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Absage der Ausstellung "Candice Breitz" in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums in Saarbrücken

Saarlandmuseum

Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK):
„Die Absage der Ausstellung „TLDR“ von Candice Breitz war alternativlos“
Die am 24.11.2023 erfolgte Absage der Ausstellung „TLDR“ der Künstlerin Candice Breitz durch die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK) war angesichts
ihrer Äußerungen in der aktuellen Debatte zum Nahostkonflikt alternativlos. Unter den aktuellen Bedingungen an einer Ausstellung festzuhalten, die der Künstlerin auch als politischer Aktivistin Raum geboten hätte, war für die Stiftung nicht tragbar. Entgegen der von der Künstlerin öffentlichkeitswirksam verbreiteten Behauptungen steht die Absage der Ausstellung nicht mit der künstlerischen Position oder Herkunft der Künstlerin in Zusammenhang. Gegen anderslautende Unterstellungen der Künstlerin, die Entscheidung der SSK sei verleumderisch und antisemitisch, verwahrt sich die SSK ausdrücklich; derartige Vorwürfe der Künstlerin entbehren jeder Grundlage. Dies gilt auch für Aussagen über das Zustandekommen der Entscheidung für eine Absage, die fälschlicherweise nahelegen, dass diese Entscheidung auf das Kuratorium bzw. einzelne Mitglieder des Kuratoriums zurückgehe. Insbesondere ist es unzutreffend, dass der Rektor der Hochschule der Bildenden Künste Saar, Herr Prof. Dr. Christian Bauer, empfohlen habe, die Ausstellung nicht zu verwirklichen.

Die Absage der Ausstellung der Künstlerin Candice Breitz erfolgte nach umfassender Prüfung. Die SSK hat sich die Entscheidung alles andere als leicht gemacht, auch weil ihr klar war, dass sie sich damit vehementer Kritik aussetzen würde.
Der Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 stellt eine Zäsur dar, die insbesondere in Deutschland eine Debatte ausgelöst hat, in der künstlerische Positionen und politische Haltung nicht voneinander zu trennen sind. Candice Breitz ist in diesem Rahmen mit polarisierenden Äußerungen zum Nahost-Konflikt aufgetreten und befeuert diese Diskussion in den sozialen Medien weiterhin.
Candice Breitz hat diese Gräueltaten und die Ausübung des Rechts auf Selbstverteidigung durch den Staat Israel in den sozialen Medien unter anderem wie folgt kommentiert:
“Standing on the side of genocide will not make Jews safer.” [15.10.2023, Instagram]
(übersetzt: “Wer sich auf die Seite des Völkermordes stellt, macht die Juden nicht sicherer”)
„It’s likewise possible to support the Palestinian struggle for basic rights and human dignity – including liberation from decades of oppression – while unequivocally condemning the horrific carnage exacted on 7 October, and cruel stranglehold that Hamas exerts on Gazan civilians (to the advantage of Israel’s sadist leaders). Hamas is not Palestine.” [30.10.2023, Instagram]
(übersetzt: Ebenso ist es möglich, den palästinensischen Kampf für Grundrechte und Menschenwürde - einschließlich der Befreiung von jahrzehntelanger Unterdrückung - zu unterstützen und gleichzeitig das schreckliche Blutbad vom 7. Oktober und den Würgegriff, den die Hamas auf die Zivilbevölkerung des Gazastreifens ausübt (zum Vorteil der sadistischen israelischen Führung), unmissverständlich zu verurteilen. Die Hamas ist nicht Palästina.)

Die SSK wird keiner kunstschaffenden Person eine Plattform bieten, die die Ausübung des Rechts auf Selbstverteidigung durch den Staat Israel in Reaktion auf einen feigen und brutalen Terroranschlag als Völkermord qualifiziert, den Terroranschlag mit der dauerhaft konfliktbelasteten Koexistenz von Palästinensern und Israelis rechtfertigt und der israelischen Regierung Sadismus vorwirft.
Im Jahr 2019 hat Candice Breitz einen offenen Brief unterzeichnet, in dem der Deutsche Bundestag aufgefordert wird, einen Bundestagsbeschluss zurückzunehmen, in dem die Ziele und Methoden der palästinensischen Solidaritätsbewegung „Boycott, Divestment, Sanctions“ (BDS) offiziell als antisemitisch verurteilt werden. Abrufbar unter: https://nothingchangeduntilfaced.com/de/
Angesichts der Unterzeichnung dieser Petition und der bisher nicht erfolgten Distanzierung von deren Inhalten darf eine Identifikation von Candice Breitz mit den Zielen dieser Bewegung unterstellt werden.
Weiterhin ist den Social Media Kanälen von Candice Breitz zu entnehmen, dass sie die derzeitige politische Situation in Deutschland mit „Autoritarismus“ in Verbindung bringt. Als Reaktion auf die Absage einer Veranstaltung durch die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB), an deren Organisation Breitz maßgeblich beteiligt war, äußerte sie:
„Silencing voices that are inconvenient or uncomfortable is a feature of authoritarian regimes…“ [05.11.2023, Instagram]
(übersetzt: Nicht genehme oder unbequeme Stimmen zum Schweigen zu bringen, ist ein Merkmal autoritärer Regime)
Über ähnliche Äußerungen der Künstlerin berichtete die Berliner Wochenzeitung jungle.world in dem Artikel „Das Gebrüll der zum Schweigen gebrachten“ zur Kundgebung »We Still Need to Talk« am 10. November in Berlin [https://jungle.world/artikel/2023/46/protest-gegen-israel-in-deutschland-das-gebruell-der-zum-schweigen-gebrachten]:
„Als »Linke«, »Jüdin« und »Südafrikanerin«, die in Südafrika »unter Apartheid« gelebt habe und in Deutschland »auch nach 21 Jahren noch immer als Ausländerin betrachtet« werde, lebe sie nun erneut in einem »autoritären Regime«. […] Auf der Bühne am Freitag sprach Breitz von »Stummschalten« und einem »autoritären Regime«, das in Deutschland herrsche.“
Auch andere Zeitungsberichte gaben aus unserer Sicht problematische Äußerungen wieder.






  • 09.12.2023 - 10.03.2024
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    Saarlandmuseum, Moderne Galerie »

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    Saarlandmuseum, Moderne Galerie