Imi Knoebel – Ausstellung etcetera in der Galerie Thaddaeus Ropac Paris Marais
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Ausstellung04.06.2025 - 26.07.2025
Thaddaeus Ropac Paris Marais präsentiert mit etcetera eine neue Ausstellung des deutschen Künstlers Imi Knoebel, der seit den 1960er-Jahren die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur auslotet. Diese neuen Arbeiten, begonnen im Jahr 2023, setzen seine langjährige Erforschung der Bildträger und der Beziehung zwischen Farbe und Form fort. Auf nahezu rechteckigen Aluminiumplatten gemalt, rücken sie das Zusammenspiel von Material und Farbauftrag in den Fokus – ein zentrales Thema im Werk Knoebels.
Während seine jüngsten Serien noch durch „kleinformatige Verdichtungen“ des Farbauftrags geprägt waren, wie der Kunsthistoriker Max Wechsler formulierte, offenbaren die Werke von etcetera nun ein Aufbrechen dieser Struktur. Statt subtiler Akkumulation erscheinen nun kraftvolle Pinselgesten in kontrastierenden Tönen – eruptive Farbflächen, die sich über die metallene Fläche ausbreiten. Das Bild wird zur Bühne, auf der sich Energie, Rhythmus und Materialität begegnen.
Seit seinen Anfängen beschäftigt sich Imi Knoebel mit dem Wesen der Kunst, der Geometrie des Raumes und der physischen Präsenz von Farbe. 1940 als Klaus Wolf Knoebel in Dessau geboren, studierte er zunächst an der Werkkunstschule Darmstadt, wo ihn die Lehren von Johannes Itten und László Moholy-Nagy beeinflussten. Dort begegnete er seinem späteren Weggefährten Rainer Griese, mit dem er als Imi & Imi – eine Abkürzung für „Ich mit Ihm“ – bekannt wurde.
Sein künstlerischer Durchbruch erfolgte an der Kunstakademie Düsseldorf unter Joseph Beuys, wo er 1968 sein wegweisendes Frühwerk Raum 19 entwickelte – eine modulare Struktur aus unbemalten Masonit-Platten, einem industriellen Material, das ihn seither begleitet. Seit den 1990er-Jahren nutzt er zunehmend geformtes Aluminium als Malgrund, dessen minimalistische Anmutung an amerikanische Künstler wie Frank Stella oder Ellsworth Kelly erinnert. Doch im Gegensatz zu deren glatten Oberflächen bleibt bei Knoebel der gestische Duktus stets spürbar – Farbe als lebendige Spur.
Seine Werke waren mehrfach auf der documenta in Kassel vertreten – 1972, 1977 und 1982 – und wurden in zahlreichen internationalen Museen gezeigt, darunter 1975 in der Kunsthalle Düsseldorf, 1983 im Kunstmuseum Winterthur und Kunstmuseum Bonn, sowie 1992 in den Deichtorhallen Hamburg. 1996 widmete ihm das Haus der Kunst München eine umfassende Retrospektive, gefolgt von einer Jubiläumsausstellung 2002 in der Kestner Gesellschaft Hannover.
Besondere Anerkennung erhielt Knoebel durch die Präsentation seiner Serie 24 Farben – für Blinky (1977) im Dia: Beacon in New York im Jahr 2008 – ein Werkzyklus, den er nach dem frühen Tod seines Freundes Blinky Palermo schuf. 2009 zeigte die Neue Nationalgalerie Berlin zentrale Arbeiten seines Œuvres. 2011 gestaltete er sechs monumentale Glasfenster für die Kathedrale von Reims, die im Ersten Weltkrieg durch deutsche Bombenangriffe zerstört worden war – ein symbolträchtiges Werk, das die Versöhnung durch Kunst verkörpert.
Im Jahr 2014 ehrte das Kunstmuseum Wolfsburg seinen 75. Geburtstag mit einer Retrospektive der letzten fünf Jahrzehnte. 2016 wurden seine Arbeiten in einem spannenden Dialog mit Keramiken von Fernand Léger im Musée National Fernand Léger in Biot gezeigt, und 2018 folgte eine große Einzelausstellung im Museum Haus Konstruktiv Zürich.
Mit etcetera führt Imi Knoebel seinen radikalen Ansatz weiter, das Bild nicht nur als Fläche, sondern als Erfahrungsraum zu begreifen. Die neuen Werke zeigen eine Freiheit der Geste und ein Selbstbewusstsein des Materials, das ihn weiterhin zu einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart macht.
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