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Museum Gunzenhauser

Serge Poliakoff Vollendete Peinture

Museum Gunzenhauser

Das Museum Gunzenhauser widmet einem herausragenden Künstler der Nachkriegsabstraktion eine umfangreiche Ausstellung: Serge Poliakoff.

Mit zehn Gemälden aus den Jahren von 1954 bis 1966 zählt Poliakoff zu den wichtigsten Künstler:innen in der Sammlung von Dr. Alfred Gunzenhauser. Erstmalig wird dieser Bestand aufgearbeitet, vollständig ausgestellt und mit herausragenden Leihgaben aus Privatsammlungen und Museen in Deutschland und Frankreich ergänzt. Nach einer abenteuerlichen Flucht aus seiner Heimat Moskau und langen Reisen durch Europa als Gitarrist in einer Band für »Gypsy«-Musik widmet sich Serge Poliakoff 1923 in der kosmopolitischen und kulturellen Metropole Paris der Malerei. Hier lernt er Wassily Kandinsky und Sonia und Robert Delaunay kennen, die seine Begeisterung für Farbe und Abstraktion fördern. Seit den 1950er Jahren gestaltet er seine wiederkehrenden und ineinander verzahnten geometrischen Formen. Immer besitzen sie eine herausragende Leuchtkraft, die Poliakoff durch selbst gemischte Farben und übereinander gelagerte Schichten erzielt. Nach Kriegsende ist er einer der wichtigsten Vertreter der École de Paris, stellt 1959 und 1964 auf der documenta in Kassel aus und erhält 1962 einen eigenen Raum auf der Biennale di Venezia. Im selben Jahr beschreibt einer der bedeutendsten deutschen Kunstkritiker der 1950er und 1960er Jahre, Will Grohmann, anlässlich einer Ausstellung in der Galerie Im Erker in St. Gallen Poliakoffs Bilder als »vollendete Peinture, jede Reihe von Bildern eine Harmonie, das Ganze des Oeuvres wie eine musikalische Komposition.«

Zwei Aspekte stehen im Fokus der retrospektiv angelegten Ausstellung: Der erste Teil der Ausstellung widmet sich Poliakoffs Suche nach der eigenen Bildsprache, wobei sich seine Bildfindung chronologisch nachvollziehen lässt. Kombiniert er in seinen frühen Werken noch eine Vielfalt an Formen, Linien und Farben, verzichtet er ab 1949 auf die formbegrenzende Funktion der Linie und beginnt, eine neue Methode zu entwickeln: Linien werden nicht mehr herausgearbeitet, sondern entstehen als Resultat aus der Berührung von Farbflächen. Mit dieser Vorgehensweise wird die komplexe Verschachtelung und Verzahnung verschiedener asymmetrischer Farbformen zum eigentlichen Bildthema des Künstlers. Die Ausstellung präsentiert auch eine selten gezeigte 14-teilige Werkserie, in der Serge Poliakoff Stoffmuster für ein fertigt.

Im zweiten Teil der Ausstellung steht das »serielle Arbeiten – Variationen formaler Ordnungen« im Vordergrund. Bis Anfang der 1950er Jahre hat Poliakoff seine malerische Bildsprache bereits voll entwickelt. Im Gegensatz zu anderen Künstlern der École de Paris interessiert er sich mehr für die Möglichkeiten der Farbe, als für die der Linie – einer der prägnantesten stilistischen Unterschiede zwischen Poliakoff und seinem Zeitgenossen Pierre Soulages. Die fein auf einander abgestimmten Farbfelder werden zur Grundlage für Poliakoffs Bildsprache, an der er bis zu seinem Tod grundsätzlich festhält. So folgt im Arbeitsprozess nicht nur eine Farbschicht auf die nächste, sondern jedes Bild zieht das folgende nach sich. Poliakoff entwickelt auf diese Weise eine Kontinuität, die von einem Werk zum nächsten führt.

Die Kunstsammlungen am Theaterplatz präsentieren zeitgleich eine Retrospektive zu Pierre Soulages, einem Pariser Künstlerkollegen von Serge Poliakoff und wichtigen Vertreter der internationalen Nachkriegsmoderne.






  • 21.03.2021 - 20.06.2021
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    Öffnungszeiten

    Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, Feiertag 11–18 Uhr
    Mittwoch 14–21 Uhr
    24.12. und 31.12. geschlossen

    Eintrittspreise*

    7 Euro, 5 Euro ermäßigt

    ab 10 Personen Gruppenrabatt:
    5 Euro, 3 Euro ermäßigt

    Freier Eintritt für Kinder und
    Jugendliche unter 18 Jahren



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  • Serge Poliakoff Composition abstraite, 1959 Öl auf Leinwand 60 x 73 cm Kunstsammlungen Chemnitz-Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser, Chemnitz Foto: PUNCTUM/Bertram Kober © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
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