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Unvergesslich – Regula Dettwilers emotionale Blumeninstallation in der Landesgalerie Niederösterreich 2025

Unvergesslich – Regula Dettwilers poetische Blumeninstallation in der Landesgalerie Niederösterreich

Blumen begleiten uns im Alltag, sie sprechen unsere Sinne an, erinnern uns an Menschen, Orte und Augenblicke. Sie sind mehr als nur Dekoration – sie sind Trägerinnen von Emotionen. In der Landesgalerie Niederösterreich entfaltet die Künstlerin Regula Dettwiler eine ebenso poetische wie vielschichtige Installation aus natürlichen und künstlichen Pflanzen. Ihre Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur, zwischen Vergänglichkeit und Beständigkeit, zwischen Erinnerung und künstlerischer Transformation.

Ein Herbarium der Gefühle

Die Ausstellung ist zweigeteilt. Im Zentrum des ersten Teils steht das „Herbarium der Gefühle“ – eine stille Sammlung gepresster Pflanzen, die Menschen aus Krems und Umgebung zur Verfügung gestellt haben. Jede Pflanze steht für ein Gefühl, eine Erinnerung oder ein besonderes Ereignis. Dettwiler arrangiert diese Blüten und Gewächse nicht nach wissenschaftlicher Systematik, sondern nach emotionalen Kategorien, die neue Sichtweisen ermöglichen.

„Diese Pflanzen symbolisieren eine Emotion, ein Gefühl oder ein besonderes Ereignis, das die Besitzer:innen mit der Pflanze verbinden.“

Die Künstlerin greift hier auf die Tradition botanischer Darstellung zurück, löst sie aber aus der wissenschaftlichen Ordnung und verleiht ihr eine poetische Dimension. Ein botanisches Archiv wird zum emotionalen Speicher, in dem individuelle Geschichten sichtbar werden.

Hängende Gärten aus Plastikblumen

Der zweite Teil der Ausstellung überrascht mit einer raumgreifenden Installation aus gebrauchten Plastikblumen, die auf Friedhöfen weggeworfen wurden. Dettwiler haucht diesen künstlichen Relikten neues Leben ein. In monumentalen Girlanden und üppigen Bündeln hängen sie von der Decke herab und verwandeln den Raum in ein visuelles Echo der Hängenden Gärten von Babylon. Die künstliche Blume wird zum Träger einer anderen Botschaft – weniger natürlich, aber umso beständiger.

„Diese künstlichen Blumen werden in der Ausstellung zu neuem Leben erweckt und in großen Bündeln und Girlandenform von der Decke gehängt.“

Die Künstlerin hinterfragt dabei die Beziehung zwischen Mensch und Natur, zwischen Realität und Nachbildung. Echte Blumen symbolisieren Schönheit und Vergänglichkeit, sie blühen und vergehen. Sie sind Sinnbilder für das Leben in seiner zerbrechlichsten Form. Künstliche Blumen hingegen stehen für den Wunsch nach Kontrolle, für das Festhalten an Schönheit, für Dauer.

„Sie repräsentieren den Wunsch, die Schönheit festzuhalten und die Vergänglichkeit zu überwinden.“

In dieser Gegenüberstellung von echtem und künstlichem Pflanzenmaterial entsteht ein emotionales Spannungsfeld. Die Ausstellung wird so zu einem doppelten Archiv: ein kollektives Gedächtnis der privaten Empfindung und ein künstlerisches Manifest über unsere Beziehung zur Natur.

Regula Dettwiler – Eine Künstlerin zwischen Naturbeobachtung und Konzeptkunst

Regula Dettwiler, geboren im schweizerischen Oberkulm, studierte zunächst in Luzern und absolvierte anschließend ein Bildhauerstudium bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Internationale Stipendien führten sie nach Chicago, Paris, Montreal und Japan. Heute lebt und arbeitet sie in Wien und Kleinriedenthal (Niederösterreich). Ihre Werke bewegen sich an der Schnittstelle von botanischer Forschung und künstlerischem Konzept, von Zeichnung, Installation, Skulptur bis hin zu Kunst im öffentlichen Raum.

Mit „Unvergesslich“ schafft Dettwiler ein Werk, das berührt, Fragen stellt und Erinnerungen sichtbar macht. Eine Ausstellung, die nicht nur den Raum, sondern auch das Herz der Besucher:innen erfüllt.

Kuratorin: Gerda Ridler

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  • 24.05.2025 - 01.03.2026
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    Sommer (März–Okt.)
    DI–SO 10.00–18.00 Uhr
    MO, wenn Feiertag

    Winter (Nov.–Feb.)
    DI–SO 10.00–17.00 Uhr
    MO, wenn Feiertag

    Schließtage
    24.12., 31.12. und 01.01.



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  •  © Regula Dettwiler / Bildrecht, Wien 2025
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    Kunsthalle Krems
  • (c) KMK
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