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Poetic Force in Nature

GEORGES WENGER MICHAEL SCHUSTER

Poetic Force in Nature

GEORGES WENGER (geb.1947, lebt in Winterthur) will durch seine Kunst die Kommunikation zwischen Mensch und Natur fliessen lassen. Ob als Gemälde, Aquarell, Zeichnung, raffinierte Drucktechnik, Fotografie oder Skulptur, seine kreative Vielseitigkeit ist unerschöpflich. Seit einigen Jahren steht das Arbeiten auf Papier wieder ganz im Zentrum seines Schaffens. Jedoch nicht im herkömmlich traditionellen Sinn. Wenger sieht in der Umstellung auf die digitale Technik eine fantastische Herausforderung, die für ihn neue gestalterische Möglichkeiten eröffnet. Für seine subtilen, Wachsbeschichteten Pigmentprints verwendet er handgeschöpftes Papier und ökologische Farben ohne giftigen Säuren. Nach der 2010 bei uns vorgestellten Serie "Varanasi Questioning", inspiriert von Wengers mehrmonatigem Indien Aufenthalt, werden nun Arbeiten aus dem atmosphärischen Umfeld der Schwendialp im Prättigau gezeigt. Diese sind dort in totaler Abgeschiedenheit und Stille entstanden: Seltene Pilzsporenbilder, wie sie auf dem Kunstmarkt noch nie gezeigt worden sind, sowie stimmungsvolle Miniaturen aus der Bergwelt. Mit diesen Arbeiten erreicht Wenger "die Annäherung an sein nur ihm eigenes Wesen", was der Schriftsteller Ernst Halter 2010 als "Einübung in Richtung des Kerns" beschrieb.

MICHAEL SCHUSTER (geb.1963, lebt in Berlin) entnimmt auch für seine neuen Laubarbeiten Momentaufnahmen aus dem Fundus seines Familien - Ferienalbums und setzt diese in zeitlose Motive um. Es scheint, als möchte der Künstler den Moment festhalten, das Sekundenerlebnis, möglicherweise sogar die Zeit überwinden, so wie er die Platanen-Blätter durch seine Kunst weiterleben lässt. Oder ist das Aufgreifen der zu Kunst verarbeiteten Erinnerungen vielleicht ein Zurückgreifen auf unsere traditionellen Werte als Reaktion auf die in unserer Gesellschaft inzwischen überhandnehmende Digitalisierung und Kommerzialisierung? Schuster sagt, dass im Fokus die bildhafte Umsetzung eines vergangenen Zeitpunktes steht, welche Wirklichkeit und Gegenwart suggeriert. Der Künstler schneidet die dafür geeigneten Figuren aus getrocknetem und gepresstem Laub und platziert sie auf dem weissen Papier so, dass durch den sie umgebenden leeren Raum eine Komposition voll Spannung entsteht. In beispielloser Verdichtung verschmelzen die fragilen Gestalten mit der Struktur der natürlich gewachsenen Blattadern und werden zu zeitlosen Metaphern. Die filigranen Collagen erzeugen ein völlig neues und verblüffendes Wahrnehmungserlebnis und sind von einer berührenden poetischen Kraft.






  • 28.08.2014 - 10.10.2014
    Ausstellung »
    Annamarie M. Andersen Galerie »

    ÖFFNUNGSZEITEN:
    MITTWOCH–FREITAG 13.00 - 18.00 UHR
    UND NACH VEREINBARUNG

    Tram Nr. 6, 7, 13 Richtung Enge, Haltestelle Tunnelstrasse oder fünf Gehminuten vom Bahnhof Zürich-Enge



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