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Buch und Kunst

54. Stuttgarter Antiquariatsmesse 2015

Buch und Kunst

Kinder-Buch-Kunst
Neben Rikola und Toblerone wohl einer der berühmtesten Schweiz-Exporte ist ein Kinderbuch: Johanna Spyris „Heidi kann brauchen, was es gelernt hat“ fesselte Generationen von Heranwachsenden. Die Erstausgabe des legendären Kinderbuch-Klassikers ist bei Hellmut Schumann für 2.550 € zu erwerben. Nicht minder berühmt sind die Zwillinge „Max und Moritz“. 1865 bei Braun und Schneider in 4000 Exemplaren gedruckt. Der Verleger zahlte dem Autor Wilhelm Busch für sämtliche Rechte gerade einmal 1000 Gulden, die diesen zwar vorläufig finanziell unabhängig machten, aber letztlich eine eher karge Bezahlung für den Megaseller darstellten. Erst 1903 und zahlreiche Neuauflagen später leistete Braun zu Buschs 70. Geburtstag eine Kompensation von 20.000 Mark, die dieser an zwei Krankenhäuser in Hannover spendete. Heute kosten „Max und Moritz“ in dieser unvergleichlich frühen Ausgabe 18.000 € beim Antiquariat am Moritzberg. Sabine Keune hingegen öffnet den Vorhang für ein dänisches Papiertheater: Das Theater en miniature mit raffinierten Details wie Kulissen, Figurenbögen, über 100 teils ausgeschnittenen und aufgeklebten Figuren und lithographierten Bühnenbildern aus der Zeit um 1884 gehört „zweifellos zu dem Schönsten, was überhaupt je auf dem Gebiet des Papiertheaters erschien” (4.500 €).
„… so berühmt, daß man in keinem Bordell eingelassen wird, wenn man ihn nicht gelesen hat …“

Heinrich Clauren ist eine Entdeckung: Heute nahezu vergessen, zählte er neben Kotzebue zu den meistgelesenen Unterhaltungsschriftstellern der Biedermeier-Zeit. Bei seinen Zeitgenossen war der Vielschreiber, der „raffiniert die zeitlosen Effektmittel des Kitsches“ nutzte, wegen einer zum Schlüpfrigen neigenden Erotik bekannt, was Heine zu seinem oben zitierten Aphorismus veranlasste. Daniela Kromp, die 2015 erstmals in Stuttgart ausstellt, hat den schlüpfrigen Dichter auf einem Gemälde wiederentdeckt. In der Hand hält er einen Band aus der „Neuesten Männer-Bibliothek“. Das Schmuckstück der Literaturgeschichte ist für 3.800 € am Stand der Münchner Antiquarin zu haben.

Kaiser und Hexe
Ein gewohnt hochkarätiges Angebot präsentiert der Doyen des literarischen Antiquariatsbuchhandels: Herbert Blank. Neben Schillers erster selbstständiger Veröffentlichung „Versuch über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen“ (32.000 €) bietet Hugo von Hofmannsthals „Der Kaiser und die Hexe“ mit Zeichnungen von Heinrich Vogeler puren Genuss für Auge und Geist (10.000 €), ebenso Rainer Maria Rilkes „Buch der Bilder“ als 19. Buch der Ernst Ludwig Presse mit eigenhändigem Widmungsgedicht samt Unterschrift des Autors (25.000 €) oder ein signiertes Exemplar von Nabokovs „König Dame Bube“ (5.000 €). Ein Leckerbissen für Fantasy-Freunde: „Der Orchideengarten“. Die äußerst seltenen ersten beiden Jahrgänge der gesuchten „Phantastischen Blätter“ kann man durchaus als kultig bezeichnen (Manfred Nosbüsch 2.900 €).

Gewidmet
Überhaupt hinterlassen die Widmungsexemplare einen starken Eindruck im Katalog 2015, etwa bei Müller & Gräff, wo es gleich eine ganze Reihe von Widmungen Gottfried Benns zu bestaunen gibt (bis 3.400 €). Rainer Schlicht wartet mit einer Rarität ersten Ranges auf: Heinrich Heines „Tragödien“, vom Autor eigenhändig „seinem lieben Freunde“ Karl August Lebrun gewidmet, zieht die bibliophilen Blicke auf sich (14.000 €). Ebenso bei Schlicht: eine Originalfotografie von Adalbert Stifter mit dessen Signatur (3.200 €). Laßbergs Privatdruck der Nibelungenhandschrift C in einem prachtvollen getrüffelten Widmungsexemplar des Herausgebers kostet bei Fons Blavus 3.800 €. „Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung …"

Vom Barock bis zur Klassik dominieren Wolfgang Braecklein, Tusculum, J. Voerster und das Antiquariat Trauzettel mit einer Auswahl erlesener Seltenheiten, zum Beispiel: Fischarts „Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung" in der zweiten Auflage 1582 (Trauzettel 22.000 €), Novalis‘ „Heinrich von Ofterdingen“ in der äußerst raren Erstausgabe aus der Bibliothek des mit dem Autor eng befreundeten Carl Adolph von Carlowitz (Tusculum 34.000 €), Goethes „Römischer Carneval“ mit handkolorierten Kupfertafeln, ebenfalls bei Tusculum 32.000 €, die „Kinder- und Haus-Märchen“ der Brüder Grimm in der ersten vom dritten Bruder im Bunde Ludwig Grimm illustrierten Ausgabe (Wolfgang Braecklein 12.000 €). Den Schluss- und Höhepunkt bildet eine der schönsten und seltensten Erstausgaben der Romantik. Die 1816 bis 1817 erschienenen „Kinder-Mährchen“ mit den von E. T. A. Hoffmann entworfenen Titel- und Schlussvignetten. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt diese Ausgabe als verschollen. Wie schön, sie nun in Stuttgart am Stand von J. Voerster bewundern zu dürfen (22.000 €).






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    Samstag und Sonntag, 23. und 25. Januar: 11 Uhr bis 18 Uhr

     



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