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Bücher sind bleibende Werte - Exzellente Verkäufe auf der 52. Stuttgarter Antiquariatsmesse

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STUTTGART 27. Januar 2013. Bleibende - materielle, ideelle und ästhetische - Werte sind die besten Investitionsobjekte. Das gilt auch und vor allem für seltene und wertvolle Bücher, Autographen und Graphiken, die vom 25. bis 27. Januar 2013 auf der 52. Stuttgarter Antiquariatsmesse auf reges Kaufinteresse stießen. Auch in der 52. Ausgabe schließt die Stuttgarter Antiquariatsmesse als zweitälteste Messe Europas und größte Messe Deutschlands wieder mit einem hervorragenden Gesamtergebnis. Die meisten der 78 Aussteller aus Europa und den USA zeigen sich nach drei anregenden Messetagen mit fünf- und sechsstelligen Verkaufserlösen und einem regen Publikumsinteresse zufrieden.

Schon bei der Eröffnung am Freitag, 25. Januar um 11 Uhr, herrschte hoher Andrang. Dementsprechend groß war das Gedränge, als 30 Minuten nach Messeeröffnung um die begehrtesten Stücke aus dem Messekatalog gelost wurde. Besonders der internationale Handel – aus Italien, Frankreich, Großbritannien, Skandinavien, der Schweiz, Österreich, Belgien, Niederlanden und den USA angereist – zeigte sich extrem kauffreudig, ebenso wie die Bibliotheken und öffentlichen Institutionen, die bei zahlreichen Ausstellern ihre Bestände um wertvolle Objekte erweiterten.

Zehn Interessenten gab es für Chateaubriands „Mémoires d’outre-tombe“, im Angebot des Londoner Antiquars Tusculum, der die seltene erste Ausgabe an einen französischen Händler abgab (8.800 €). Nicht minder hart umkämpft waren die typographischen Preziosen, die Leo Cadogan aus Großbritannien nach Stuttgart brachte. Um jedes dieser im Messekatalog angezeigten Objekte wurde gelost, und mancher Gewinner war, wie der Aussteller selbst, über den Kanal gereist, um Raritäten wie Brogiottis „Indice“ zu erwerben (5.650 €). Für Leo Cadogan war es die erste und sicher nicht letzte Stuttgarter Messe. Eugene Vigil, der mit wertvollen naturkundlichen Werken aus den USA nach Stuttgart gekommen war, ergänzte bei vorzüglichen Verkäufen: „We will certainly come back!“

„Ausgezeichnet!“ Ein Wort genügt Heribert Tenschert, um den Messeverlauf 2013 zu kennzeichnen. Das Antiquariat Bibermühle glänzte mit einem „mittelalterlichen Knigge“ – Il Fiore di Virtù (780.000 €) – und einer beeindruckenden Reihe äußerst seltener Pergamentdrucke, von denen Tenschert drei Drucke im jeweils sechsstelligen Bereich verkaufen konnte.

Aber auch die jungen Sammler waren präsent. Ein elfjähriger (!) Autographen- und Musikalienfreund erwarb bei J. A. Stargardt und Adam Bosze Partituren und Handschriften, passend zu seiner Passion: Der junge Mann ist Meisterschüler und ein aufstrebendes Talent am Piano.

Über die Jahrzehnte hat sich die Stuttgarter Antiquariatsmesse als starker Marktplatz für den internationalen Handel etabliert, weshalb viele der Aussteller zum Kaufen und zum Einkaufen nach Deutschland reisen. Darüber hinaus schätzt man das kundige und interessierte Publikum, das sich im Laufe der Zeit zur Stammkundschaft entwickelt hat.

„Wir nehmen seit fünf Jahren in Stuttgart teil“, sagt Günter Linke. „Unsere Kunden, die wir gewonnen haben, geben uns das Gefühl, hier angekommen zu sein. Etwas Besseres kann man von einer Messe nicht erwarten.“ Mehr als die Hälfte seines Angebotes konnte Günter Linke verkaufen, darunter Yvan Golls „Le mythe de la roche percée“ mit Radierungen von Yves Tanguy (9.800 €), Mouvement Dada (8.000 €) sowie die Erstausgabe von Benns „Morgue“ (4.800 €).

„Das Auge kauft mit“, meint Christof Groessl vom Antiquariat Abeceda, weshalb er alle im Messekatalog abgebildeten Objekte gleich am ersten Tag an Privatsammler abgab, darunter Johannes Ittens „Utopia“ (4.000 €) und die „Zehn kleinen Meckerlein“ (3.500 €). Genau aus diesem Grund sei der Messekatalog als Kaufanreiz enorm wichtig, sagt Dr. Carlo Schmid von C. G. Boerner, der beide im Katalog angebotenen Graphiken von Paul Graeb (5.500 €) und Willem van Swanenburgh“ (5.500 €) nach wenigen Minuten in Sammlerhände übergab.

Zwei entzückende handkolorierte Steindrucke eines hawaiianischen Königspaares zählten zu den vielen Verkäufen, die Helmut Schwarzfischer vermeldet (11.000 €). Georges „Hymnen – Pilgerfahrten – Algabal“ (14.000 €) und Nietzsches „Zarathustra“ (22.000 €) waren zwei von vielen Highlights, die Herbert Blank verkaufen konnte. Eine superbe Tucholsky-Sammlung mit Widmungsexemplare, Erstausgaben und Fotografien fand bei Eberhard Köstler für 30.000 € ebenso einen Abnehmer wie das originelle Tagebuch einer Reise nach Afrika (7.800 €).

Bei Reiss & Sohn zählte ein Ottheinrichband aus der Büchersammlung des größten und berühmtesten deutschen Bibliophilen des 16. Jahrhunderts zu einem von vielen exzellenten Verkäufen (24.000 €). Per Losentscheid ging beim Antiquariat Wölfle Thomas von Aquins „Quodlibeta“ aus dem Jahr 1474 an den internationalen Handel (8.800 €), während Norbert Donhofer mit Herbersteins „Moscoviter Historien“ (14.500 €) punktete. „Es war eine meiner besten Stuttgarter Messen“, bekennt der Wiener Antiquar, der schon seit vielen Jahren in Stuttgart vertreten ist.

„Ein Heimspiel“ ist die Messe auch für Hans-Günter Bilger, der Lavaters „Hand-Bibliotheck“ (3.600 €), Hornmolds Werken (4.500 €) und, glanzvoller Höhepunkt, Spees „Cautio Criminalis“ (14.500 €) teils an Privatsammler, teils an Institutionen verkaufen konnte.






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