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Lübecker Museen

Bürger auf Abwegen. Thomas Mann und Theodor Storm

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2015 feiert die Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft ihr fünfzigjähriges Bestehen. In einem halben Jahrhundert entwickelte sie sich zum bedeutendsten Forum der Thomas Mann- Forschung weltweit. Dieser Jahrestag ist Anlass für ein Schleswig-Holstein übergreifendes Literaturprojekt, Hand in Hand erarbeitet mit der Husumer Theodor-Storm-Gesellschaft. Den Auftakt hierzu bildet ein gemeinsames Herbstkolloquium zum Thema „Bürger auf Abwegen. Thomas Mann und Theodor Storm“ zu dem passend am 11.09.2015 die neue Sonderausstellung „Bürger auf Abwegen. Thomas Mann und Theodor Storm“ eröffnet wird. Hoch erfreut zeigte sich der Präsident der Theodor-Storm-Gesellschaft, Prof. Dr. Heinrich Detering, über die gemeinsame Herbst-Tagung: "Ein alter Wunschtraum wird endlich Wirklichkeit: Die beiden größten literarischen Gesellschaften in Schleswig-Holstein, die von jeher kollegial und herzlich zusammengearbeitet haben, machen ihre beiden Dichter, die mindestens ebenso eng miteinander verbunden sind, zum Thema einer gemeinsamen großen Tagung und einer Ausstellung. Weil Thomas Mann und Theodor Storm so eng zusammengehören, wurde es Zeit, dass die Thomas-Mann- und die Storm-Gesellschaft sich zusammentun, um diese faszinierenden Beziehungen zu beleuchten."

Auch für Prof. Dr. Hans Wisskirchen, den Präsidenten der Deutschen Thomas Mann Gesellschaft, ist die Jubiläumstagung etwas ganz Besonderes. „Eine der großen deutschen Literaturgesellschaften Deutschlands, die in Lübeck ansässige Thomas Mann Gesellschaft wird 50 Jahre. Wir wollen das mit einem Fest feiern, das alle Elemente unser bisherigen Tätigkeit vereint: Spannende Vorträge, Einbeziehung von jungen Forscherinnen und Forschern, Führungen, literarische Spaziergänge und einen großen Festakt im Dom. Ich freue mich sehr, dass uns die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig Holstein die Ehre eines Grußwortes gibt. Das zeigt die Wertschätzung, die die Gesellschaft hat und spornt uns an, uns auch in Zukunft für das Literaturland Schleswig Holstein zu engagieren.“

Das Programm des Kolloquiums beginnt am 4.-6. September 2015 in Husum mit der Tagung der Theodor-Storm-Gesellschaft und Thomas Manns Blick auf Theodor Storm. Der im neuen Europäischen Hansemuseum stattfindende zweite Teil, das Herbstkolloquium der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft, steht im Zentrum der Festwoche vom 9.-13. September 2015 in Lübeck. Ihr Höhepunkt ist der Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft, welcher am Samstag, den 12.09.2015, im Ostchor des Doms zu Lübeck stattfindet.

Dort werden Frau Weiher, Senatorin für Bildung und Kultur der Hansestadt Lübeck, Frau Spoorendonk, Ministerin Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein, und Frau Dr. Bedenig, Präsidentin der Thomas Mann Gesellschaft Zürich, Grußworte sprechen. Prof. Dr. Wißkirchen hält den Festvortrag „50 Jahre Thomas Mann-Gesellschaft Lübeck“, der durch ein Gespräch zwischen Herrn Prof. Dr. Wißkirchen, Herrn Dr. Eickhölter und Herrn Prof. Dr. Wimmer ergänzt wird. Untermalt wird diese Veranstaltung von den Klängen des Jaurena Ruf Project - Tango Tales, die uns mit Tangomusik zum Träumen einladen.

Inhaltlich widmet sich das Lübecker Tagungsprogramm den Formen eines Bürgertums ‚auf Abwegen’ zwischen den Herausforderungen von ‚Kunst’ und ‚Leben’. In vier Sektionen fokussieren die Referenten diese bei Storm und Thomas Mann gleichermaßen zu entdeckenden Parellelen in Leben und Werk. Heinrich Deterings (Göttingen) beide Tagungsteile einleitender Vortrag „Nicht ganz korrekt“ stellt zunächst beide Autoren als „entlaufene Bürger“ und Storm damit als Geistesverwandten Thomas Manns vor. Friedhelm Marx (Bamberg) verfolgt diese Deutung Storms durch Thomas Mann sodann in dessen großem Storm-Essay von 1930, in dem sich der Lübecker Dichter zugleich den Bedingungen seiner eigenen Autorschaft versichert. Nicht nur Lübeck, auch Husum wird Mann somit zur „geistigen Lebensform“.
Dem Doppelspiel von Bürger und Künstler gehen auch die Vorträge von Ole Petras (Kiel) und Jens Ole Schneider (Münster) in der zweiten Sektion nach. Wo der späte Storm und der frühe Thomas Mann von Konflikten erzählen, in denen eine frühmoderne Selbstverwirklichung mit einem brüchig gewordenen bürgerlichen Wertesystem kollidieren (Petras), inszeniert vor allem Manns Frühwerk – auch auf der Suche nach neuen Erzählformen – immer wieder ein „Bürgertum mit schlechtem Gewissen“ (Schneider). Die dritte Sektion widmet sich den Entwürfen dichterischer Wirklichkeiten zwischen neuen Wissens- und Wahrnehmungsformen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Yahya Elsaghe (Bern) betrachtet Storm und Mann als Zeitzeugen des medizinischen Fortschritts im Umgang mit Krankheiten und Infektionsängsten. Nadja Reinhard (Innsbruck) untersucht den „experimentellen Blick des Jünglings“ im Werk beider Autoren, mit dem die Erzähler Formen „unbefangen-befangener Sinnlichkeit“ zwischen Anziehung und Abstoßung inszenieren. Andrea Bartl (Bamberg) analysiert die „Eigendynamik der Dinge“ im Erzählwerk Storms und Manns vor dem Hintergrund bürgerlicher Sammeltätigkeit des 19. Jahrhunderts einerseits und ökonomischem Diskurs andererseits.

Die vierte Sektion schließlich fragt nach dem Norden als literarischer Heimat beider Dichter. Andreas Blödorn (Münster) verfolgt – immer wieder mit dem Meer-Motiv verbundene – Spuren der Irritation durch Tod und Jenseitsängste im Werk Storms und Manns, die mit Formen bürgerlicher Glaubensgewissheit nicht mehr bewältigt werden können. Bernd Hamacher (Hamburg) kartographiert zuletzt die „literarische Topographie“ Storms und Manns und ihre Bezugnahme auf Vorstellungen und Konzepte vom Norden.






  • 20.09.2015 - 10.01.2016
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    Ausstellungseröffnung
    Die Ausstellung wird am Sonntag, 29. März, um 11.30 Uhr eröffnet. 

    Öffnungszeiten
    01.01.-31.03. | Di-So | 11-17 Uhr
    01.04.-31.12. | Di-So | 10-17 Uhr

    Eintrittspreise
    Erwachsene / Ermäßigte / Kinder:
    6 / 3 / 2 €



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  • Storm mit Feldblume _c Storm-Archiv Husum
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