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Schloss Cecilienhof „unter Dach und Fach“

SPSG setzt Hüllensanierung im Rahmen ihres Masterplans fort und bereitet die Einrüstung des Gebäudes vor

Im April 2015 beginnt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit dem zweiten Bauabschnitt der Sanierung des Schlosses Cecilienhof. Dieser erstreckt sich vom Westturm bis in den Ehrenhof des Schlosses (mit dem „Roten Stern“). Die geplanten Arbeiten umfassen das Eichenfachwerk, das Dach, die Fenster sowie die Natursteinfassaden und die Natursteingartenmauern. Dafür ist es notwendig, den gesamten Bereich komplett einzurüsten und mit Bauplanen vor Witterungseinflüssen zu schützen. Um den Gerüstaufbau zu ermöglichen, werden deshalb ab Mittwoch, dem 28. Januar 2015, die Gehölzpflanzungen und die Fassadenbegrünung in diesem Baubereich entfernt. Es betrifft jeweils die Zone zwischen der Fassade und den unmittelbar angrenzenden Wegen. Die historischen Magnolien an der Nordwestseite des Schlosses bleiben aber erhalten und werden während der Baumaßnahme geschützt.

Finanziert werden die dringend notwendigen Wiederherstellungsarbeiten durch das Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten (Masterplan), das der Bund (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie die Länder Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) und Berlin (Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten) zur Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Schlösserlandschaft aufgelegt haben. Die Maßnahmen sollen bis 2017 abgeschlossen sein und haben ein Volumen von 9,7 Millionen Euro. Es ist die erste grundlegende Sanierung an dem von 1913 bis 1918 für das Kronprinzenpaar Cecilie (1886-1954) und Wilhelm (1882-1951) errichteten Schloss.

Bereits während der Bauplanungsphase wurden sämtliche Gehölze digital genau kartiert und fotografisch dokumentiert, damit nach Beendigung der Baumaßnahme die entfernten Gehölze und Stauden wieder nachgepflanzt werden können. Auch die für das Schloss Cecilienhof typische Fassadenbegrünung wird dann nach einigen Jahren wieder erlebbar sein.

Ab April 2015 kommt es dann baubedingt zu Einschränkungen bei der Nutzung der Wege für die Besucher. Die SPSG wird mit einem zusätzlichen Wegeleitsystem die Besucher vor Ort informieren. Schloss Cecilienhof bleibt jedoch während der bis gesamten Sanierungsphase für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Besucher können nicht nur den Fortgang der Dach-, Fassaden- und Gartenstützmauersanierung von außen erleben, sondern auch in den Innenräumen am Ergebnis von Restaurierungsleistungen unmittelbar teilhaben.

Die bis 2017 geplanten Maßnahmen im Einzelnen
Die Hüllensanierung im Rahmen des für das Investitionsprogramm aufgestellten Masterplans der SPSG dient vorrangig der Instandsetzung und nachhaltigen Sicherung der bedrohten Bausubstanz. Die Sanierung der technischen Infrastruktur soll die Betriebskosten senken und die denkmalgeschützte Bausubstanz vor Havarien bewahren. Die Reparaturen werden vorrangig handwerklich und unter Verwendung originaler oder originalgetreuer Ersatzmaterialien erfolgen.

Dachkonstruktion und Dachhaut:
Das Erscheinungsbild des Schlosses wird in besonderem Maß vom Dach geprägt. Eine umfassende Sanierung der Dachlandschaft fand seit der Erbauung nicht statt, Eingriffe und Umdeckungen sind nur partiell festzustellen. Das Dachtragwerk aus Nadelholz ist in erheblichem Umfang geschädigt. Die Handstrichbiber (Typ „Lausitzer“) zeigen einen hierzulande eher unüblichen gradwinkligen Schnitt. Obwohl die Dachsteine an englische Ziegel erinnern, stammen sie nicht aus englischer Produktion. Leichte Unregelmäßigkeiten in Form, Farbe und Oberfläche betonen die handwerkliche Herstellung und verleihen der Dachhaut ihren traditionellen Charakter. Um diesen ursprünglichen Charakter zu erhalten wird das Dach komplett umgedeckt und mit Ersatzdachziegeln ergänzt. Begleitende Maßnahmen sind die Reinigung und zimmermannsmäßige Reparatur der Dachkonstruktionshölzer, sowie die Sanierung der Dachentwässerung aus Zinkblech.

Schornsteine:
Charakteristisch für das Dach sind auch die nach englischen Vorbildern gestalteten Schornsteine, die durch wenige jüngere Schornsteine des Hotels ergänzt wurden. Letztere ersetzen offenbar bauzeitliche Schornsteine und weisen starke Ausblühungen und im Dachraum Versottungen sowie an den Köpfen Frost- und Säureschäden auf. Neben der Restaurierung der Zierschornsteine wird der dominierende Zentralschornstein im Rahmen der Erneuerung der Heizungsanlage im musealen Bereich technisch saniert und in seiner historischen Form neu aufgemauert.

Fachwerk und Fassadenputze:
Das in Eichenholz errichtete Fachwerk ist größtenteils eine Blendkonstruktion, das nur in den Giebelbereichen nicht hintermauert ist. Das Fachwerk wurde als traditionelle Schlitz- und Zapfenkonstruktion mit Holznägeln und zimmermannsmäßigen Zierkonstruktionen gefertigt. Es weist aber auch typische Spuren maschineller Verarbeitung und Vorfertigung auf. Die Fachwerkkonstruktion ist mit Ausnahme einiger sanierungsrelevanter Schwindrisse und klaffender Fugen allgemein in einem guten Zustand, muss aber in Teilbereichen demontiert, repariert und ergänzt werden. An den Eichenhölzern sollen Alterungsspuren in Form silbrig gealterter Oberflächen erkennbar bleiben.

Bei den Putzgefachen zeigen sich größere Schäden nur in einigen Ausfachungen und im Bereich der Regenfallrohre. An diesen Stellen müssen Ergänzungen in Anlehnung an die historische Handwerkskunst vorgenommen werden.






  • 27.01.2015
    Presse »

    Informationen
    Schloss Cecilienhof
    Im Neuen Garten 11
    14469 Potsdam

    Öffnungszeiten:
    November bis März: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr
    April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
    Besichtigung mit Führung oder Audioguide.
    Privaträume des Kronprinzenpaares nur mit Führung: 10, 12, 14 und 16 Uhr
    Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließzeit.

    Eintritt: 6 Euro / ermäßigt: 5 Euro



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  • Schloss Cecilienhof in Potsdam: Schornstein. Foto: Hagen Immel/SPSG
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  • Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten: Foto: Roland Handrick/SPSG
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    Stiftung Preußische Schlösser und Gärten