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BALI Kunst im Wandel

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Als ihr Mann am 9. April 1935 verstarb, sah Helene Podjewyd keine Zukunft mehr für sich in der Kolonie (sie war bereits 63 Jahre alt) und entschied sich, nach Wien zu übersiedeln. Sie war ab 16. Dezember 1935 in Wien gemeldet und verstarb am 21. April 1947. Die lamak-Skizzen von Walter Spies Ein anderes Highlight der Ausstellung sind die kürzlich am Museum für Völkerkunde Wien wiederentdeckten lamak-Skizzen von Walter Spies. Lamak aus Palmblättern werden im Tempel aufgehängt und sind wenige Tage später dürres Material, das achtlos entsorgt wird. Die langwierige und komplizierte Herstellung eines lamak findet ihre Erfüllung in einem einzigen Augenblick – im Moment der Präsenz der Ahnen. Danach hat der Opferstreifen seine Aufgabe erfüllt und wird bedeutungslos. Kunst als Moment, als Möglichkeit der kurzen Berührung zwischen irdischer und himmlischer Sphäre, als Ort der Erneuerung des Kontraktes zwischen Menschen und Göttern, Lebenden und Verstorbenen, als Ort der Segnung. Für Walter Spies waren lamak die schönste und interessanteste Äußerung der balinesischen Volkskunst. Durch seine künstlerische Sensibilität nahm Spies früher und intensiver als andere Europäer die Besonderheit der lamak wahr. Dennoch gelang es ihm nicht, die Flüchtigkeit des Objekts wirklich ernst zu nehmen.

Es fiel ihm schwer, die Kurzlebigkeit eines lamak zu akzeptieren. Die Vergänglichkeit des Objekts, die für die Hersteller des Objekts eine zentrale Bedingung war, konnte sein Geist, der weiterhin ein abendländischer des Sammelns und des Ordnens war, nicht mittragen. Das Flüchtige musste gebannt, der Vergänglichkeit entrissen werden. Die Botschaft des lamak besteht darin, dass die Kraft eines Objektes oft nur in dem einen Augenblick liegt, in dem seine Herstellung ihre Erfüllung gefunden hat. Danach verliert dieses Objekt jeden Sinn und ist alleine dürre Materie. Walter Spies’ groß angelegte Sammlung von lamak-Ornamenten (mehr als 500 Motive), die trotz vieler Versuche leider nicht im Druck erschien, wurde nach seinem Tod in alle Winde zerstreut. Die in Wien entdeckten 43 Blätter sind das größte Teilkonvolut dieser Sammlung und deshalb von besonderem Wert. Die Zeichnungen der lamak-Ornamente von Walter Spies und diejenigen von I Gusti Nyoman Lempad, der inzwischen weltbekannt geworden ist, verdeutlichen den gemeinsamen Dialog zwischen balinesischen und europäischen Künstlern der 1920er und 30er Jahre auf dem Weg in die Moderne.








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  • Szene aus dem Atmaprasangsa (878 KB) I Gusti Nyoman Lempad Vor 1935 Sammlung Helene Potjewyd Papier, Feder und Tusche mit schwarzer und roter Tinte, gehöht mit Gold, H. 280 mm, B. 210 mm © KHM mit MVK und ÖTM
    Szene aus dem Atmaprasangsa (878 KB) I Gusti Nyoman Lempad Vor 1935 Sammlung Helene Potjewyd Papier, Feder und Tusche mit schwarzer und roter Tinte, gehöht mit Gold, H. 280 mm, B. 210 mm © KHM mit MVK und ÖTM
    Kunsthistorisches Museum
  • Lamak-Ornamente (413 KB) Walter Spies Sammlung Helene Potjewyd Bleistift und Tinte auf Papier, H. 280 mm, B. 210 mm © KHM mit MVK und ÖTM
    Lamak-Ornamente (413 KB) Walter Spies Sammlung Helene Potjewyd Bleistift und Tinte auf Papier, H. 280 mm, B. 210 mm © KHM mit MVK und ÖTM
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