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Ernst Leitz


FOTOS WIE GEDRUCKT II
BILDJOURNALISMUS 1945 - 1975

Noch einmal erlebte der klassische Fotojournalis- mus nach dem Zweiten Weltkrieg eine goldene Zeit. Klassische Blätter wie Life oder Look, Kul- turzeitschriften wie das Schweizer Du, aber auch Neugründungen in Deutschland wie der Stern, Kristall, Quick, Revue oder die Bunte Illustrier- te boten jungen Journalisten eine Plattform, die Möglichkeit zu reisen und stellvertretend für ein Millionenheer von Lesern eine Welt zu entdecken, die noch nicht bis zum letzten Winkel erkundet und durchleuchtet war.

Magnum fungierte ab 1947 zum viel beachteten Modell – weniger Agentur als Kollektiv. Und vor- wiegend aus Pressefotos bestückte Ausstellungen wie „The Family of Man“ oder die von Karl Pawek konzipierten „Weltausstellungen der Photogra- phie“ unterstrichen die Kraft, die Faszination ei- ner meist schwarzweisen Dokumentarfotografie. Schleichend ab Mitte der 50er Jahre ging der Einfluss der Illustrierten zurück. Am Ende ließ das schnellere Fernsehen sogar eine Institution wie Life überflüssig werden.

Exponate: u. a. Werner Bischof, W. Eugene Smith, Henri Cartier-Bresson, Horst Faas, Erich Lessing, Robert Lebeck, Thomas Hoepker, Larry Burrows, Philip Jones Griffiths, Barbara Klemm (Bilder für die FAZ) – Gezeigt werden neben beispielhaften Magazinen und ganzen Reportagen auch Einzel- bilder, die sich längst emanzipiert haben von ih- rem Erzählzusammenhang und zu selbstständigen „Ikonen“ der neueren Fotografie avanciert sind, u. a. Alfred Eisenstaedt: „V. J. Day“ (1945), Jewge- ni Chaldej: „Die Flagge des Sieges“ (1945), Henri Cartier-Bresson: „Deutschland 1945“, Alberto Kor- da: „Che Guevara“ (1960), Peter Leibing: „Sprung in die Freiheit“ (1961), Nick Ut: „Kim Phúc“ (1972)

PERSONAL EXPOSURES I
FOTOGRAFIERENDE AUTOREN 1950 - 1970

Vom Auftrag zum Selbstauftrag: Mehr und mehr seit den 1950er Jahren – also quasi parallel zum Niedergang der Illustriertenpresse – verfolgen Fo- tografen eigene Projekte im Sinne eines subjektiv verstandenen Dokumentarismus. Oft genug han- delt es sich um über Jahre engagiert verfolgte Zyklen, deren Botschaft nicht zuletzt eine ästhe- tische ist.

So ging es Robert Frank ja nicht nur darum, der Welt Amerika zu erklären, sondern auch mit Verve eine neue Bildsprache zu etablieren. Ähnlich steht es um William Klein, dessen New York-Buch be- reits 1956 für Aufsehen gesorgt hatte und zusam- men mit Titeln von Cartier-Bresson (1952), Ed van der Elsken (1956) oder René Burri (1962) zahllose Fotografen dazu brachte, ihre Bilder in Zyklen zu organisieren, Geschichten über Serien zu erzählen und schließlich das Buch als gedrucktes Museum zu begreifen.

Exponate: u. a. René Groebli, Robert Frank, René Burri, Bruno Barbey, Bruce Davidson, Ed van der Elsken, Johan van der Keuken, William Klein, Arno Fischer, Sergio Larrain, Will McBride, Leonard Freed

NEW COLOR PHOTOGRAPHY 1945 - 1980
New Color meint in der Regel jene an künstleri- schen Strategien interessierte Farbfotografie, wie sie seit den 1970er Jahren in den USA betrieben wurde. Stephen Shore, Joel Sternfeld, aber auch ausgesprochene Leica Fotografen wie William Eggleston oder Joel Meyerowitz gelten hier als Protagonisten einer freien Farbfotografie jenseits von Mode, Werbung oder Journalismus. Tatsäch- lich hat die kreative Beschäftigung mit der Farbe schon sehr viel früher eingesetzt. Künstler wie der Däne Keld Helmer-Peteren, der Amerikaner Fe- renc Berko oder der Kanadier Fred Herzog teilen sich das Verdienst, früh mit der Farbe experimen- tiert zu haben. Nicht zu vergessen Saul Leiter oder Ernst Haas, der in den 50er und 60er Jahren den wohl größten Einfluss insbesondere auf fotogra- fierende Amateure hatte. In Deutschland waren es Namen wie Erwin Fieger, Horst H. Baumann oder Peter Cornelius, die sich kreativ mit der Farbe aus- einandersetzten.

Exponate: Keld Helmer-Petersen, Ferenc Berko, Ernst Haas, Peter Cornelius, Erwin Fieger, Horst H. Baumann, Fritz Fenzl, Walter Boje, Fred Herzog, Saul Leiter, William Eggleston, Mitch Epstein, Joel Meyerowitz, Garry Winogrand



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