Johann Anton Friedrich Tischbein (Maastricht 1750 - 1812 Heidelberg) heraus. Auf dem Gemälde, welches offenbar von der jüngeren Tischbein-Tochter Betty in die Familie des Einlieferers vererbt wurde, trägt der Künstler die „Werther-Tracht" mit gelber Weste und blauem Rock.

„Das Werk ist ein schönes und ausdrucksvolles Zeugnis von des Malers Bildniskunst", sagt Martin Franke, Verfasser des Tischbein-Werkverzeichnisses. Das Bildnis dürfte seiner Meinung nach in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts entstanden sein. Abgesehen von den Bildnissen, die den Künstler zusammen mit seiner Familie darstellen, sind fünf Selbstbildnisse von seiner Hand überliefert. Zwei befinden sich in musealem Besitz, drei weitere Gemälde sind nicht mehr auffindbar. Letztere sind Franke zufolge nicht mit dem vorliegenden Selbstbildnis identisch (Maße 57 x 46 cm, Schätzung 9.000 €).

Auch Daniel Seiters (Wien 1677 - Turin 1727) Gemälde mit der Darstellung von „Apoll und Daphne" ist eine Entdeckung. Es stammt aus einer alten württembergischen Privatsammlung und wird von Matthias Kunze, Kunsthistoriker und Experte für Barockmalerei, in die Turiner Schaffensperiode des Künstlers datiert. Seiter war 1688 von Rom an den Turiner Hof berufen worden, um für Herzog Vittorio Amedeo II den Ostflügel des Palazzo Reale mit einem aufwendigen Bildprogramm auszustatten.

Seiter gehörte in Rom zum engsten Künstlerkreis um Carlo Maratta und sollte nun in Turin ein prachtvolles, dem neuesten Stand der römischen Raumdekoration entsprechendes Werk schaffen. Ziel war die Darstellung der Apotheose des Vittorio. Das zentrale Fresko zeigt „Apoll auf dem Sonnenwagen", zu dessen Seiten befindet sich eine monochrom gemalte Szene mit „Apoll und Daphne". Das bei Nagel angebotene Leinwand-Gemälde ist mit dieser Darstellung nahezu identisch (Maße 174 x 148 cm, Schätzung 15.000 €, siehe Abb. oben).

Ein für die niederländische Malerei charakteristisches Bild stammt aus dem Kreis des Geertgen tot Sint Jans (Leiden? - nach 1490 Haarlem) und zeigt die „Beweinung Christi" auf einer Eichenholztafel. Geertgen tot Sint Jans wird als erster großer Maler der nördlichen Niederlande angesehen und dieses Tafelbild, aus altem belgischem Privatbesitz stammend, darf als bedeutendes wie gut erhaltenes Zeugnis eines Haarlemer Künstlers gelten, der in Kontakt mit Geertgen tot Sint Jans und der Ordensbruderschaft der Johanniter stand (Maße 96 x 73,5 cm, Schätzung 69.000 €).

Außerdem werden mehrere hochwertige Gemälde niederländischer Meister aus einer alten holländischen Privatsammlung veräußert, darunter Werke von Joos van Cleve (Kreis), Jan Baptist Weenix (zugeschrieben) und Aert de Gelder (zugeschrieben).

Bei den Skulpturen stehen die 135 cm hohe Stein-Skulptur einer stehenden Heiligen aus der Zeit um 1510-15 (Schätzpreis 6.000 €) sowie ein großes Kruzifix aus der Schule des Daniel Mauch, um 1510-15, zum Verkauf (Schätzpreis 8.000 €). In Bronze gegossen ist der „Knieende Putto" aus dem Umkreis des Hermann Vischer d.J., 2. Viertel 16. Jahrhundert. Die Figur zeichnet sich durch die ausdrucksstarke Gestaltung des Gesichts und der Locken aus (Höhe 17,5 cm, mit späterem Marmorsockel 20 cm, Schätzung 50.000 €).


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